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Ausstellung „Ein Weg mit Hindernissen - Die Entwicklung der Demokratie im Kreis Warendorf“ nun online einsehbar

Ich wähle nicht, aber ich meckere! – Das ist falsch. Ich wähle. Max Klug, freier Staatsbürger.“
Plakat der Bundeszentrale für Heimatdienst, 1952/53 (KAW, S 9, Nr. 1264)

Die Demokratie ist heute für die meisten Deutschen eine Selbstverständlichkeit – immerhin ist unser Gemeinwesen seit fast 70 Jahren demokratisch verfasst.

Dass das Streben nach Demokratie und Freiheit in Deutschland lange unterdrückt wurde und erst seit 1945 auf festen Füßen steht, zeigte die Ausstellung „Ein Weg mit Hindernissen - Die Entwicklung der Demokratie im Kreis Warendorf“, welche anlässlich des „Tag der Archive“ 2018 erstellt wurde.

 

Diese Ausstellung ist nun online einsehbar.

 

Demokratie bedeutet im wörtlichen Sinne Herrschaft des Volkes. Konkret heißt dies: die Legitimation der Herrschenden ergibt sich ausschließlich aus der Zustimmung der Bevölkerung. Wahlen sind so ein Nonplusultra der Demokratie.

Neben diesem Grundkriterium werden sich die meisten von uns auf weitere, grundsätzliche Elemente von Demokratie einigen können: die Achtung der Würde des Menschen, Rechtsstaatlichkeit und die staatliche Garantie vieler anderer Grundrechte. Außerdem gehört ein Pluralismus von Meinungen, Lebensentwürfen und gesellschaftlichen Organisationsformen im weiteren Sinne zur Demokratie.

Welches bemerkenswerte Privileg es ist, in einem Land zu leben, in dem all diese Grundsätze verwirklicht sind, zeigt ein Blick auf den Rest der Welt. Nur etwa die Hälfte aller Staaten sind tatsächlich Demokratien.

 

Zugleich bieten uns über 200 Jahre deutscher Geschichte, die auch auf lokaler Ebene nachzuvollziehen ist, einen Einblick in das Streben vieler Menschen nach Demokratie. Dieses Streben ist nicht selten mit großen persönlichen Nachteilen oder sogar dem Verlust des eigenen Lebens verbunden gewesen – auch im heutigen Kreis Warendorf.

 

Dass der Weg zur Demokratie keine Einbahnstraße ist, zeigen die einschneidenden Jahre 1848 und 1933: Errungenschaften wie freie Wahlen, Meinungsfreiheit oder Versammlungsrecht wurden in kürzester Zeit und mit gewaltsamen Mitteln ausgehöhlt und aufgehoben.

Selbst etwa das gute Recht, die eigene Regierung zu kritisieren oder über sie zu „meckern“, ist also sowohl im globalen Maßstab als auch in der Gesamtschau der deutschen Geschichte eher die Ausnahme als die Regel.

 

„Diese Ausstellung zeigt anhand vieler spannender Quellen den beschwerlichen Weg von der absoluten Monarchie zur einer freiheitlichen Demokratie in Deutschland.“, so Jannik Schröder, der die Ausstellung online gestellt hat.

Archivalien aus 170 Jahren Kreisgeschichte verdeutlichen die von Hindernissen und Rückschlägen gezeichnete Entwicklung der Demokratie im östlichen Münsterland.

Viele Plakate, Wahlzettel, Zeitungsauszüge und Fotos überliefern ein authentisches Bild der demokratischen Entwicklungen im heutigen Kreisgebiet.

 

Schulen und Universitäten, Volkshochschulen und Geschichtsvereine sowie alle Interessierte können die Materialien auch gerne für eigene Veranstaltungen nutzen. Die Quellen können in der Online-Ausstellung digital genutzt werden, liegen – falls nötig – transkribiert vor und werden durch Beschreibungen inhaltlich ergänzt.


Die Online-Ausstellung ist ab sofort kostenlos über die Seite des Kreisarchivs unter dem Punkt „Kreisgeschichte Online“ einsehbar: www.kreis-warendorf.de/unsere-themen/kreisarchiv/kreisgeschichte-online/die-entwicklung-der-demokratie-im-kreis-warendorf/.

 

Kontakt:

Kreis Warendorf

Kreisarchiv

Waldenburger Str. 2, 48231 Warendorf

E-Mail: kreisarchiv@kreis-warendorf.de

Telefon: 02581/53-1040 (Dr. Knut Langewand) oder -1041 (Victoria Wegener)


 

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