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XVII. Abfallentsorgung, Naturschutz und ÖPNV

In den 1980er Jahren wandelte sich die Einstellung der Bevölkerung von der gedankenlosen Abfallentsorgung hin zu einem verantwortlichen Umgang. Entsprechend ist das Thema der Abfallentsorgung in den 1980er und 1990er Jahren eines der beherrschenden Themen der Kommunalpolitik.

 

1981 werden die Mülldeponien in Beckum und Neubeckum in einer zentralen Deponie in Ennigerloh konzentriert. Das im Juni 1989 verabschiedete neue Abfallwirtschaftskonzept des Kreises sieht die konsequente Müllvermeidung vor. Abfälle sind fortan nicht mehr nur zu entsorgen, sondern zu sammeln und materialspezifisch zu verwerten. Zur Umsetzung des Konzeptes wird 1992 die Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises (AWG) gegründet, die seit den Folgejahren intensiv mit den Abfallwirtschaftsgesellschaften in den Kreisen Soest, Gütersloh und Borken kooperiert.

 

Seit den 1990er Jahren treten regenerative Formen von Energie im Kreisgebiet auf den Plan: So entwickelt sich die Windenergie trotz bürgerschaftlicher Proteste neben den Biogasanlagen im Kreis zur wichtigsten Form der alternativen Energiegewinnung.

 

Mehr denn je gewann der Natur- und Umweltschutz in den 1990er Jahren in der breiten Öffentlichkeit an Akzeptanz. Der verstärkte Einsatz für den Schutz, die Pflege und die Entwicklung der Natur im Kreisgebiet steigert zudem die Attraktivität des Kreises als touristisches Ziel.

 

Seit Mai 2000 verbindet das Kreiskulturlandschaftsprogramm die Belange des Naturschutzes und die Interessen der Anlieger, indem nicht nur kostenverursachende Forderungen gestellt, sondern auch Fördergelder für Maßnahmen bereitgestellt werden.

 

 

Emsauenschutzprogramm und Renaturierung

Emsaue [XVII/1; Kreis Warendorf, Amt für Planung und Naturschutz]

Im Mai 1992 wird in Warendorf das Emsauenschutzprogramm des Landes NRW vorgestellt. In den folgenden Jahren wurden die Flussufer naturnah umgestaltet und die Uferstreifen ausgeweitet. Zudem wurde an vielen Stellen der alte Flussverlauf wiederhergestellt und die Regulierung zurück gebaut, so dass sich im Sinne des Hochwasserschutzes auch die Fließgeschwindigkeit der Ems reduzierte.

Naturschutzgebiete im Kreis

[Verwaltungsbericht 1999-2004, S. 166]

Unaufhaltsam steigen die Zahl und die Flächen der Naturschutzgebiete insbesondere in den 1990er Jahren. 2004 sind rund 4 % der gesamten Kreisfläche Naturschutzgebiete.

Windkraftanlagen

Windrad [XVII/3; Kreis Warendorf, Pressestelle]

In Vellern wird im Juni 1996 ein Windpark eingeweiht. Zwischen 1994 und 1999 wurde im Kreisgebiet der Bau von 17 Anlagen genehmigt. Allerdings wächst in der Bevölkerung auch der Widerstand gegen den Bau von Windkrafträdern und es bilden sich Bürgerinitiativen.

Einweihung des Kompostwerks in Ennigerloh

Kompostwerk in Ennigerloh [XVII/4; WN 20.08.1994]

Die Kreiszentraldeponie in Ennigerloh wird von der AWG zu einem modernen und leistungsfähigen Entsorgungsbetrieb ausgebaut. Im Juli 1994 wird der Recyclinghof auf dem Gelände des Entsorgungszentrums in Ennigerloh in Betrieb genommen. Einige Wochen später erfolgt die offizielle Einweihung des Kompostwerks durch den Regierungspräsidenten Erwin Schleberger,

Landrat Franz-Josef Harbaum und

Oberkreisdirektor Dr.Wolfgang Kirsch. 

Busse & Bahnen im Kreis Warendorf

[Verwaltungsbericht 1994-1999, S. 181]

Für die Akzeptanz von Bussen und Bahnen in der Bevölkerung ist im ländlichen Raum eine hohe Taktfrequenz, ein niedriger Preis sowie eine gute Erreichbarkeit entscheidend. Seit 1992 verkehren zwischen Ahlen und Münster Nachtbusse, die aufgrund der großen Auslastung auch bald zwischen anderen Kommunen im Kreisgebiet und Münster verkehren. Herzstück des Busnetzes im Kreis sind die SchnellBus-Linien Freckenhorst-Everswinkel-Münster (seit Oktober 1995) und Beckum-Neubeckum-Sendenhorst-Münster (seit Oktober 1998).

„Der Warendorfer“

(v.l.n.r.): Oberkreisdirektor Dr. Wolfgang Kirsch, Dezernent Friedrich Gnerlich, Michael Geuckler (Schienenverbund Münsterland GmbH), Bernd Küppers (Zweckverband SPNV Münsterland), Heinz-Jürgen Müller (Umweltamt Kreis Warendorf) und Gerd Hake (Deutsche Bahn-AG) [XVII/6; Kreis Warendorf, Medienzentrum]

Die Einführung des Integralen Taktfahrplans NRW im Mai 1998 brachte dem Kreis 68 zusätzliche Züge pro Woche. Der Nahverkehrszug, der auf der Strecke Münster-Warendorf-Bielefeld verkehrt, erhält im Mai 1998 den Beinamen „Der Warendorfer“ und fährt nunmehr im Stundentakt. Ein großes Problem stellte im Folgenden der schlechte bauliche Zustand der Strecke und der Bahnhöfe dar. Den neuen Fahrplan für den Kreis Warendorf stellten Kreis und Deutsche Bahn auf dem Bahnhof in Telgte vor.

Einführung der Biotonne

[XVII/7; Meilensteine für eine saubere Zukunft, S. 4]

Am 1. Juli 1994 wird die Biotonne im Kreis Warendorf eingeführt. Die ersten Leerungen erfolgten in Sassenberg und Beckum.

 

Die Biotonne ist eine weitere Etappe auf dem Weg der konsequenten Mülltrennung.

 

Mit Beginn des Jahres 1993 wurde bereits das Duale System im Kreis eingeführt: Im Kern geht es um die die Trennung von Verpackungsmaterialen mit dem „Grünen Punkt“ (in einer Sammlung in so genannten gelben Säcken oder Tonnen) und dem Restmüll.


 

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