Vor 120 Jahren: Der Beginn der Weihnachtshilfe im Kreis

Die Anfänge der Weihnachtshilfe im Kreisgebiet gehen auf das ehrenamtliche Engagement des Vaterländischen Frauenvereins, dem Vorgänger des Deutschen Roten Kreuzes, zurück.

 

Die Aufgabe des Vereins lag ursprünglich in der Pflege von Verwundeten und Kriegsversehrten, doch kümmerte sich der Verband seit den 1870er Jahren insgesamt um sozial Bedürftige in der Stadt und im Kirchspiel Oelde.

Im Verantwortungsbereich des Frauenvereins lag seit 1895 die „Weihnachtsbescherung für bedürftige Kinder“. Mitglieder des Vereins trafen sich zu Nähabenden und fertigten Kleidungsstücke an, die ausgewählten Kindern in einer feierlichen Bescherung geschenkt wurden.

 

Darüber hinaus rief der Verein zu Sach- und Geldspenden auf, die der Verein in der Weihnachtszeit an Familien und Kinder weiterreichte.

Nach dem Ersten Weltkrieg nahmen sich die Kreisverwaltungen in Beckum und Warendorf sowie die kommunalen Wohlfahrtsämter der finanziellen Notlage vieler Familien an. In den Fokus rückten jene Familien, deren Ehemann und Vater gefallen war oder die durch eine Verwundung die Arbeitskraft des Haupternährers verloren hatten und so in Armut geraten waren.

 

Da sich besonders in den Wintermonaten die finanzielle Notlage bemerkbar machte, wenn zusätzliche Aufwendungen für Heizmaterial, feste Schuhe, Winterbekleidung oder teureres Gemüse und Obst anfielen, unterstützten die Kommunen die Familien in der Regel durch die Ausgabe von Bezugsscheinen.

Während des Zweiten Weltkriegs galt die Aufmerksamkeit der öffentlichen Verwaltungen und sozialen Verbände den Soldaten im Fronteinsatz sowie ihren Familien in der Heimat. Für die Soldaten wurden Päckchen mit Lebens- und Genussmitteln sowie Kleidung zusammengestellt, für die Kinder der Soldaten gab es Süßigkeiten, Obst oder Kleidung.

 

Ab den 1950er Jahren unterstützten die Fürsorgeeinrichtungen des Kreises nicht nur kriegsversehrte, sondern auch körperlich oder geistig eingeschränkte Menschen.

 

Oelder Wohlfahrtsamt

Das Verzeichnis erfasst die Namen der Kinder, ihr Alter, ihre Wohnadresse sowie in Bleistift, was die Kinder im Rahmen der Bescherung erhalten haben bzw. geschenkt bekommen sollten.

Die Geschenke wurden dringend benötigt. Verschenkt wurden ausschließlich Kleidungsstücke wie Unterhosen, Hemden, Kleider, Hosen, Blusen, Beinkleider, Mantel und Strümpfe.

Marien-Hospital

Das Marien-Hospital zu Oelde übersendete eine Liste von Kindern, die die Klinik für unterstützungswürdig hielt, an das Wohlfahrtsamt der Stadt Oelde. Gerade die Krankenhäuser verfügten über einen besseren Überblick, welche Kinder Hilfe benötigten.

Päckchenpacken für die Front

Ähnlich wie im Ersten Weltkrieg, gab es auch im Zweiten Weltkrieg wieder Weihnachtspäckchen für die deutschen Soldaten an der Front.

Das Bild zeigt ein gemeinsames Packen dieser so genannten „Liebesgaben“ in der Stadtverwaltung Ahlen im Dezember 1940.

Kriegsveteranen

Schreiben des Bezirksfürsorgeverbandes des Sozialamtes im Landkreis Beckum, welches die Beihilfe für geschädigte Kriegsveteranen nach dem Zweiten Weltkrieg regelte, vom 29. November 1955:

Die Zuwendungen wurden aus der Kreiskasse gezahlt und fielen unterschiedlich hoch aus, je nach Lebenssituation.

Rechnungen

Die Rechnungen für die Beschaffung von "Weihnachtsgeschenken" für den „Unterstützungsverein armer Kinder Oelde“ oder an das „Weihnachts-Comite“ belegen die Beschaffung von Leinen. Aus dem Stoff wurde bei Nähabenden des Vaterländischen Frauenvereins Kinderkleidung gefertigt.

Gutscheine

Das Wohlfahrtsamt der Stadt Oelde verteilte an bedürftige Mütter Gutscheine in Höhe von 5 bis 20 Mark für Lebensmittel.

Die Gutscheine ermöglichten den Kindern und ihren Familien zumindest zu Weihnachten eine feierliche Atmosphäre.

Der Vaterländische Frauenverein in Oelde veranstaltet eine Weihnachtsbescherung für arme Kinder

„Oelde, den 2. Januar 1895

Die Gesellschaft „Der Verein“ hier beabsichtigt

schulpflichtige Kinder unvermögender Eltern

insoweit eine kleine Freude zu bereiten, als

denselben bei angezündetem Weihnachtsbaume

Kuchen usw. verabreicht werden sollen.

Ich ersuche mir hierunter einige Kinder namhaft

zu machen, welche sich an dieser Feier betheiligen

können. Es würden nur solche Kinder zu berück-

sichtigen sein, die reinlich und proper, sich gut ge-

führt und fleißig sind und deren Eltern durch

Sterbefälle, Krankheiten und sonstige Unfälle

in schlechte Verhältnisse gerathen und deshalb nicht

in der Lage gewesen, ihren Kindern eine Weih-

nachtsfreude zu bereiten.

Umlaufend bei den Lehrerinnen

1. Fräulein Grawe

2. Fräulein Schmitz“

 




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