Vor 100 Jahren: Die Schlacht von Verdun beginnt

 

Im Zuge der Serie „Wiedervorlage“ stellt das Kreisarchiv einen neu verzeichneten Bestand vor: Die Fotosammlung mit Bildern aus dem ersten Weltkrieg von Wilhelm Aloys Holtermann.

 

Vor 100 Jahren begann in Frankreich der Kampf um Verdun, einer der verlustreichsten Schlachten im Ersten Weltkrieg.

Als am 21. Februar 1916 die deutschen Geschütze das Feuer eröffneten, begann eine neue und grauenvolle Art von Kriegsführung. Verdun gilt als die erste große Materialschlacht dieses Krieges, in der Soldaten zur Verfügungsmasse eines industrialisierten Krieges wurden.

Im Nachgang wurde Verdun als die erste große Abnutzungsschlacht bezeichnet: Im Verlauf der Kampfhandlungen ging es Deutschen und Franzosen gleichermaßen darum, dem Gegner möglichst hohe Verluste an Kriegsgerät und Soldaten beizubringen.

Die Kämpfe dauerten rund 300 Tage und hatten kein strategisches Ergebnis: Schätzungen gehen heute davon aus, dass Verdun rund 300.000 französischen und deutschen Soldaten das Leben kostete.

 

Auch Soldaten aus den Altkreisen Beckum und Warendorf waren an der Schlacht von Verdun beteiligt.

 

Einer von ihnen war Wilhelm Aloys Holtermann, geboren am 1. Juni 1893 in Wadersloh. Er war Leutnant und Adjutant im 2. Westfälischen Feldartillerie-Regiment Nr. 22, das im April 1916 bei den Kämpfen um die Anhöhe „Toter Mann“ eingreift.

Die Deutschen stehen hier einem Gegner gegenüber, dessen Verteidigungslinien ständig verstärkt werden. Unter massiven Verlusten erobert die Einheit die Anhöhe am 23. Mai 1916.

 

Wilhelm Holtermann dokumentiert die Hölle von Verdun, aber auch andere Schlachten im ersten Weltkrieg an denen er beteiligt war, mit seiner Fotokamera. Mehr als 300 dieser Fotos von seiner Zeit an der Westfront sind in zwei Fotoalben überliefert.

 

Holtermann zieht mit dem Regiment Nr.22 durch viele Städte und Dörfer in Frankreich und war auch bei der Marne Schlacht und der Schlacht an der Somme dabei. Zum Ende des Krieges hin war er auch eine Zeit lang in Belgien stationiert.

 

Im ersten Fotoalbum sind die beiden Schlachten von ihm mit allen Facetten fotografisch festgehalten worden. Ein Großteil der Bilder zeigt verlassene und völlig verwüstete Schlachtfelder an denen das Regiment auf den Wegen vorbei zieht.

Andere Fotos zeigen zerstörte Dörfer und Gebäude, sowie Lagerplätze und Übungseinsätze. Wilhelm Aloys Holtermann zeigt auch Bilder aus dem Schützengraben und vereinzelte Gefechtssituationen.

Darüber hinaus fotografierte Holtermann auch eine Menge an unterschiedlichen Kriegsgeräten wie beispielsweise Flugzeuge, Panzer, Geschütze und Feldkanonen.

 

Insgesamt legt Wilhelm Aloys Holtermann mit seinem Regiment in den Jahren 1915 bis 1918 knapp 5000 Kilometer in Frankreich und Belgien zurück.

Seine Bilder zeigen ein verstörendes Bild des Krieges, eine Mischung aus Alltäglichkeit und Grauen, aus Tod und Freizeit.

Sie dokumentieren damit auf beeindruckende Weise den Stellungskrieg. Die Alben werden heute im Kreisarchiv aufbewahrt.

 

Wilhelm Aloys Holtermann überlebte den Ersten Weltkrieg.

Er starb am 26. Juni 1968 bei Schmallenberg.

Schützengraben in der Nähe von Verdun

 

Das Bild zeigt einen deutschen Soldaten in einem Annäherungsgraben auf 281 Meter Höhe. Im Hintergrund ist die „Höhe 304“ zu sehen.

 

Sie wurde nach ihrer Erhebung über dem Meeresspiegel benannt und liegt westlich der Höhe „Toter Mann“.

 

Frontverlaufsskizze der Anhöhe „Toter Mann“ 1916

Im Nachlass von Wilhelm Aloys Holtermann ist auch die Frontverlaufsskizze der Region um die Anhöhe „Toter Mann“ überliefert.

In Rot eingezeichnet die Schützengräben und Stellungen der deutschen Truppen, in Blau die französischen Stellungen. Vermerkt wurde darüber hinaus in Grün, Braun und Orange die Geschützstellungen und die Einteilung der einzelnen Batterien und Kompanien.




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