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Barrieren auch in den Köpfen abbauen

Ihre Arbeit haben fünf verschiedene Planungsgruppen zum Thema Inklusion aufgenommen. Die Zwischenergebnisse der Gruppe "Erziehung und Bildung" präsentierten Frank Peters (Kreisjugendamt) und Aynur Kücük (Regionales Bildungsbüro) bei einem Workshop.
Frau Dr. Stüker (Kreisgesundheitsamt) und Frau Schulte-Sienbeck (Sozialplanerin) bei einem Treffen mit Bewohnerbeiräten der Einrichtungen der Eingliederungshilfe.

Wie kann die UN-Behindertenrechtskonvention im Kreis Warendorf umgesetzt werden? Bis zum Jahresende  will der Kreis diese Frage beantworten und einen Inklusionsbericht mit einem konkreten Handlungsprogramm vorlegen. "Dabei beziehen wir den Sachverstand vieler Gruppen ein", beschreibt Landrat Dr. Olaf Gericke den im vergangenen Herbst begonnen Planungsprozess.

 

Inklusion bedeutet, dass alle in allen Lebensbereichen mitmachen können – das Thema geht die gesamte Gesellschaft an. "Wir stehen vor einem gemeinsamen Kraftakt. Es geht darum, Barrieren abzubauen – und oft geht es dabei um Barrieren in den Köpfen", beschreibt der Landrat den schwierigen Prozess, der Zeit brauche. Die Umsetzung der Maßnahmen könne deshalb nur Schritt für Schritt erfolgen.

 

Fünf Planungsgruppen haben zum Jahresbeginn unter der Moderation von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kreisverwaltung ihre Arbeit aufgenommen. Sie kümmern sich um die Handlungsfelder:

  • Arbeit
  • Erziehung und Bildung
  • Gesundheit
  • Wohnen
  • Mobilität, Barrierefreiheit und Freizeit

 

Die Planungsgruppen haben die Aufgabe, bis zu den Sommerferien herauszuarbeiten, wo die Stärken und Schwächen in den jeweiligen Bereichen liegen. "Anschließend wollen wir die Ziele feststecken. Es geht nicht darum, Luftschlösser zu bauen, sondern ganz konkrete Maßnahmen zu planen. Wie wollen wir unsere Ziele erreichen? Das ist hier die entscheidende Frage", berichtet Verena Schulte-Sienbeck, Sozialplanerin beim Kreis.

 

Die Ergebnisse werden anschließend in einem Inklusionsbericht zusammengefasst, der noch in diesem Jahr vom Kreistag verabschiedet werden soll. Die Besetzung der Planungsgruppen wurde mit dem Behindertenbeirat des Kreises Warendorf abgestimmt. Besonders Wert gelegt wurde dabei auf die Beteiligung von Menschen mit Behinderungen. Verschiedene Selbsthilfegruppen, Vertreter aus Einrichtungen der Eingliederungshilfe sowie Elternvertreter wirken mit. Vertreten sind darüber hinaus wichtige Institutionen der jeweiligen Handlungsfelder, Vereine und Verbände sowie Vertreterinnen und Vertreter der Städte und Gemeinden.

 

Die Leiterinnen und Leiter der Planungsgruppen machen sich auch auf den Weg und besuchen verschiedene Gruppen. So hat zum Beispiel ein Gespräch mit Schülervertretern einer Förderschule stattgefunden. "Oder wir haben mit Mitgliedern des Blinden- und Sehbehindertenvereins und der Selbsthilfegruppe für Menschen mit Hörschädigung ein Gespräch über alltägliche Schwierigkeiten im Bereich der persönlichen Mobilität und der Freizeitgestaltung geführt", beschreibt Verena Schulte-Sienbeck die Arbeit. Darüber hat eine kleine Fragebogenaktion bei den Bewohnerbeiräten in den Einrichtungen der Eingliederungshilfe stattgefunden, die zur Vorbereitung einer gemeinsamen Diskussion diente. Alle Anregungen fließen in die Arbeit der Planungsgruppen ein.

 

Dass es der Kreis mit dem Thema Barrierefreiheit auch selbst ernst nimmt, zeigt sich in einer Maßnahme, die aktuell vorbereitet wird. Eine Gruppe von Menschen mit Behinderungen wird gemeinsam mit Verantwortlichen der Kreisverwaltung alle Gebäude auf Herz und Nieren prüfen. Dabei geht es nicht nur um die Frage, ob alle Räume stufenlos erreichbar sind, sondern zum Beispiel auch darum, wie sich blinde Menschen im Gebäude orientieren können. Es gilt, sensibel dafür zu werden, wo Hürden bestehen, auch wenn sicherlich nicht alle von heute auf morgen beseitigt werden können.

 

Für Fragen und Anregungen zum Inklusionsbericht des Kreises steht Sozialplanerin Verena Schulte-Sienbeck, Tel. 0 25 81/53 50 02, zur Verfügung.