Bessere Bedingungen für Schachblume

Die Bedingungen für die Schachblume in Sassenberg haben sich im vergangenen Jahr deutlich verbessert. Davon konnte sich Umweltdezernent Michael Ottmann zusammen mit Tom Hofmann von der Unteren Naturschutzbehörde beim Kreis Warendorf an der Schachblumenwiese im Naturschutzgebiet überzeugen. Die Schachblume, die auch Schachbrettblume genannt wird, ist in Nordrhein-Westfalen vom Aussterben bedroht ist und in der Bundesrepublik Deutschland als gefährdet eingestuft. Größere Vorkommen finden sich vor allem in Norddeutschland, insbesondere im Raum Hamburg. Das Vorkommen in Sassenberg gilt als das bekannteste und bedeutendste in Nordrhein-Westfalen und macht die Schachblume zu einem Anziehungspunkt weit über die Kreisgrenzen hinaus. In Verbindung mit dem Schachblumenmarkt prägt sie zugleich das Markenzeichen der Stadt Sassenberg.

 

Die Wiesen an der Hessel, auf denen die Schachblumen wachsen, sind aufgrund des nassen Bodens für Landwirte schwer zu bewirtschaften Mit Bernhard Meinersmann hat der Kreis im vergangenen Jahr jedoch einen sehr engagierten Landwirt gewinnen können, der sich den Herausforderungen dieser Flächenpflege stellt. Die Wiesen werden im Sommer lediglich einmal gemäht – und zwar aus Gründen des Naturschutzes erst nach dem 1. Juli. Nach dem 1. Oktober erfolgt bei einigen Flächen eine Beweidung durch Schafe. Es handelt sich somit um eine traditionelle Bewirtschaftungsform (Mähweide), die für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten günstigere Lebensbedingungen bietet als intensiver genutzte landwirtschaftliche Flächen, auf denen die Nahrungsmittelproduktion im Vordergrund steht.

 

„Durch unsere Maßnahmen leisten wir einen wesentlichen Beitrag zum Schutz der stark gefährdeten Schachblume in Sassenberg. Ergänzend sichern wir über Förderprogramme wie den Vertragsnaturschutz den Erhalt artenreicher Flächen, die neben der Schachblume auch zahlreichen weiteren seltenen Tier- und Pflanzenarten als geeigneter Lebensraum dienen und ohne Förderung kaum kostendeckend bewirtschaftet werden können“, fasst Umweltdezernent Michael Ottmann das Projekt zusammen. Tom Hofmann pflichtet Michael Ottmann bei: „Artenreiche Nasswiesen sind heute sehr selten geworden. Durch die enge Zusammenarbeit mit Bernhard Meinersmann und Edgar Gerbaulet wird der Erhalt dieser ökologisch wertvollen Flächen durch eine Kombination aus Mahd und Beweidung sichergestellt.“

 

Die Zählung der Schachblumen erfolgt auch heute noch ehrenamtlich durch Nancy Bittrolff, Gabriele Russell und Christel Rothaus, die von weiteren Helfern unterstützt werden. Ihnen ist es zu verdanken, dass jährlich ein Überblick über die Entwicklung der Schachblume gewonnen werden kann. In diesem Jahr wurden insgesamt 1.933 blühende Exemplare gezählt. Auch der Hinweis auf die Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz Haseldorfer Marsch Hetlingen e. V. stammt von den ehrenamtlich tätigen Damen. Die Erkenntnisse aus Hetlingen zum Schutz der Schachblume dienen der Unteren Naturschutzbehörde als fachliche Grundlage und liefern wertvolle Hinweise für den Erhalt dieses kleinen Naturwunders in Sassenberg.

 

Hintergrund: Die Schachblume gelangte vermutlich bereits im 17. Jahrhundert im Gepäck eines schwedischen Gesandten nach Sassenberg. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde sie in den Sassenberger Schlossgärten angepflanzt, von wo aus sie in die angrenzenden Hesselwiesen verwilderte. In der Literatur wurde der Bestand in Sassenberg erstmals im 1824 veröffentlichten Werk Prodromus Florae Monasterensis Westpalorum des Landrates Clemens Maria Franz von Bönninghausen erwähnt. Es handelt sich dabei um ein Verzeichnis der Pflanzenwelt im Münsterland und ist auf Latein verfasst. Beschrieben wurde die Schachblume an der Hessel vom Apotheker Nicolai aus Warendorf.

 

August Rothaus aus Sassenberg hat sich seit Jahrzehnten mit der Bestandsentwicklung und -optimierung der Schachblumenvorkommen befasst und auch Verpflanzungen durchgeführt. Ihm ist es zu verdanken, dass der Bestand in Sassenberg nicht erloschen ist. Im Jahr 2003 erhielt er für seine Aktivitäten das Bundesverdienstkreuz.

 




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