KLARO: Artenhilfsprogramm für die Rohrweihe

Team der NABU-Station Münsterland im Gelegeschutz aktiv

 

Viele Zugvögel sind aus ihren Überwinterungsgebieten zurückgekehrt. Dazu gehört auch die Rohrweihe, die in Landschaften mit hohem Offenlandanteil nach geeigneten Brutplätzen sucht. Bevorzugt brütet die streng geschützte und in NRW als gefährdet eingestufte Greifvogelart in Schilfbiotopen, Hochstaudenfluren oder auf landwirtschaftlichen Nutzflächen.

 

Im Rahmen des Artenhilfsprogramms „KLARO - Kulturlandschaft für die Rohrweihe im Kreis Warendorf“ erfassen Mitarbeitende der NABU-Naturschutzstation Münsterland in den kommenden Monaten wieder die Brutpaare und suchen gezielt nach Brutstandorten. Insbesondere auf Getreide- oder Grünlandflächen sind Gelege gefährdet, da es hier zu Verlusten durch Mahd oder Drusch während der Ernte kommen kann. Neben der Beobachtung mit dem Fernglas kommen bei der Gelegesuche auch moderne Methoden zum Einsatz: Ähnlich wie bei der Rehkitzrettung werden Wärmebilddrohnen genutzt, um Gelege frühzeitig zu entdecken und zu sichern. Im vergangenen Jahr konnten auf diese Weise insgesamt 44 Gelege auf Nutzflächen festgestellt werden. Bei 25 Gelegen wurde die Einrichtung einer Schutzzone zur Sicherung der Gelege während der Ernte notwendig, da diese Bruten zum Zeitpunkt der Ernte noch nicht flügge waren. Dies erfolgte in enger Zusammenarbeit mit den Bewirtschaftenden. Der mit der Nestschutzzone verbundene Ernteausfall wird nach den aktuellen Richtsätzen der Landwirtschaftskammer NRW entschädigt.

 

Ein weiterer Schwerpunkt im Artenhilfsprogramm KLARO ist die Wiederherstellung bzw. Neuanlage naturnaher Lebensräume. Durch die Pflege verbuschter oder verlandeter Tümpel sowie die Neuanlage von Feuchtbiotopen sollen sichere Brutplätze geschaffen werden. Flächeneigentümerinnen und -eigentümer sind daher eingeladen, sich zu beteiligen. Wer über eine geeignete, störungsarme Fläche zur Umsetzung von Pflegemaßnahmen (z.B. Gehölzentfernung oder Schilfanpflanzung) oder für die Neuanlage eines Feuchtbiotopes (Mindestgröße 0,5 ha, Zeitraum mind. 30 Jahre) verfügt, kann sich an Alexandra Dropmann bei der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Warendorf wenden (Tel.: 02581-536146, E-Mail: Alexandra.Dropmann@kreis-warendorf.de). Die Finanzierung der Flächensicherung und der Maßnahmenumsetzung erfolgt über Projektmittel. Das nationale Artenhilfsprogramm KLARO wird bis Februar 2030 mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) gefördert. Die NRW-Stiftung ist an der Finanzierung beteiligt.

 

Beobachtungen brutverdächtiger Rohrweihen können mit Ortsangabe per WhatsApp an die neu eingerichtete Meldenummer der NABU-Naturschutzstation Münsterland für den Bodenbrüterschutz gemeldet werden (0163-2119663). Jede Meldung hilft, die Art besser zu schützen und ihren Fortbestand in der Region zu sichern.

 




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