Springe zum Inhalt Springe zur Suche Springe zur Startseite

Die Jugend auf dem Weg in den Krieg

„Ministerieller Erlaß zur Bildung von Jugendwehren“. (16. August 1914; KAW, Altkreis Warendorf – Landratsamt B Nr. 1014)

Bereits im Kaiserreich, spätestens aber kurz nach Kriegsausbruch wurden erste Jugendwehren zur Wehrertüchtigung schulpflichtiger Jungen gegründet.

Sie dienten der Vorbereitung auf den Dienst an der Front. Die Ausbildung der Jugendlichen leiteten Polizeibeamte, Reservisten und ehemalige oder invalide Soldaten.

Die Einweisung für die jungen Rekruten erfolgte sowohl in der Theorie als auch in der Praxis. Diese wurde in Geländespielen erprobt, bei denen der Stellungskrieg in den Schützengräben nachgestellt wurde.

Am 5. Dezember 1914 forderte in der Zeitung „Die Glocke“ eine Stimme aus Liesborn:

 

„Je länger … [der Krieg] dauert, desto stärker muß selbst­verständlich die wehrfähige Bevölkerung zum Heeresdienst herangezogen werden. Es ist eine patriotische Pflicht für jede Gemeinde, die jungen Leute im Alter von 17 bis 19 Jahren auf den Militärdienst vorzubereiten so gut es geht.“

 

Ein nicht zu unterschätzender Vorteil, von dem die Angehörigen der Jugendwehren profitierten, war ihre Ausstattung mit einer Uniform – trotz der massiven Engpässe bei der Versorgung mit Textilien.

Auf die „Kriegsspiele“ bei der Jungendwehr folgte für viele junge Männer aus dem heutigen Kreis Warendorf der Kriegsalltag mit all seinen Schrecken.

"Nachweisung über die im Kreise Warendorf vorhandenen Jugendkompagnien und deren Gesamtstärke". Im Kreis Warendorf waren im November 1916 in den Jugendwehren in Warendorf, Hoetmar und Ostbevern 224 Jugendliche organisiert. (KAW, Altkreis Warendorf – Landratsamt B Nr. 1015)
Der Text des Soldatenliedes ermutigt die jungen Männer, mit Gottes Hilfe und der Gemeinschaft des Vaterlandes in den Kampf gegen die Feinde des Reiches zu ziehen (ca. 1914). (KAW, Altkreis Warendorf – Landratsamt B Nr. 1014)
„Geräte für die Jugendwehr“. In den Jugendwehren wurde der Umgang mit Gewehren und Handgranaten in Theorie und Praxis sowie das Marschieren eingeübt. (KAW, Altkreis Warendorf – Landratsamt B Nr. 1016)

Ausbildung

"Portrait des fünfjährigen Carl Max Kaufmann von 1915". Reproduktion einer historischen Fotografie. (privat)
„Die Eiserne Jugend“. Diese Zeitschrift war eine wöchentlich erscheinende Zeitung für die Jugendkompagnien im Deutschen Reich. Neben Bekanntmachungen und Berichten über Verbandsaktivitäten, enthielt die Zeitschrift Anleitungen für Geländespiele sowie Bilder von Übungen anderer Jugendwehren. (Juli 1915; KAW, Stadt Oelde B Nr. 809)
„Allgemeine Anweisungen für die Wurfübungen mit Handgranaten“. (KAW, Altkreis Warendorf – Landratsamt B Nr. 1015)

Jugendwehren aus dem Kreis Warendorf

Die Rekruten der Freckenhorster Jugendwehr des Jahrgangs 1899 im Jahr 1917 kurz vor ihrer Abreise an die Front. (v.l.n.r.: B. Schmiehausen, H. Niggemann, J. Siekmann, B. Nienberg; Sammlung Klaus Gruhn, Freckenhorst)
"Warendorfer Jugendwehr". Drei Rekruten der Warendorfer Jugendwehr im Jahr 1917. Ganz recht Ferdinand Baggeroer. (KAW, Bildarchiv der Altstadtfreunde 14.01.-51)
"Freckenhorster Jugendwehr". Antreten der Freckenhorster Jugendwehr vor der Gastwirtschaft Th. Lütkehaus im Jahr 1915. (Sammlung Klaus Gruhn, Freckenhorst)
"Jugendwehr in Wadersloh". Antreten der Wadersloher Jugendwehr, um 1915, unter der Führung des Dorfgendarmen Schneider (?), ganz links im Bild. (privat)