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Sommer 1914 - Von der Krise zum Kriegsausbruch

Zwischen Krise und Krieg lagen nur 31 Tage:

Am 28. Juni 1914 starb der österreichische Thronfolger durch die Kugeln eines bosnisch-serbischen Attentäters in Sarajewo.

Am 28. Juli zog Österreich-Ungarn gegen Serbien ins Feld. Kurz danach stürzte der Friede auch im Herzen Europas wie ein Kartenhaus in sich zusammen.

Die in zwei Bündnissen organisierten Mächte zogen in einen Krieg, von dem viele glaubten, dass er ohnehin irgendwann gekommen wäre und schnell zu Ende sein würde: das Deutsche Reich und Österreich-Ungarn auf der einen, Frankreich, England und Russland auf der anderen Seite.

Über die Gründe für den Kriegsausbruch und die Frage nach der Kriegsschuld ist in den vergangenen 100 Jahren viel diskutiert wor­den.

Letztlich führte eine Mischung aus Bündnistreue und Kriegslust zum Ausbruch des Kriegs.

Allerdings hatte wohl keiner der verantwortlichen politischen Akteure mit einem weltumspannenden militärischen Konflikt von diesen Ausmaßen und von mehr als vier Jahren Dauer im Sommer 1914 gerechnet.

Der Krieg mobilisierte 65 Millionen Soldaten und forderte mehr als 17 Millionen militärische und zivile Todesopfer sowie rund 20 Millionen Verwundete.

Und das „alte Europa“ war Geschichte.

Am Abend des 1. August 1914 informiert eine Bekanntmachung des Kommandierenden Generals des VII. Armeekorps die Bevölkerung über die Erklärung des Kriegszustandes. Der kommandierende General wird damit zum eigentlichen Träger der staatlichen Macht in seinem Korpsbezirk und übernimmt die vollziehende Gewalt. Zivilverwaltungen haben den Weisungen des Generalkommandos Folge zu leisten. Zahlreiche Anordnungen greifen in das allgemeine öffentliche Leben ein: Vorverlegung der Polizeistunde, Einschränkung des Alkoholausschanks, die vorübergehende Sperrung des Fernsprechverkehrs. Unpatriotisches Verhalten prangern die Militärbehörden an.

Um 14:10 Uhr fuhr der Zug mit den Rekruten unter großer Anteilnahme der Bevölkerung vom Beckumer Bahnhof ab.

Die Mobilmachung


 

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