Viel zu sehen in Telgte und Westbevern

In den 13 Städten und Gemeinden des Kreises Warendorf entsteht immer etwas Neues. Daher setzt sich Landrat Dr. Olaf Gericke in jedem Sommer auf die Leeze, um sich in den Orten des Kreises über Neuigkeiten und Entwicklungen zu informieren. Die letzte Radtour in diesem Jahr führte ihn und die Verwaltungsspitze des Kreises nach Telgte.

 

Im Baugebiet Telgte-Süd wartete schon Bürgermeisterin Katja Behrendt mit den Fachbereichsleitungen der Stadt auf die Gäste. „Ich freue mich sehr auf unseren informellen Austausch im Rahmen der Tour“, sagte sie zur Begrüßung. Den Startpunkt hatte man seitens der Stadt ganz bewusst gewählt: Im Baugebiet entstehen derzeit zwei Baukörper mit jeweils 31 Wohneinheiten zwischen 50 und 99 Quadratmetern. Anton Stockhausen, Architekt und Investor der Neubauten, erläuterte die Maßnahme, bei der zwei Drittel der Wohnungen als öffentlich geförderter und bezahlbarer Wohnraum entstehen. Jede Wohnung wird einen Balkon und einen Tiefgaragenstellplatz bekommen und ist auf hochwertigem Niveau geplant. Die Zusammenarbeit mit Stadt und Kreis sowie der lokalen Baufirma sei ausgezeichnet, alle zögen an einem Strang, so Anton Stockhausen. Dass so viele geförderte Wohnungen entstehen, freute natürlich auch Landrat Dr. Olaf Gericke: „Gerade in einer Kommune mit einem so hohen Mietniveau wie Telgte ist das eine wichtige Maßnahme.“

 

Am Telgter Ei vorbei und über den Hagen führte die Route zur Marienschule. Hier ist gerade viel im Umbruch – wortwörtlich. Da die Pavillons abgerissen worden sind, findet der Unterricht derzeit in Containern auf dem Schulhof statt. Ende 2028 soll das neue Schulgebäude fertig sein, in dem auch eine Aula mit 380 Plätzen sowie eine Mensa im Mehrschichtbetrieb untergebracht wird. Mit dem Cluster-Prinzip soll eine bessere Verzahnung des Unterrichts und der OGS-Betreuung möglich gemacht werden. Sobald der Neubau fertiggestellt ist, wird das noch stehende denkmalgeschützte Hauptgebäude voraussichtlich bis Mitte 2030 saniert. Insgesamt 16,4 Mio. Euro hat die Stadt Telgte für die Maßnahmen eingeplant. 

 

Das Haus der Musik und Begegnung an der Ems ist das Vorzeigeprojekt der Stadt und wurde erst vor wenigen Tagen offiziell eingeweiht. Das moderne Gebäude ist hochwertig und barrierearm gestaltet worden und bietet u.a. der Telgter Musikschule eine neue Heimat. Besonders der beeindruckende Blick auf die Planwiese sorgte bei der Besichtigung für Begeisterung.  

 

An der August-Winkhaus-Straße entlang ging es am Emshof und Haus Langen vorbei nach Westbevern. „Wir wollten die Radtour ganz bewusst in Westbevern beenden, weil uns Westbevern wichtig ist“, erklärte die Bürgermeisterin. Dort wurden auf einer Fläche von rund 3,7 Hektar ein Teil der Bever und ihrer angrenzenden Flächen renaturiert. Felix Homann, Geschäftsführer vom Wasser- und Bodenverband Warendorf, stellte die Maßnahme vor und ging auch auf die Herausforderungen ein. Denn ohne die Mitwirkung der Anrheiner sei eine solche Maßnahme nicht möglich, zumal der Flusslauf die benötigten Flächen vorgebe, so Homann. Durch die Renaturierung ist ein kleines Paradies für Tiere und Pflanzen entstanden. In den Auen finden Enten, Zwergtaucher und Eisvögel wertvollen Brutraum, und der verlangsamte Flusslauf bietet vielen Fischen eine Heimat. Bei Starkregen hat die Bever jetzt viel Platz, um sich ausbreiten, bevor sie in die Ems mündet. 

 

Der Kreuzungsbereich im Dorf war die letzte Station der Radtour. Die dortige Verkehrssituation ist seit Jahren im Gespräch, denn die Durchfahrt ist für Lkw und Busse so eng, dass teilweise die Bürgersteige befahren werden müssen. In Absprache mit dem Landesbetrieb Straßenbau NRW hat die Stadt Telgte den Kreuzungsbereich nun umgeplant. Bereits Anfang Oktober werden zwei Gebäude direkt an der Fahrbahn abgerissen. Die Straße wird im Anschluss verbreitert, eine Abbiegerspur eingerichtet und eine Ampel mit intelligenter Steuerung installiert. 

 

Der abwechslungsreiche und informative Vormittag war ein gelungener Abschluss der diesjährigen Sommerradtouren. „Wir haben heute einmal mehr gesehen, Telgte und die Ortsteile entwickeln sich wunderbar“, fasste der Landrat zum Abschied zusammen. 

 




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