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Ein mobiles Blockheizkraftwerk beheizt die Schwimmbäder / Stadt Oelde setzt bei ihren Gebäuden auf Nachhaltigkeit

„Vielseitig – ideenreich – echt“, das ist der Slogan der Stadt Oelde. Vielseitig, ideenreich und echt ist auch das Mitwirken der Kommune bei der Energiewende. Vielseitig, wie die zahlreichen Sanierungen öffentlicher Gebäude. Ideenreich, wie die Umsetzung eines mobilen Blockheizkraftwerks für das Frei- und Hallenbad. Echt, wie das Engagement im Klimaschutz.

 

Die Lambertus-Grundschule in Stromberg wurde 1969 gegründet, fast genauso alt war die Gasheizung der Schule. 2008 wurde von der Stadt Oelde dann der Entschluss gefasst, eine neue, moderne und nachhaltige Holzpelletheizung einzubauen. Für die Spitzenlast der Heizung wird weiterhin Gas benutzt, allerdings ist diese Maßnahme nur die Ausnahme. Im Sommer werden der Gaskessel und die Pelletheizung sogar komplett abgeschaltet. In dieser Zeit wird das Warmwasser für die Sanitäranlagen über eine Solarthermieanlage auf der Turnhalle bereitgestellt. Der Entschluss für eine Pelletheizung hat sich nicht nur ökologisch gelohnt, sondern auch wirtschaftlich: Durch zielgerichtete Nutzung spart  die Schule mittlerweile mehr als ein Drittel der Energie im Vergleich zur Gasheizung und somit auch Heizkosten.

 

Auf die Idee der Nutzung von Pellets kam man, da bereits die Von-Ketteler-Schule in Lette mit dieser Heizung ihre Klassenräume aufgewärmt hat. „Zu dem Zeitpunkt der Sanierung waren die Pellets günstiger als Gas und Öl, mittlerweile sind die Preise allerdings auf einem Niveau. Aber die Holzpellets aus regionaler Herstellung fördern die kommunale Wirtschaft und schonen das Klima. Außerdem ist man mit einer Pelletheizung unabhängig von den wechselhaften Öl- und Gaspreisen“, so Klimaschutzmanagerin Stefanie Gröne. „Generell haben sich Holzpelletheizungen in unseren Gebäuden bewährt.“

 

In der Turnhalle der Grundschule setzt man zum Heizen auf eine Deckenstrahlheizung. Diese ist vergleichbar mit einer Fußbodenheizung, nur an der Decke und wird über die Pelletheizung versorgt. Über die Deckenstrahlheizung wird die Halle nun gleichmäßig und ohne Luftumwälzung erwärmt, da die abgestrahlte Energie direkt die Oberflächen erwärmt. Dadurch ist auch der Energieverbrauch geringer. Bei anderen Schulen wurde diese Heizmethode ebenfalls angewandt, oftmals wurde im Zuge der Sanierung dann auch die Beleuchtung erneuert.

 

Ein Teil der Dachflächen des Schulgebäudes wird zurzeit an einen privaten Investor vermietet, der dort eine Photovoltaikanlage betreibt.

Eine ebenso kreative Lösung ist das mobile Blockheizkraftwerk für die Frei- und Hallenbäder der Stadt Oelde. Ein Blockheizkraftwerk (kurz BHKW) dient zur gleichzeitigen Gewinnung von Strom und Wärme. Ein Verbrennungsmotor treibt einen Generator für die Stromerzeugung an, wodurch Wärme entsteht, die daraufhin durch einen Wärmetauscher genutzt werden kann. Die Anlage steht auf einem Anhänger und kann deswegen an mehreren Standorten genutzt werden. Der große Vorteil der Anlage ist, dass im Sommer das Freibad und im Winter das Hallenbad geheizt werden können, also zwei Fliegen mit einer Klappe.  Als Vorbild nahm man sich hierbei die Stadtwerke Herford, welche ebenfalls ein mobiles BHKW besitzen mit dem sie im Sommer das Freibad und im Winter eine Gesamtschule mit Wärme versorgen.

 

Die alten Heizungsanlagen waren nicht mehr zuverlässig. Deshalb benutzte man im Freibad zwischenzeitlich Wärmepumpen, bei denen man abhängig von der Natur war. So kam es oft zu Schwankungen der Wassertemperatur, weil der Axtbach oft nicht genügend Wasser hatte, um die Pumpe zu versorgen. Durch das BHKW ist es jetzt einfacher die Temperatur gleichmäßig zu halten. Die Effizienz des Blockheizkraftwerks ist auch nicht zu unterschätzen, es wird so gut wie keine elektrische oder Wärmeenergie verschwendet.

 

Das BHKW läuft fast das ganze Jahr lang durch. „Außer wenn den Umzug von einem Bad zum anderen stattfindet, ist ein Anlagenstillstand von ein bis zwei Tagen eingeplant. Natürlich muss es mal, wie jede andere Anlage auch, gewartet oder repariert werden“, sagte Stefanie Gröne. „Damit ein BHKW am wirkungsvollsten ist, sollte es im besten Falle komplette 365 Tage im Jahr laufen. Ab 5500 Stunden, also ungefähr 230 Tagen, lohnt es sich überhaupt erst. Dadurch, dass wir es in beiden Schwimmbädern einsetzen können und somit das ganze Jahr benutzen können, ist es äußerst effektiv und auch kostengünstiger als eine Wärmepumpe“. In einer Freibadsaison sorgt das BHKW für eine Ersparnis von 8.000 Euro.

 

Diese Maßnahmen tragen dazu bei, dass die Stadt Oelde ihr Ziel erreichen kann, bis 2020 insgesamt 273.000 Tonnen CO2 einzusparen. Alleine durch das mobile BHKW kann der Ausstoß des Treibhausgases von jährlich 100 Tonnen  vermieden werden und ist zusammen mit der Umstellung von konventionellen Brennstoffen  auf Pellets ein weiterer Schritt in eine nachhaltige Zukunft. Im Bereich Klimaschutz ist die Stadt Oelde also wirklich vielseitig, ideenreich und echt.


 

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