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Die Wappen im Kreis Warendorf

Wappen im Kreis Warendorf

Der Kreis Warendorf und seine Städte und Gemeinden führen Wappen als Hoheitszeichen. Wurden früher die Wappen durch die jeweiligen Herrscher verliehen, genehmigt sie heute der Regierungspräsident.

Der Ursprung der Wappen geht bis in das frühe Mittelalter zurück. Sie dienten den Herrführern und Rittern als Kennzeichnung, wenn diese im Kampf und beim Turnier in ihrer eisernen Rüstung und mit geschlossenem Visier auftraten. Das Wort selbst leitet sich ab vom niederdeutschen Wort "wapen", das heißt, sich eine Rüstung anlegen, sich wappnen. Das Wappen war zunächst Zeichen einer Person, bald wurde es zum Abzeichen einer bestimmten Familie. Auf Schild und Gewand, dann auch auf anderen Gebrauchsgegenständen angebracht, bezeugte es den Namen und den Besitz eines bestimmten Geschlechts. Die ursprünglich einfachen Kennzeichnungen wurden im Verlauf der Jahrhunderte immer mehr verfeinert.

Städte und Gemeindewappen gibt es seit dem 14. Jahrhundert.

Sie haben vielfach besonderen Charakter und sind oft aus noch älteren, nicht wappenmäßig gehaltenen Siegeln entwickelt (Ahlen, Warendorf). Häufig erscheint der Patron der Pfarrkirche oder sein Attribut (Sendenhorst), dann auch als Charakteristikum der befestigten Stadt eine Stadtmauer oder ein Torturm (Warendorf). Meist sind es sogenannte redende Wappen, die den Ortsnamen, sehr häufig in mißverstandener Deutung, in Beziehung zu einem Gegenstand bringen (Ahlen = Aal, Beckum = Bäche, Everswinkel = Eber, Ostbevern = Biber, Telgte = Telge = Eiche). Die jüngsten Wappen übernehmen vielfach Teile von Wappen ehemaliger Grundherren (Beelen, Wadersloh) oder Teile von Gerichtssiegeln (Drensteinfurt).

Die Stadt Warendorf scheint das älteste Wappen zu führen, das aus dem alten Stadtsiegel von 1355 entwickelt wurde. Nur wenig jünger ist das Ahlener Wappen, dessen Aal erstmals um 1500 als selbständige Wappenfigur erscheint. Genauer zu datieren ist das Wappen der Stadt Beckum, das erstmals 1580 auf dem Gogerichtssiegel und 1585 auf den von der Stadt geprägten Kupfermünzen abgebildet ist. Auch das Telgter Wappenzeichen erscheint bereits früh (1255) auf den Stadtsiegeln, ebenso der hl. Martin der Stadt Sendenhorst (seit 1359 nachweisbar). Alle anderen Wappen sind jünger, die meisten sind erst vor wenigen Jahren entworfen und angenommen worden.

Warendorf, Januar 1997