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"Global denken, lokal handeln"

Diese Devise passt sehr gut zum Klimaschutz. Ein weltweites Klimaschutzabkommen wurde im Dezember 2015 in Paris verabschiedet, doch noch steigt der Ausstoß von Treibhausgasen weiter an. Um die globalen Folgen des Klimawandels wie vereinbart zu verringern, ist ein rasches Umsteuern gefragt.

 

Um gemeinsam etwas bewegen zu können, ist jedoch das Engagement jedes Einzelnen gefragt. Klimaschutz geht uns alle an. Deshalb bringen Sie sich ein und machen in Ihrer Familie, an Ihrem Haus oder bei der Arbeit die ersten Schritte! Gemeinsam mit allen ca. 272.000 Bürgerinnen und Bürgern im Kreis Warendorf können wir einen großen Schritt in die richtige Richtung gehen.

 

Deshalb hat sich der Kreis Warendorf entschieden zu handeln, statt zu warten. Ein sichtbares Zeichen ist die Teilnahme der Kreisverwaltung am European Energy Award (eea). Bereits 2010 ist sie für ihre Leistungen im Klimaschutz mit dem eea ausgezeichnet worden, 2013 und 2016 folgte die Auszeichnung mit dem eea in Gold. Um auch außerhalb der Verwaltung aktiv zu werden und kreisweite Klimaschutzprojekte umzusetzen, wurde 2011 ein Initiates file downloadKlimaschutzkonzept beschlossen und Anfang 2013 ein Klimaschutzmanager für dessen Umsetzung eingestellt.

 

Klicken Sie auf die folgenden Bilder und erfahren Sie mehr rund um Energie und Klimaschutz! Unten auf der Seite finden Sie noch Wissenswertes zu Energie und Klimaschutz.

Inhalte

Video: Prof. Dr. Volker Quaschning "Energiewende - Eine Chance für Viele(s)"

Groß war das Publikumsinteresse an dem Vortrag „Energiewende – Eine Chance für Viele(s)!“ den  Prof. Volker Quaschning in der Lohnhalle der Zeche Westfalen in Ahlen hielt. Über 200 Interessierte waren gekommen. Wer den Vortrag des renommierten Energiefachmanns verpasst hat, kann ihn jetzt nachträglich in voller Länge hier online als Video verfolgen.

 

Hauptorganisator der Veranstaltung war der Verein für erneuerbare Energien in Ahlen (VERENA e.V.) in Kooperation mit dem Kreis Warendorf, dem Verein Umschalten e.V aus Soest, dem Klimabündnis Hamm und dem Landesverband der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. (DGS).

Energie und Klima

Energie

Energie in verschiedensten Formen ist ein essentieller Bestandteil unseres täglichen Lebens. Elektrische Energie ermöglicht uns den Einsatz von verschiedensten Elektrogeräten im Haushalt. Auch Handys, Computer und industrielle Maschinen werden damit betrieben. Dank modernen Heizsystemen, die verschiedene Energieträger in Wärme umwandeln, müssen wir im Winter nicht frieren und können jederzeit heiß duschen. Verbrennungsmotoren, betrieben mit flüssigen oder gasförmigen Energieträgern, sind aus dem Transportwesen derzeit nicht wegzudenken. Die Motoren unserer PKWs bewegen uns in komfortablen Fahrzeugen an unser Ziel. LKWs, Schiffe und Züge bewegen Waren und Personen um den ganzen Globus und wenn es einmal schnell gehen muss, dann nimmt man halt das Flugzeug.

 

Haben Sie sich schon einmal Gedanken gemacht warum all dies möglich ist?

Wir nutzen zum Einen atomare Energieträger, deren Nutzung bis zum Jahr 2021 sukzessive eingestellt wird, weil die Gefahren zu groß sind und das Endlagerungsproblem ungelöst ist. Zum Anderen nutzen wir seit mehr als einem Jahrhundert fossile Energieträger wie Erdgas, Erdöl, Braun- und Steinkohle, die vor sehr langer Zeit in unserer Erdkruste eingelagert wurden. Sie entstanden aus Pflanzen, die der Atmosphäre CO2 entnommen haben und es in Biomasse umwandelten. Die Pflanzen starben ab und wurden luftdicht abgeschlossen. Somit setzte kein Verwitterungsprozess ein, der enthaltene Kohlenstoff aus dem CO2 wurde gespeichert. Durch geologische Prozesse entstanden Energieträger mit einer hohen Energiedichte. Diese werden heute mit immer größer werdendem technischem und finanziellem Aufwand geborgen.

