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„Typischer Charaktervogel des Münsterlandes“: Steinkauz-Schutzprojekt im Kreis Warendorf vorgestellt

Stellten das Steinkauz-Schutzprojekt im Kreis Warendorf und die Niströhren vor: Anne Schulze Niehoff (Amt für Planung und Naturschutz des Kreises), Aline Reinhard (NABU-Naturschutzstation Münsterland), André Gerbermann (Hofeigentümer), Hermann-Josef Schulze-Zumloh (Vorsitzender WLV-Kreisverband), Christian Göcking (Geschäftsführer NABU-Naturschutzstation ), Ulrich Bultmann (Leiter der Kreisstelle der Landwirtschaftskammer NRW), Landrat Dr. Olaf Gericke, Josef Gerbermann, Heinz-Jürgen Müller (Leiter Amt für Planung und Naturschutz des Kreises) und Dr. Britta Linnemann (Geschäftsführerin NABU-Naturschutzstation). – (Fotos: Kreis Warendorf).
100 Niströhren für Steinkäuze stellt die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Warendorf in diesem Jahr zur Verfügung.

Ein neues Steinkauz-Schutzprojekt stellte der Kreis Warendorf mit zahlreichen Partnern auf dem Hof Gerbermann in Alverskirchen vor. Landrat Dr. Olaf Gericke bezeichnete die kleine und offensichtlich schlaue Eulenart als „typischen Charaktervogel des Münsterlandes“. Der Steinkauz galt nämlich bereits im antiken Griechenland als Vogel der Weisheit. „Er gehört zu unserer Landschaft wie der Kiebitz und die Schwalben und ist eng mit unserem Heimatgefühl verbunden. Eine Befragung ergab, dass über 80 Prozent der Bürger die Erhaltung und die Pflege der Münsterländer Parklandschaft für wichtig bzw. sehr wichtig halten. Dazu zählt auch die heimische Tierwelt“, betonte der Landrat.

 

Im Rahmen des Schutzprojektes stellt die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Warendorf in diesem Jahr 100 Niströhren für Steinkäuze zur Verfügung. Die Montage und regelmäßige Betreuung soll durch Ehrenamtler erfolgen, die sich zum Teil bereits seit Jahrzehnten um Steinkäuze im Kreis Warendorf kümmern. Jedes Jahr kontrollieren sie bekannte Steinkauz-Brutplätze und reparieren die Brutröhren oder tauschen diese bei Bedarf aus. Durch persönliche Beratungsgespräche soll neben der Unterstützung durch diese Nisthilfen auch über Möglichkeiten zur Optimierung von Lebensräumen und Nahrungshabitaten informiert werden. Auch Möglichkeiten zu Förderprogrammen durch den Kreis Warendorf, wie Pflegeschnitt bei Kopfweiden sowie die Anlage und Optimierung von Streuobstwiesen, sollen beworben werden.

 

Hermann-Josef Schulze-Zumloh (Vorsitzender des WLV-Kreisverbands Warendorf) und Ulrich Bultmann (Leiter der Kreisstelle Warendorf-Münster-Gütersloh der Landwirtschaftskammer NRW) betonten bei der Vorstellung des Schutzprojektes die Bedeutung der landwirtschaftlichen Kulturlandschaft als Lebensraum, da sich die Quartiere oft in unmittelbarer Nähe zu landwirtschaftlichen Hofflächen befinden. Hermann-Josef Schulze-Zumloh hob hervor, dass Landwirte mit der Anlage und Pflege von Streuobstwiesen einen wertvollen Beitrag zur Biodiversität leisten.


Dr. Britta Linnemann und Aline Reinhard von der NABU Naturschutzstation Münsterland stellten die Ökologie des Kauzes vor. „Als Lebensraum nutzt der Steinkauz vorwiegend strukturreiche Kulturlandschaften mit Grünlandbereichen, Kopfweiden und alten Obstbäumen. Zur Nahrungssuche benötigt er Flächen mit niedrigem Bewuchs, wie beispielsweise kurzrasige Wiesen und Weiden. Als Nistplatz werden neben alten Baumhöhlen auch Mauernischen und künstliche Nisthilfen, sogenannte Steinkauzröhren, angenommen. Steinkauze sind Standvögel und bleiben auch im Winter in der Nähe der Brutgebiete.“


Landwirt und Gastgeber André Gerbermann berichtete über die Nutzung der eigenen Streuobstwiese, die seit Jahrzehnten mit Mutterschafen beweidet wird, und von den jährlichen Brutaktivitäten des Steinkauzes auf seinem Hof.


Der Landrat überreichte der Familie Gerbermann eine neue Steinkauzröhre, die in der Wiese aufgehängt werden soll. Anschließend versammelten sich alle anwesenden zu einem Gruppenfoto auf der blühenden Obstwiese. Bei einem kleinen Imbiss wurden Fragen der Presse beantwortet.


Hintergrund: Der Steinkauz im Kreis Warendorf

Der Steinkauz gilt laut der Roten Liste gefährdeter Arten NRWs als gefährdet. Nordrhein Westfalen beherbergt etwa zwei Drittel des bundesdeutschen Brutbestandes. Damit trägt NRW eine hohe Verantwortung zur Sicherung und Entwicklung dieser Art. Dank Schutzmaßnahmen ist der Bestand ist in NRW mittlerweile  mit ca. 5.000 Brutpaaren relativ stabil. Im Kreis Warendorf brüten etwa 700 Paare.

Um die Bestände im Kreis Warendorf weiter zu stabilisieren und zu stärken, startet nun das kreisweite Schutzprojekt. Es wurde gemeinsam mit den Teilnehmern des „Runden Tisches zur Förderung der Biodiversität in Agrarlandschaften im Kreis Warendorf“ entwickelt. Projektbeteiligte sind der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV), die Landwirtschaftskammer NRW, Kreisstelle Warendorf-Münster-Gütersloh sowie die NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V. und die Untere Naturschutzbehörde des Kreises.


Der Runde Tisch zeigt, dass effektiver Naturschutz nur gemeinsam mit der Land- und Forstwirtschaft betrieben werden kann. Ziel des Runden Tisches ist die gemeinsame Entwicklung und Umsetzung wirksamer und praktikabler Artenschutzmaßnahmen.

 

Es wird einen Informationsflyer zum Steinkauzschutz geben. Darin werden die Ökologie und Lebensweise der kleinen Eulenart beschrieben und Maßnahmen genannt, um die Bestände zu stärken. Der Flyer ist bei der Unteren Naturschutzbehörde erhältlich, die Nisthilfen werden von der Unteren Naturschutzbehörde und der NABU Naturschutzstation Münsterland verteilt.

 

Folgende Ansprechpartner helfen Ihnen BEIM Thema Steinkauz-Schutz gerne weiter:

 

Kreis Warendorf, Untere Naturschutzbehörde

  • Koordination Niströhren-Projekt: Anne Schulze Niehoff,

Tel. 02581/ 536134, Anne.SchulzeNiehoff@kreis-warendorf.de

  • Beratung zu Pflege und Erhalt von Streuobstwiesen, alten Obstsorten, zur Pflege von Kopfweiden und zu möglichen Fördermitteln: Annika Kriegs und Sabrina Thülig,

Tel. 02581/ 536131, Annika.Kriegs@kreis-warendorf.de bzw. Sabrina.Thuelig@kreis-warendorf.de

NABU-Naturschutzstation Münsterland

·         Bestandserfassung, Beratung zu Niströhren, Kontakt ehrenamtliche Niströhrenbetreuer: Herr Menke,

Tel. 02501-9719433, n.menke@nabu-station.de

 

 


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