Zwei Handschriften von Augustin Wibbelt ab jetzt im Kreisarchiv | Kreis Warendorf
Zwei Handschriften von Augustin Wibbelt ab jetzt im Kreisarchiv
Das Kreisarchiv Warendorf ist um zwei besondere Stücke aus der Feder Augustin Wibbelts reicher: Die großzügige Unterstützung der Rottendorf-Stiftung machte es möglich, die Autographen (originale Manuskripte) von Wibbelts Büchern „Das Buch von den vier Quellen“ (1910) und „Ein Sonnenbuch“ (1912) anzukaufen, die sich zuvor in privater Hand befunden hatten.
Augustin Wibbelt war Priester, Dichter und einer der bedeutendsten Vertreter der plattdeutschen Literatur. Er wurde am 19. September 1862 auf dem elterlichen Hof in Vorhelm geboren. Nach seiner Priesterweihe im Jahr 1887 wirkte er in verschiedenen Gemeinden im Münsterland. Neben seiner seelsorgerischen Tätigkeit entwickelte er eine außergewöhnliche literarische Produktivität. Sein Fokus lag dabei insbesondere auf der niederdeutschen Sprache, die er mit Feinsinn, Humor und großer sprachlicher Genauigkeit in Gedichten, Erzählungen und Essays zur Geltung brachte.
„Augustin Wibbelt hat mit seinem Werk einen unschätzbaren Beitrag zur Bewahrung unserer regionalen Sprache und Kultur geleistet“, betont Kreisarchivar Dr. Knut Langewand. „Seine Texte sind nicht nur literarisch bedeutsam, sondern auch wichtige Zeugnisse des Alltagslebens und der Mentalität im Münsterland vor 100 Jahren.“
Bis zu seinem Tod 1947 blieb Wibbelt literarisch aktiv. Sein Einfluss ist bis heute spürbar: Schulen, Straßen und andere Einrichtungen tragen seinen Namen, seine Werke werden weiterhin gelesen, seine Gedichte wie das berühmte „Pöggsken“ auch heute in Grundschulen im Kreis auswendig gelernt. Gerade in einer Zeit, in der regionale Dialekte zunehmend unter Druck geraten, behält das Werk Wibbelts seine Aktualität. Es erinnert daran, wie eng Sprache, Identität und kulturelles Gedächtnis miteinander verbunden sind. Initiativen zur Pflege der plattdeutschen Sprache greifen immer wieder auf seine Texte zurück – als Inspirationsquelle und als lebendiges Beispiel für die Ausdrucksstärke regionaler Literatur.
1981 vermachte seine Nichte Anna Aulike den umfangreichen Nachlass dem Kreis Warendorf, der im Kreisarchiv gepflegt wird. Seit 2020 ist mit „Wibbelts Welt“ ein kleines, aber feines Wibbelt-Museum im Kreishaus zu sehen, das Besuchern jederzeit offensteht und über sein Werk informiert.
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