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Feldpost

"Nun wollen wir sie verdreschen!". (ohne Datum; im Original ca. 9 x 13 cm; KAW, Dep. 106 Kolpingfamilie Warendorf)
Gruppenfoto der Rekruten des 2. Oberrheinischen Infanterie-Regiments Nr. 99 im November 1915 in Zabern (Elsaß). (17.11.1915; im Original ca. 9 x 13 cm; KAW, Dep. 106 Kolpingfamilie Warendorf)

Nachrichten von der Front – und seien sie auch noch so knapp – waren für die um ihre Söhne und Väter bangenden Familien im Kreis Warendorf von größter Bedeutung.

Die Feldpost bewirkte eine moralische Stabilisierung der Soldaten und der von ihnen getrennt lebenden Ehefrauen und Verwandten, insbesondere vor emotionsgeladenen Feiertagen wie dem Weihnachtsfest.

Feldpostbriefe sind heute die umfangreichste Quelle von Selbstzeugnissen aus dem 1. Weltkrieg. Aufgrund des portofreien Feldpostverkehrs zwischen Heimat und Front wurden während des Krieges ungefähr 28,7 Milliarden Sendungen aller Art verschickt.

Die Briefe sind heute individuelle und spannende Zeugnisse des Lebens und Leidens im 1. Weltkrieg: Die Karten zeigen Karikaturen, Frauen und Kinder in Uniform, Bilder mit Soldaten und idyllisch anmutende Ansichten von Orten in der Nähe der Front.

Von der grausamen Realität des Krieges wird selten gesprochen, vermutlich um die Angehörigen nicht zu beunruhigen oder der Feldpostzensur zu entgehen. Viele Karten sollten Soldaten und Angehörigen Mut machen.

Im Laufe des Krieges gelang es manchen Soldaten, von einzelnen Frontszenen Fotos anzufertigen: So konnten die Frontsoldaten ihren Angehörigen ihr Alltagsleben zeigen – Unterkünfte, Mahlzeiten oder Freizeit im Schützengraben. Die flankierenden Texte „So sehe ich jetzt aus!“ oder „So zerstört ist hier alles“, gewähren dann Einblicke in diesen Krieg.

Bei aller Zurückhaltung – zwischen den Zeilen ist oft Sorge, Angst und Friedenssehnsucht zu lesen und zu spüren.

"Liebespostkarte". Ein Soldat verabschiedet sich von seiner Partnerin. Mit der Karte grüßen drei Warendorfer Kolpingbrüder, die sich zufällig in Lothringen getroffen haben, den Katholischen Gesellenverein in Warendorf. (17.05.1915 im Original ca. 9 x 13 cm; KAW, Dep. 106 Kolpingfamilie Warendorf)
"Eine kritische Toilette". Die Karte zeigt Soldaten beim Entlausen ihrer Kleidung an der Front. Die Absicht dieser inszenierten Szene ist nicht bekannt. Vermutlich diente sie der Ironisierung der katastrophalen hygienischen Situation an der Front und damit indirekt auch der Beruhigung der Angehörigen zu Hause. (10.01.1916 im Original ca. 9 x 13 cm; KAW, Dep. 106 Kolpingfamilie Warendorf)
"Weihnachten 1915 an der Ostfront". An der Front hatten die Soldaten kaum Gelegenheit, Bildpostkarten zu erwerben. Üblich waren bildlose Postkarten, die hier von Hermann Mauve aus Warendorf als Weihnachtsgruß an den Katholischen Gesellenverein in Warendorf beschrieben worden ist. (12.12.1915; im Original ca. 9 x 13 cm; KAW, Dep. 106 Kolpingfamilie Warendorf)
„Frohe Ostern“ Ein Gruß zum Osterfest 1915 an Carl Nuphaus, der auf einer Weihnachtskarte des Jahres 1914 verfasst wurde. (KAW, Dep. Nuphaus)