Springe zum Inhalt Springe zur Suche Springe zur Startseite

Stolpersteine sollen an Euthanasie-Opfer erinnern / Manfred Kehr ermittelte mit Hilfe des Kreisarchivs Adressen in Ahlen

Manfred Kehr (Stadt Ahlen, vorne) ermittelte im Kreisarchiv Adressen von Ahlener NS-Opfern. Seine Ergebnisse erläuterte er (hinten v.l.) Christoph Wessels (Fachbereichsleiter Schule, Kultur und Sport der Stadt Ahlen), Kreisarchivar Dr. Knut Langewand, Petra Schreier (Personaldezernentin des Kreises Warendorf) und Dr. Linus Tepe (Leiter des Haupt- und Personalamts des Kreises) im Lesesaal des Kreisarchivs.

Seit einigen Monaten forscht Manfred Kehr, Historiker und Mitarbeiter der Stadt Ahlen, nach dem Schicksal von Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung und systematischen Tötung von Kranken und Behinderten, die verharmlosend als Euthanasie („schöner Tod“) bekannt ist. Ziel ist es, dieser Menschen an ihren damaligen Wohnadressen in Ahlen mit Stolpersteinen zu gedenken, die mit ihren Namen beschriftet in die Gehwege eingelassen werden.

 

Seine Recherchen führten Kehr unlängst auch in das Kreisarchiv. In der historischen Meldekartei der Stadt Ahlen konnte er 20 Personen, deren Adresse bisher nicht bekannt war, ermitteln. „Meine beiden Termine im Kreisarchiv waren überraschend erfolgreich. Der Leiter Herr Langewand und sein Team haben mich dabei gut unterstützt“, zeigte sich Kehr erfreut. Im Archiv des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL), wo Unterlagen aus der Psychiatrie in der NS-Zeit zugänglich sind, konnte er bereits viele Informationen einholen.

 

Im Gegensatz zur Verfolgung anderer Opfergruppen ist die Geschichte der Auswirkungen der nationalsozialistischen Rassenhygienegesetze im Kreis Warendorf und seinen Kommunen bisher noch wenig erforscht. „Manfred Kehr leistet für die Stadt Ahlen auf diesem Gebiet Pionierarbeit. Ich freue mich, wenn das Kreisarchiv – zugleich Ahlener Stadtarchiv – einen Beitrag dazu leisten kann“, meint Archivar Knut Langewand.

 

Heute noch lebende Angehörige von Euthanasie-Opfern hatten Manfred Kehr mit Details zum Leben ihrer Verwandten versorgt. Sie bedankten sich bei ihm ausdrücklich für die Bemühungen um ein Erinnern an das Verfolgungsschicksal.

 

Beim Ortstermin im Kreisarchiv lobten auch Petra Schreier, Personaldezernentin des Kreises Warendorf, und Christoph Wessels, Fachbereichsleiter Schule, Kultur und Sport der Stadt Ahlen, die wichtige Arbeit des Historikers. „Er hat den Opfern einen Namen und einen Ort gegeben“, so Petra Schreier. Sie wies darauf hin, dass das Kreisarchiv unter anderem zu diesem Thema Quellenhefte für Schulen erarbeitet, damit der Geschichtsunterricht Kreis-Bezug erhält. Kehr abschließend: „Das LWL-Psychiatriearchiv ist sehr übersichtlich und gut erschlossen. Auch aus anderen Städten des Kreises finden sich dort viele Opfernamen.“

 

 


Untermenüpunkte im aktuellen Bereich

 

#34339