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„Das passt für beide Seiten sehr gut“ / Katharina Becker arbeitet gerne im Hotel / Jobcenter vermittelte

Wenn Katharina Becker früh am Morgen mit dem Rad ins Hotel bei Kliewe im Westfälischen Hof nach Beckum fährt, dann ist das für sie ein liebgewonnenes Ritual. „Denn ich freue mich jeden Morgen auf die Arbeit“, sagt die kleine Frau. Bei Wind und Wetter legt sie die fünf Kilometer von Neubeckum aus zurück und tritt ihren Dienst im Housekeeping in dem Haus mit 20 Zimmern an. Betten machen, Staubsaugen, kurz: die Hotelzimmer aufräumen und reinigen. Das sind ihre Aufgaben, die sie mit viel Elan anpackt.


Katharina Becker ist nicht nur klein. Mit 1,35 Meter gilt sie als kleinwüchsig und ist schwerbehindert. Das Jobcenter Kreis Warendorf konnte sie nach einer erfolgreichen Maßnahme bei Thomas Kliewe mit einem Eingliederungszuschuss zum Westfälischen Hof vermitteln. Seit Mai dieses Jahres arbeitet sie dort halbtags. „Nach dem Probearbeiten waren meine Frau und ich sofort von Frau Becker überzeugt. Es passte einfach sehr gut“, berichtet Thomas Kliewe, Inhaber des Hotels und Restaurants. „Von der Leistung und von der Geschwindigkeit her gibt es bei ihrer Arbeit keinen Unterschied zu den anderen 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“, so Kliewe.


Bei der Kreishandwerkerschaft in Beckum hatte Katharina Becker eine Ausbildung zur Hauswirtschafterin abgeschlossen. Da sie alleinerziehend ist, waren die möglichen Arbeitszeiten für sie stark eingeschränkt. „7.30 bis 12.30 Uhr – das passt für beide Seiten sehr gut“, sagt Thomas Kliewe. Auch Einsätze am Wochenende gehören natürlich regelmäßig dazu.  


Im Housekeeping des Westfälischen Hofs fallen der zweifachen Mutter die meisten Aufgaben nicht schwer. Da sie nicht alleine „auf der Etage“ arbeitet, kann sie sich die Arbeit mit einer Kollegin aufteilen und muss zum Beispiel keine Fenster oder hohe Duschglaswände putzen.


Achondroplasie – so heißt die erblich bedingte seltene Krankheit, von der auch ihre beiden Kinder (neun und zwölf Jahre) betroffen sind. Der Alltag lässt sich mit verschiedenen Hilfsmitteln gut bewältigen. „Ein normales Auto könnte ich jedoch nicht fahren“, berichtet die 38-Jährige, die vor über 20 Jahren als Spätaussiedlerin aus Kasachstan nach Deutschland kam.


Jobcenter-Mitarbeiter Christian Brodrück freut sich über die erfolgreiche Vermittlung: „Es ist toll, dass sich Frau Becker diese nicht einfache Arbeit zugetraut hat“, sagt er. Und Katharina Becker hat den Schritt nicht bereut. „Die Arbeit und die familiäre Atmosphäre im Betrieb gefallen mir sehr gut“, sagt die Mitarbeiterin, bevor sie ins nächste Hotelzimmer geht, um für die Gäste alles herzurichten.

 

 


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