 

Deutschland selber ist sehr arm an fossilen Energieträgern. Nur ca. 2 - 3 % des Erdölbedarfs, ca. 16 % des Erdgasbedarfs und auch nur 21 % des Steinkohlebedarfs können derzeit aus deutschen Förderstätten gedeckt werden. Bis 2018 wird der Steinkohlebergbau gänzlich aufgegeben. Lediglich die genutzte Braunkohle wird zu 100 % in Deutschland gewonnen, was jedoch mit großen Tagebauaktivitäten und all seinen Schwierigkeiten verbunden ist. Insgesamt herrscht somit eine hohe Importabhängigkeit in Bezug auf unsere Energieversorgung.

Der zweite große Nachteil fossiler Energieträger, ist der hohe CO2-Ausstoß. Er wird unter dem Stichpunkt "Klima" ausführlicher dargestellt.

 

Ausbau Erneuerbarer Energien

Der Ausbau Erneuerbarer Energien stellt einen Lösungsansatz für diese Probleme zur Verfügung. Über Sonne, Wind, Wasser und Biomasse kann Energie genutzt werden, die in Deutschland vorhanden ist und nicht importiert werden muss. Das schafft Wertschöpfung in der jeweiligen Erzeugerregion. Außerdem ist die Energie größtenteils CO2-neutral zu gewinnen.

Ein weiteres großes Potenzial liegt in der Einsparung von Energie. Es wird davon ausgegangen, dass der Verbrauch durch einen bewussteren Umgang mit Energie und minimale Investitionen von unter 100 € pro Haushalt bereits im Schnitt um mindestens 10 % gesenkt werden könnte. Ähnliches gilt für Unternehmen. Größere Investitionen, wie z.B. die Sanierung des älteren Gebäudebestandes, würden zusätzlich sehr große Einsparpotenziale erschließen.

 

Energetische Zielplanung des Kreises Warendorf

Um diese Erkenntnisse für den Kreis Warendorf umzusetzen hat der Kreistag eine energetische Zielplanung für die Jahre 2020 und 2030 verabschiedet. Diese beinhaltet folgende Ziele:

  • Die Erzeugung des gesamten Stromverbrauchs im Kreis Warendorf durch Erneuerbare Energien bis 2030
  • Reduktion des Wärmebedarfs der Wirtschaft um 20 % von 2010 bis 2030. Über die Maßnahmen zur Erreichung dieses Ziels erfolgt eine gesonderte Beratung.
  • Reduktion des Wärmebedarfs der Haushalte um 30 % von 2010 bis 2030. Über die Maßnahmen zur Erreichung dieses Ziels erfolgt eine gesonderte Beratung.

Klima

Das Klima auf unserer Erde ändert sich, das ist in den Medien allgegenwärtig und unter Wissenschaftlern unbestritten. Ein Indiz dafür sind z.B. die schmelzenden Polkappen. Die Eisbedeckung in der Arktis hat laut NSIDC (National Snow and Ice Data Centre) der USA im September 2012 sein Minimum im 33 jährigen Beobachtungszeitraum erreicht. Ein weiteres Indiz ist die steigende globale Mitteltemperatur. Im Vergleich zu 1880 ist es auf unserem Planeten im Durchschnitt um 0,8 °C wärmer geworden. Aber auch in Nordrhein-Westfalen und dem Kreis Warendorf kann der interessierte Beobachter Veränderungen feststellen, wenn er z.B. den Beginn der Apfelblüte wahrnimmt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erhebt seit den fünfziger Jahren jährlich ca. 1.400 Beobachtungsmeldungen zu bestimmten Entwicklungsstadien von Pflanzen, u.a. über den Beginn der Apfelblüte. Diese Daten werden für NRW vom LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz) aufbereitet und zeigen, dass die Apfelblüte mittlerweile ca. 14 Tage früher einsetzt als im Mittel der Jahre 1961 bis 1990. Der ehemalige Mittelwert war der 124. Tag im Jahr, der 4. Mai (in Schaltjahren der 3. Mai). Sie können also im nächsten Jahr selber einmal beobachten wann die Apfelbäume in Ihrer Umgebung blühen und schauen ob sich dieser Trend bestätigt.

