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Verwundete und Tote

"Aufruf des deutschen Kriegerhilfsbundes zur Unterstützung der heimkehrenden Soldaten". Die Spender sollten sich unter Angaben von Name, Wohnort und Spendenbetrag in einer öffentlichen Sammelliste erfassen lassen. (Februar 1916; KAW, Stadt Oelde B Nr. 948)

Infolge von Artilleriefeuer erlitten im 1. Weltkrieg hunderttausende Soldaten im Stellungskrieg Verletzungen durch Granatsplitter, die zur Amputation von Gliedmaßen führten.

Zur ersten Versorgung Verwundeter richtete man hinter den vordersten Linien Sanitätsstellen ein. Von dort aus fanden die Erstversorgung und der Weitertransport in die weiter zurückliegenden Feldlazarette statt. Wenn die Verwundeten transportfähig waren, wurden sie auf Krankenhäuser und Pflegelazarette im gesamten Reichsgebiet verteilt.

Auch in Warendorf, Beckum und Ahlen wurden verwundete Soldaten aufgenommen und gepflegt. Die Organisation oblag dem Roten Kreuz und dem Vaterländischen Frauenverein.

Die Zivilbevölkerung hatte es ab 1915 mit einer wachsenden Zahl an Kriegsbeschädigten zu tun. Die Kriegsversehrten sollten nach ihrer Rückkehr ein Recht auf eine Weiterbeschäftigung haben. Dieser Anspruch stellte die Verwaltung vor ein großes Problem, dem sich ab Februar 1917 im Kreis Warendorf der „Fürsorgeausschuß für Kriegsbeschädigte und für Hinterbliebene“ annahm.

Ein „Kriegskrüppel“ zu sein, bedeutet für viele Männer den Verlust ihrer Rolle als Ernährer und Familienoberhaupt. Die schwierige Wirtschaftslage nach dem Krieg führt dazu, dass Kriegsversehrte ihren Rechtsanspruch auf eine lebenslange Kriegsrente verloren. Die Folge war für viele Arbeitslosigkeit und wirtschaftliches Elend.

Daneben überschattete die steigende Zahl der Kriegstoten den Alltag immer stärker. Die Städte und Gemeinden des Kreises Warendorf hatten am Ende des Krieges mehr als 3.300 gefallene und vermisste Soldaten zu beklagen. In der Regel mussten die Angehörigen um die Toten trauern, ohne sie bestatten zu können, da man sie in „fremder Erde“ im jeweiligen Frontgebiet begrub.

Behandlung von Verletzten

"Das Beckumer Vinzenzhaus als Lazarett im 1. Weltkrieg". Das Rote Kreuz richtete während des Krieges im Vinzenzhaus in Beckum ein Lazarett ein. Mehr als 2.200 Soldaten wurden hier während des Krieges versorgt. Am 1. Februar 1919 wurde es aufgelöst. (KAW, S 05 Bildarchiv Beckum Nr. 356)
"Arbeitskleid für Helferinnen vom Roten Kreuz". (1912; KAW, Stadt Oelde B Nr. 947)

Franz Friggemann († 27. Juni 1916)

 

 

"Portrait des Franz Friggemann genannt Wiglinghoff". Franz Friggemann gehörte dem Infanterie-Regiment Herwarth von Bitterfeld an (I. Westfälisches Infanterie-Regiment Nr. 13, Münster) Fotografie, um 1914. (privat)
"Gedenkblatt für Franz Friggemann genannt Wiglinghoff". Franz Friggemann ist am 27. Juni 1916 vor Verdun in Frankreich gefallen. (privat)

Kriegsende

„Neuer Emsbote - Das Ende des 1. Weltkriegs". Titelseite der Zeitung „Neuer Emsbote“ vom 11. November 1918. (KAW, Neuer Emsbote, Nr. 263: Montag, 11. November 1918)
„Waffenstillstand“. Detailansicht der Titelseite des Neuen Emsboten vom 11. November 1918 mit der Meldung über den vereinbarten Waffenstillstand und damit dem Ende des 1. Weltkriegs. (KAW, Neuer Emsbote, Nr. 263: Montag, 11. November 1918)
„Die Waffenstillstandsbedingungen“. Detailansicht der Titelseite des Neuen Emsboten vom 11. November 1918 mit der Meldung über die Waffenstill-standsbedingungen. (KAW, Neuer Emsbote, Nr. 263: Montag, 11. November 1918)
„Die Waffenstillstandsbedingungen“. Detailansicht der Titelseite des Neuen Emsboten vom 11. November 1918 mit der Meldung über die Waffenstill-standsbedingungen. (KAW, Neuer Emsbote, Nr. 263: Montag, 11. November 1918)

Unterstützung nach dem Krieg

"Bittschreiben eines Kriegsinvaliden". Schreiben des Kriegsinvaliden Bernhard Günnewig aus Neubeckum an den Landrat in Beckum mit der Bitte um Zuweisung von Winterkleidung. (9. Januar 1920; KAW, Amt Neubeckum A Nr. 207)

Trotz größter Bedürftigkeit bin ich bisher bei der Verteilung der Reichsbekleidungsstelle unberücksichtigt geblieben.

Ich selbst bin Invalide und beziehe als solcher nur eine Rente von 50 Reichsmark monatlich. Ein Sohn, der meine beste Stütze darstellte, ist gefallen. Während des Krieges war auch ich trotz meiner Krankheit einberufen und bin seit Dezember letzten Jahres bettlägerig.

Von den wenigen Mitteln ist es mir unmöglich, leben zu können, insbesondere da ich noch außer mir 6 Personen, darunter 4 Kinder unter 14 Jahren, zu versorgen habe.

Ich bitte Sie um die Zuweisung von Winterkleidung, die ich für meine Familie unbedingt benötige, zu veranlassen.“


 

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