Springe zum Inhalt Springe zur Suche Springe zur Startseite

Wie aus Fremden Freunde werden

Mit Ausschnitten aus dem Musical "Rotasia" zeigte die Theatergruppe Moskitos, wie aus Fremden Freunde werden.
Volles Haus in der Ambrosius-Schule: Mit etwa 120 Teilnehmern war das Integrationsforum in Ostbevern gut besucht.
Kreisdirektor Dr. Heinz Börger und Bürgermeister Joachim Schindler (r.) stellten sich zu Beginn den Fragen von Moderatorin Simone Reher.
In Gesprächskreisen gaben Bürger zahlreiche Anregungen, die in den Integrationsbericht des Kreises einfließen.
Schüler der sechsten Klassen der Verbundschule präsentierten Sketche beim Integrationsforum in der Ambrosius-Grundschule.
Die Bauchtanz-Vorführung der Tanzgruppe von Nalan Solak sorgte für Stimmung und animierte zum Mitmachen.
Die Teenie-Band der Christlichen Gemeinde spielte moderne Musikstücke mit biblischen Texten.
Kinder konnten basteln, spielen oder sich in der Schulbibliothek vorlesen lassen.

Integrationsforum in Ostbevern gut besucht

 

"Bei uns an der Schule gibt es Kinder mit sechs verschiedenen Religionszugehörigkeiten", machte Schulleiter Hermann Rottmann deutlich, dass auch in Ostbevern nicht nur der christliche Glaube eine Rolle spielt. Der Rektor der Ambrosius-Grundschule begrüßte als Gastgeber des Integrationsforums, das unter dem Motto „Wir in Ostbevern - Vielfalt macht stark“ stand, 120 Teilnehmer in der Schule. Der Kreis Warendorf und die Gemeinde Ostbevern hatten mit Unterstützung des ausländisch-deutschen Freundeskreises, des Familienzentrums, der Schulen sowie der OGS und des Jugendwerks und durch ehrenamtliche Helfer die Veranstaltung organisiert.     

 

„Wir möchten bei den Integrationsforen in den 13 Städten und Gemeinden mit den Zuwanderern, aber auch mit allen anderen ins Gespräch kommen“, erklärte Kreisdirektor Dr. Heinz Börger im Eröffnungsinterview, bei dem Moderatorin Simone Reher auch Bürgermeister Joachim Schindler befragte. Der schilderte die Situation in Ostbevern mit seinen knapp 11.000 Einwohnern. Gut 300 Bürger mit ausländischen Staatsbürgerschaften leben dort. Zudem waren etwa 700 Aussiedler vor allem in den 90er Jahren nach Ostbevern gekommen.

 

Inhaltliches Kernstück der Veranstaltung waren Gesprächskreise, in denen  Bürger mit und ohne Zuwanderungshintergrund Probleme ansprachen und Anregungen gaben. Mitarbeiter der Kreis- und Gemeindeverwaltung notierten die wichtigsten Ergebnisse. Sprachförderung nicht nur für Kinder und die Anerkennung von ausländischen Bildungsabschlüssen waren wichtige Punkte, die angesprochen wurden. Doch insgesamt stellte sich heraus, dass es nur wenige Probleme in Ostbevern gibt. Ein Garant dafür seien die vielen persönlichen Kontakte zwischen Menschen aus unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen, die mittlerweile entstanden seien – auch dank des ausländisch-deutschen Freundeskreises und vieler anderer Vereine. "Bei zahlreichen guten Gesprächen ist deutlich geworden, dass Integration nur durch gegenseitige Akzeptanz möglich ist", sagte Verena Schulte-Sienbeck. Die Soziaplanerin des Kreises ist für das Integrationsprojekt verantwortlich.

 

Ein zufriedenes Fazit des Integrationsforums zog auch Bürgermeister Joachim Schindler: „Dieser gemeinsame Nachmittag hat einen weiteren Beitrag dazu geleistet, dass sich Zuwanderer bei uns zu Hause fühlen können und der Integrationsprozess in Ostbevern durch neue Anregungen vorangetrieben wird.“


Neben den Gesprächskreisen gab es Kuchen und andere Leckereien, die der ausländisch-deutsche Freundeskreises mitgebracht hatte. Ein Rahmenprogramm sorgte für Abwechslung. So zeigte die Kindertheatergruppe „Moskitos“ Ausschnitte aus dem Musical "Rotasia". Darin wurden aus Fremden Freunde. Zum Lachen brachten die Schüler der 6. Klassen der Verbundschule das Publikum mit Sketchen. Die Teenie-Band der Christlichen Gemeinde spielte moderne Musikstücke mit religiösen Texten. Die bunt gemischte Tanzgruppe von Nalan Solak begeisterte als Beispiel für gelebte Integration und animierte beim Bauchtanz sogar einige Zuschauerinnen zum schwungvollen Mittanzen. Während des Programms und der Gesprächsrunden konnten Kinder basteln, spielen und singen. Zudem gab es Vorleseangebote in mehreren Sprachen.

 

Die Anregungen aus den Integrationsforen in den 13 Kommunen werden in den Integrationsbericht aufgenommen. Den erstellt der Kreis Warendorf als erster Münsterland-Kreis mit Hilfe der Bürgerinnen und Bürger sowie der Städte und Gemeinden bis 2010. Der Bericht soll die Situation von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte beschreiben, den Stand der Integration schildern sowie ein Handlungsprogramm enthalten. Erste Maßnahmen hat der Kreis bereits während der Planungsphase auf den Weg gebracht. Da immer mehr Kinder zu Hause nicht hauptsächlich deutsch sprechen, besteht großer Handlungsbedarf im Bereich der Sprache. Deshalb hat der Kreis das Projekt FIT (Frühkindliches Inte­grationstraining) entwickelt und wird ab 2010 mit Unterstützung der Stiftung Mercator Förderunterricht für Migranten an weiterführenden Schulen anbieten können.

 


 

#17422