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Vom Zeugnis bis zum Poesiealbum: Archiv Pagenstecher macht 400 Jahre Familiengeschichte erlebbar

Einige interessante Beispiele für den umfangreichen Nachlass der Familie Pagenstecher aus über 400 Jahren präsentieren, oben v.l.n.r.: Ernst-Joachim Pagenstecher, Rüdiger Pagenstecher, Kreisarchivar Dr. Knut Langewand, unten v.l.n.r: Ilse Pagenstecher, Andrea Gawlytta, Dezernentin Petra Schreier (Kreis Warendorf), Ulrich Pagenstecher und Dr. Linus Tepe (Hauptamtsleiter Kreis Warendorf). – (Foto Kreis Warendorf)

Das umfangreiche Archiv des Familienverbands Pagenstecher ist jetzt erschlossen und für alle Bürgerinnen und Bürger im Kreisarchiv einsehbar. Vertreter der Familie überzeugten sich jetzt als erste Besucher davon. Schon 1974 hatte die weitverzweigte Familie viele wertvolle Unterlagen aus ihrer über 400-jährigen Geschichte dem Archiv übergeben. In den folgenden Jahren kümmerten sich einige Familienmitglieder selbst  um eine erste Ordnung der Papiere. Doch erst jetzt konnten die Unterlagen im Auftrag der Familie von der Historikerin Andrea Gawlytta aus dem Kreisarchiv fachmännisch erschlossen und umgebettet werden.

 

Die Familie Pagenstecher stammt in ihren mittelalterlichen Ursprüngen aus Warendorf und stellte hier auch einen Bürgermeister, ist heute aber über die ganze Welt verstreut. „Wir freuen uns sehr, dass unsere Familiengeschichte hier professionell gesichert und auf lebendige Weise erlebbar wird“, sagten Ernst-Joachim, Ilse und Rüdiger Pagenstecher beim Ortstermin im Kreisarchiv.

 

Der Pagenstecher-Archivbestand zählt zu den „buntesten“ Nachlässen im Kreisarchiv: er enthält großformatige Stammbäume,  Schul- und Universitätszeugnisse, militärische Ehrungen, Tagebücher, Poesiealben oder Kochbücher. Der Umfang ist beachtlich: er umfasst  413 Verzeichnungseinheiten, verpackt in 56 Archivkartons,  sowie einige großformatige Archivalien wie Fotoalben. Auch eine eigene Familienbibliothek wurde dem Kreisarchiv übergeben. Die ältesten Bestände reichen bis in das 17. Jahrhundert zurück.

 

„Für diese interessanten Archivalien sind wir sehr dankbar – mit ihnen kann man gewissermaßen am Familienleben teilhaben“, zeigte sich Petra Schreier, zuständige Dezernentin des Kreises, beeindruckt. Das Leben einzelner Personen von ihrer Geburt (Geburtsanzeige) über die Schulzeit und das Studium (Zeugnisse) bis hin zum beruflichen Werdegang (Orden, Zeitungsartikel) und zum Tod (Todesanzeige) lässt sich gut nachvollziehen. Daneben sind Einblicke aus Sicht der Familie in besondere Momente der deutschen und der europäischen Geschichte möglich – wie z.B. in die Frankfurter Nationalversammlung 1848. Ein Bericht der englischen Queen Victoria über den Besuch des Augenarztes Hermann Friedrich Wilhelm Pagenstecher gehört ebenfalls zu den historischen Höhepunkten.

 

„Eine weitere Besonderheit ist, dass es sich um einen ,lebenden‘ Bestand handelt, der fortlaufend durch neue Unterlagen aus der jüngeren Familiengeschichte ergänzt wird – auch aus den USA oder England“, erklärt Andrea Gawlytta.


Für Nutzerinnen und Nutzer bedeutet die vollständige Erschließung, dass sie den gesamten Bestand nun eigenständig durchsuchen und im Lesesaal des Kreisarchivs ansehen können (im Erdgeschoss des Kreishauses; Öffnungszeiten Mo-Fr. 8-12 Uhr, Do. 8-16 Uhr).  

 


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