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Ausleihzahlen des Medienzentrums stabil

Im Jahr 2008 wurden 12.341 Medien (inklusive Geräte, Verlängerungen und EDMOND-Medien) beim Medienzentrum des Kreises Warendorf ausgeliehen bzw. vom Landesserver in Münster herunter geladen. Rein rechnerisch macht das eine Zunahme von 827 bzw. eine Zunahme von 7,2% aus. Diese Berechnung basiert auf den realen Ausleihzahlen von 2007 und klammert den oben unter 1. beschriebenen Fehler aus. Damit bewegen sich die Verleihzahlen auf einem erfreulich hohem Niveau. Insbesondere bei abnehmenden Schüler- und Klassenzahlen im Kreis unterstreichen diese Zahlen die Bedeutung von Medien für den Schulunterricht.
Bezogen auf die Schulformen sind die drei weiterführenden Schulformen Haupt- und Realschulen sowie die Gymnasien die Hauptkunden des Medienzentrums. Die  unter "Sonstige" zusammen gefassten Kunden nehmen mit 1954 Ausleihen den vierten Platz im Ranking ein. Darunter befinden sich vor allem Ämter und Verwaltung, Vereine, Einrichtungen der Fort- und Weiterbildung und andere Kunden. Interessant beim Vergleich der Schulformen sind die Veränderungen im Leihverhalten: Zunahmen konnten nur bei den Sonstigen und den Grundschulen verzeichnet werden, während alle anderen Kunden weniger ausgeliehen haben. Insbesondere der Rückgang bei den Hauptschulen macht sich deutlich bemerkbar. Dieser Prozess verläuft parallel zum landläufig rückgängigen Trend der Hauptschulen in Bezug auf Schüleranzahl, Klassen und Schulen. Da aber auch die Realschulen und die Gymnasien rückläufige Ausleihzahlen zu verzeichnen haben, schlägt hier wahrscheinlich auch der demografische Wandel, sprich: rückläufige Schülerzahlen insgesamt, durch.
Der Anteil der Selbstabholer im Medienzentrum ist nach wie vor höher als die durch den Kurierdienst belieferten Kunden. Beide verzeichnen aber in der Summe eine Zunahme auf Kosten der Online-Medien. Der Rückgang hier ist dadurch zu erklären, dass im Jahr 2007 ein Kunde so gut wie alle online vorhandene Medien herunter geladen hat und dadurch das (vergleichende) Bild verzerrt. Zudem sind die Downloadvorgänge für 2008 nur geschätzt, so dass die Zahlen entsprechend kritisch gesehen werden müssen.

Es zeigt sich hier grundsätzlich der Vorteil, ein Medienzentrum vor Ort zu haben. Die Entscheidung für eine Ausleihe ist von der schnellen Erreichbarkeit bzw. von der gut organisierten Selbstabholung abhängig.
Betrachtet man die Zahlen geordnet nach Städten und Gemeinden fällt Warendorf mit 5.435 Ausleihen deutlich aus dem Gesamtbild heraus. Dieses unterstreicht das oben aufgeführte Phänomen, hat aber natürlich auch mit der Dichte der in Warendorf ansässigen Schulen, Ämter und Behörden zu tun. Die beiden Städte Ahlen und Beckum fallen ebenfalls auf, wenn die Anzahl der Schulen als Vergleichsbasis heran gezogen wird. Hier sind die Verleihzahlen auffallend gering im Vergleich zu Warendorf. Vielleicht lohnt sich die Überlegung einer verbesserten Belieferung für diese beiden Städte, da ein zumindest vergleichbarer Bedarf an Medien vorhanden sein müsste. Nimmt man die absoluten Veränderungen als Grundlage für diese Überlegungen, so dürften die aufgeführten Gedanken besonders für Beckum gelten, welches mit einer Abnahme von 435 Ausleihen deutlich auffällt. Die Zunahme in Warendorf sticht ebenfalls heraus, wobei hier – ohne, dass die Zahlen es auf den ersten Blick erkennen lassen – der Geräteverleih deutlich zugelegt hat.

Veränderungen können so interpretiert werden, als dass das Medienzentrum zunehmend von Ämtern und Behörden mit dem Verleih von Geräten beauftragt wird und dass durch das Ausscheiden von Einzelpersonen aus dem Schuldienst auch besonders "gute" Kunden verloren gehen, so dass dieses statistisch auffällig wird.Wird das Ausleihverhalten nach Medienart bzw. nach Datenträger differenziert betrachtet, so überragt die VHS-Kassette vor der DVD und dem 16 mm-Film. Dieses entspricht auch dem Bestand der vorgehaltenen Medien, wobei in Relation betrachtet die DVD an Interesse zunimmt und der 16 mm-Film entsprechend abnimmt. Vergleicht man die Veränderungen, so fällt der Trend zur DVD deutlich ins Auge, analog dazu nimmt das Interesse an VHS-Videofilmen und 16 mm-Filmen ab.

 

Interpretiert werden kann dieses mit der Tatsache, dass neue Medien überwiegend nur noch als DVD erhältlich sind und diese Anzahl zunehmen wird, im Verleih wie im Bestand. Lehrer werden mit ihren Medien groß und "alt". Der vertraute Umgang mit dem 16 mm-Projektor ist älteren Kollegen bekannt, der Umgang mit der DVD-Scheibe vielleicht nicht. Und umgekehrt leihen junge Lehrerinnen und Lehrer eher eine DVD aus als einen 16 mm-Film.

Das Online-Medium nimmt eine nennenswerte Stellung im Verleih ein, liegt aber im Verleih noch unterhalb des 16 mm-Films. Diese vergleichsweise neue und leider auch teure Medienart ist in der Schule noch nicht angekommen, zumindest nicht so, wie ich es mir als Medienberater wünsche. Hier wird eine der Aufgaben meiner weiteren Tätigkeit liegen, diese Art der Mediendistribution bekannter zu machen. Allerdings muss auch noch eruiert werden, wie oft einmal herunter geladene Medien im Unterricht genutzt werden. Hierzu wird es eine Befragung geben, wenn der Anteil der EDMOND-Nutzer (Elektronische Distribution von Medien on demand) eine nennenswerte Größe erreicht hat.

Die TOP-50-Hitliste der ausgeliehenen Medien führt die "Verdauung beim Menschen" an, der 24 Mal ausgeliehen wurde, gemeinsam mit "Herz- und Blutkreislauf" (24 x), "Vom Jungen zum Mann" (21 x), "Grundlagen der Genetik" (21 x) und "Vom Mädchen zur Frau" (20 x). Wie bei den Top-5 als auch bei den TOP-50 nehmen biologischen Lehrmaterialien die forderen Plätze ein. Mit Abstand, aber nennenswert sind die Medien mit politischen bzw. historischen Inhalt. Die meisten Absagen mussten somit auch bei den biologischen Medien ausgesprochen werden. Für den Erwerb neuer Medien ist somit auch eine Priorität auf biologische Medien zu setzen.


 

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