Die Hoetmar Mark und ihre 185 Jahre alte Karte: Veranstaltung des Kreisarchivs und der Heimatfreunde Dorf Hoetmar | Kreis Warendorf
Die Hoetmar Mark und ihre 185 Jahre alte Karte: Veranstaltung des Kreisarchivs und der Heimatfreunde Dorf Hoetmar
Bis vor etwa 200 Jahren waren große Flächen unsere Region der Allgemeinbesitz aller, die im nächsten Dorf wohnten. Diese sogenannten Marken oder Gemeinheiten prägten seit dem Mittelalter das ländliche Leben im Münsterland, Emsland und Osnabrücker Land. Sie umfassten Flächen wie Wälder, Weiden oder Heidegebiete, die die Bewohner eines Dorfes gemeinsam bewirtschafteten und sie zur Viehweide, Holznutzung oder zum Torf- und Plaggenstich nutzen durften – allerdings reglementiert, um Missbrauch und Übernutzung zu verhindern.
Die Hoetmar Mark (nicht Hoetmarer Mark) war eine der größten Gemeinheitsflächen des heutigen Kreises. Sie bestand noch bis 1838 im ursprünglichen, ungeteilten Zustand. Noch in dieser Zeit, nämlich zwischen 1792 und 1798, wurde sie erstmals nach den Methoden der modernen Vermessungstechnik ausgemessen und kartiert. 40 Jahre später erfolgte die Markenteilung, d.h. die Privatisierung durch Verkauf an die zahlungskräftigsten Bauern. Die Bilanz der Markenteilung ist bis heute umstritten: für die einen war sie der erste Schritt auf dem Weg von der traditionellen Dorfwirtschaft zur modernen Landwirtschaft, für die anderen das Ende des idyllischen „alten Westfalen“ und der Beginn einer 150 Jahre andauernden Umweltzerstörung.
Eine um 1840 entstandene Übersichtskarte der gesamten, aber schon geteilten Hoetmar Mark befindet sich seit wenigen Jahren in der Kartensammlung des Kreisarchivs. Diese vom Zahn der Zeit stark beschädigte Karte wurde vor Kurzem von den Expertinnen der Restaurierungswerkstatt des LWL-Archivamts repariert und liegt nun wieder in gutem Erhaltungszustand vor.
Daher freut sich das Kreisarchiv gemeinsam mit den Heimatfreunden Dorf Hoetmar, die Karte der Öffentlichkeit am 28.10.2026, 19 Uhr, in der Hoetmarer Stellmacherei (Lindenstraße 28, 48231 Warendorf) vorzustellen. Die Restauratorin des LWL-Archivamts, Birgit Geller, wird die Reparatur der Karte erläutern, Kreisarchivar Dr. Knut Langewand einige Informationen zu den Marken und zur Markenteilung beitragen.
Alle Interessierten sind herzlich willkommen!
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