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Vom Naturschutz bis zum Nahverkehr: Heinz-Jürgen Müller hat ein weites Feld bestellt / Amtsleiter verabschiedet

Nach fast 31 Jahren beim Kreis Warendorf tritt Heinz-Jürgen Müller (l.) in den Ruhestand. Landrat Dr. Olaf Gericke würdigte in einer Feierstunde seine "großartige Arbeit".

Der Steinkauz und viele andere seltene Arten, das Bus- und Bahnangebot, neue Rad- und  Reitrouten: vom Naturschutz über die Nahverkehrsplanung bis zur Tourismusförderung hat Heinz-Jürgen Müller im Kreis Warendorf ein weites Feld bestellt. Das betonte Landrat Dr. Olaf Gericke, als er den Leiter des Amtes für Planung und Naturschutz im Rahmen einer Feierstunde in den Ruhestand verabschiedete und sich für seine „großartige Arbeit“ in den zurückliegenden fast 31 Jahren bedankte.

 

Die Aufgaben des Amtes entwickelten sich im Laufe der Jahrzehnte immer weiter – und Heinz-Jürgen Müller prägte es mit seinem persönlichen Stil entscheidend mit. „Dabei war er immer um den Interessenausgleich bemüht. Naturschutz nicht gegen, sondern zusammen mit der Landwirtschaft durchzusetzen – das gehörte zu seinen Markenzeichen“, brachte es Dr. Gericke auf den Punkt.

 

Nach seinem Abitur in Hessen nahm er 1977 nach einem landwirtschaftlichen Praktikum ein Studium der Landschaftspflege in Hannover auf, das er als Diplom-Ingenieur abschloss. Erste berufliche Stationen waren der Kommunalverband Ruhr in Essen und die Stadt Dortmund, wo er wissenschaftlicher Angestellter im Planungsstab war.

 

„Ich hatte zu Recht gehofft, dass es sich nicht als Scherz herausstellen würde, als ich am 1. April 1988 beim Kreis Warendorf begann“, erinnert sich Müller an seinen ersten Arbeitstag im Münsterland.

 

„Die Vielfalt der Aufgaben in dem Amt, ein tolles Team und die Arbeit mit Menschen hat mir immer gut gefallen. Dabei war ich immer an Ergebnissen interessiert. Für die Natur, aber auch für die Menschen musste etwas Konkretes herauskommen. Ein neu angelegter Teich war mir wichtiger als eine Grundsatzdebatte“, blickt Müller zurück. Indem er stets Gespräche auf Augenhöre führte, konnte er geschickt zwischen den verschiedenen Interessen vermitteln. Zu Landwirten und ihren Verbänden hatte er ebenso ein gutes Verhältnis wie zu den Vertretern des Naturschutzes. Das waren gute Voraussetzungen, um eine Menge auf den Weg zu bringen. So sind im Kreis Warendorf mittlerweile 13 von 16 Landschaftsplänen in Kraft oder in Planung. Mit dem „Runden Tisch zur Förderung der Biodiversität in Agrarlandschaften im Kreis Warendorf“ wurde in den zurückliegenden Jahren erfolgreich nach Wegen gesucht, wie Landwirte, Naturschützer und Jäger die Artenvielfalt fördern können.

 

Nicht über die Köpfe hinweg Maßnahmen umzusetzen, sondern immer zum Gespräch mit allen Seiten bereit zu sein – das war Müllers Rezept. Es half ihm auch bei seinen vielen anderen Aufgaben. So hat er drei Nahverkehrspläne erstellt und das Bus- und Bahnangebot  ausgeweitet – unter anderem durch Schnellbuslinien und einen Stundentakt. Ein wichtiges Projekt war für Müller die Reaktivierung der WLE-Strecke zwischen Sendenhorst und Münster, die jetzt auf die Zielgerade geht. Zudem hat er ein Radverkehrskonzept erstellt.

 

Besonders am Herzen lag ihm der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“, den er drei Jahrzehnte lang auf Kreisebene durchgeführt und bei dem er die teilnehmenden Dörfer und ihre engagierten Bürger auch auf Landes- und Bundesebene erfolgreich begleitet hat. Bei der Regionale 2004 und beim Kreisentwicklungsprogramm WAF 2030 hatten Müller und sein Team zudem die Federführung. Im Bereich Tourismus gehörten die Gründung der Touristischen Arbeitsgemeinschaft Parklandschaft Kreis Warendorf, die die örtlichen Aktivitäten bündelt, die Beteiligung an der Planung und Weiterentwicklung von Radrouten wie Ems- und Werse-Radweg sowie der 100-Schlösser-Route zu den besonderen Höhepunkten – ebenso wie die 2007 eröffnete Regionale Reitroute.

 

Am 1. März beginnt für den 65-Jährigen der Ruhestand. „Ich habe immer gerne für den Kreis gearbeitet und dabei viele interessante und nette Menschen kennen gelernt. Doch künftig habe ich mehr Zeit für meine Frau, meine drei Söhne und für Hobbys wie den Garten, Reisen und das Sammeln von Landschaftsgemälden habe“, blickt Heinz-Jürgen Müller mit Vorfreude auf den neuen Lebensabschnitt.

 


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