 

Um die ökonomischen, ökologischen und sozialen Folgen des Klimawandels beherrschbar zu halten, haben sich die meisten Regierungen der Erde darauf geeinigt, dass der Klimawandel auf 2 °C begrenzt werden soll. Laut "Wissenschaftlichem Beirat der Bundesregierung Globale Umweltauswirkungen" dürfen dafür bis 2050 weltweit maximal noch 650 Mrd. Tonnen CO2-ausgestoßen werden (Stand 2013). Bei Einhaltung dieser Marke gehen Wissenschaftler davon aus, dass weltweite Veränderungen wie die Gletscherschmelze und der Meeresspiegelanstieg in einem ausreichend langsamen Tempo ablaufen, so dass die Menschheit ausreichend Zeit zur Anpassung hat.

Jedem Mensch stünde, den oben genannten Zahlen zufolge, derzeit ein Budget von ungefähr 2,5 Tonnen CO2 pro Jahr zur Verfügung. Tatsächlich betrug der weltweit durchschnittliche Ausstoß pro Kopf 2012 jedoch ca. 5 Tonnen. In Deutschland liegt er sogar bei ca. 10 Tonnen und im Kreis Warendorf bei ca. 10,9 Tonnen.

Wenn Sie ihren persönlichen CO2-Ausstoß berechnen wollen nutzen Sie einfache den folgenden Opens external link in new windowCO2-Rechner.


Die Zahlen machen deutlich, dass gehandelt werden muss. Konkrete Verpflichtungen für einzelne Länder wurden bisher nicht festgelegt. Die EU hat sich jedoch eigene Ziele gesetzt um beispielhaft voran zu gehen. Sie werden die "20-20-20 Ziele" genannt und beziehen sich auf das Jahr 2020.

  • 20 % Reduzierung des Treibhausgasausstoßes im Vergleich zu 1990
  • 20 % Anteil Erneuerbare Energien am Gesamtenergieverbrauch
  • 20 % Steigerung der Energieeffizienz im Vergleich zu 1990

Deutschland ist im gleichen Zeitraum bereit seine Treibhausgasemissionen sogar um 30 % zu senken. Sowohl die europäischen als auch das Deutsche Ziel sollen gesteigert werden, wenn andere Staaten mit bedeutendem CO2-Ausstoß sich ebenfalls ambitionierte Ziele setzen.

Das nordrhein-westfälische Klimaschutzgesetz setzt für NRW das Ziel von 25 % CO2-Einsparung bis 2020 im Vergleich zu 1990. Bis 2050 sollen in NRW, ebenso wie im gesamten Bundesgebiet, die CO2-Emissionen um 80 – 95 % im Vergleich zu 1990 fallen.

 

Ziele des Kreises Warendorf

Der Kreis Warendorf hat sich folgende Ziele bis zum Jahr 2030 gesetzt um seinen Beitrag zu diesem Prozess zu leisten.

  • Reduzierung der CO2-Emissionen aus Strom auf Null
  • Reduzierung der CO2-Emissionen aus Wärme auf 60 % des Wertes von 2010

Bis 2050 sollen die CO2-Emissionen um mindestens 80 % gesenkt werden.

 

Für die Kreisverwaltung wurden zusätzliche Ziele formuliert:

  • CO2-Neutralität der Verwaltungsgebäude im Eigentum des Kreises Warendorf bis 2020
  • CO2-neutrale Kreisverwaltung Warendorf (für alle Gebäude, Anlagen und Fahrzeuge der Kernverwaltung) bis 2030

 

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