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Runder Tisch Naturschutz und Landwirtschaft / Insektenfreundliche Weg- und Feldraine und summende Gärten

In den Räumen des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Warendorf begrüßte Daniela Puppe (Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde, 5.v.l.) gemeinsam mit Dr. Matthias Quas (Geschäftsführer des Kreisverbandes, 2.v.l.) und Hermann-Josef Schulze-Zumloh (Vorsitzender des Kreisverbandes, hinten 3.v.r.) die Teilnehmer des Runden Tisches. - Foto: WLV Kreisverband Warendorf

Bereits zum zehnten Mal fand der Runde Tisch zur Förderung der Biodiversität in Agrarlandschaften im Kreis Warendorf statt. Vertreter von Landwirtschaft und Naturschutz trafen sich, um gemeinsam über verschiedene aktuelle Themen zu diskutieren.

 

Heinz-Josef Heuckmann von der Stadt Beckum berichtete über die naturschutzgerechte Pflege von Weg- und Feldrainen. Seit der Umsetzung eines neuen ökologischen Pflegekonzeptes, das federführend von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Warendorf entwickelt wurde, werden in Beckum mittlerweile über 100 Kilometer Wegeseitenstreifen bzw. insgesamt etwa 150 Hektar kommunale Fläche naturverträglich gepflegt. „Bankette und Sichtdreiecke werden natürlich regelmäßig geschnitten und kurzgehalten“, so Heuckmann. „Alle anderen Flächen werden frühestens ab Mitte Juni gemäht. Die Schnitthöhe beträgt statt früher fünf Zentimeter nun das Doppelte. Besonders wertvolle, magere und blütenreiche Säume werden in der Regel deutlich später oder gar nicht geschnitten. Vor allem breitere Streifen oder Flächen werden zeitlich versetzt gemäht und Teilstreifen werden über den Winter stehen gelassen.“

 

Von der naturverträglichen Bewirtschaftung der Flächen profitieren insbesondere Insektenarten, die Blütennektar als Nahrung sowie Pflanzenstängel zur Überwinterung brauchen. Das neue Konzept sei von den Mitarbeitern des Bauhofes sehr gut angenommen worden, auch mit angrenzenden Flächennutzern habe es bisher keine Probleme gegeben, erläuterte Heuckmann. Die veränderte Flächenpflege erfordere nicht mehr Arbeitsaufwand als bisher: „Die fachliche Einweisung der Mitarbeiter nimmt zwar etwas Zeit in Anspruch, aber durch wesentlich weniger Mäharbeiten haben wir am Ende sogar eine deutliche Zeitersparnis.“

 

Das neue Projekt „8Plus summt auf“ stellte Dr. Berit Phillip von der NABU-Naturschutzstation vor. Das Projekt ist Teil des VITAL.NRW-Förderprogrammes des Umwelt- und Landwirtschaftsministeriums NRW und hat die Steigerung der Insektenvielfalt und Biodiversität in acht Kommunen des Kreises Warendorf zum Ziel. Neben der Beratung von Kommunen, Wohnungsbau-Gesellschaften und Kirchengemeinden zur ökologischen Optimierung von Flächen steht unter anderem die kostenlose Beratung von Privatgarten-Besitzern im Vordergrund. Neben Konzepten zur insektenfreundlichen Gestaltung und Pflege der Gärten und Außengelände bieten Philipp und ihr Team Infomaterial, Pflanzenlisten und geeignetes Regiosaatgut an. Regelmäßige Vorträge, Exkursionen und Kooperationen mit Schulen und Kindergärten runden das Angebot ab.

 

Im Frühjahr 2020 startet eine Ausbildung ehrenamtlicher Naturgarten-Berater. Interessierte können sich ab sofort bei der NABU-Naturschutzstation Münsterland anmelden. Weitere Infos zum Projekt gibt es im Internet unter: www.8plus-vital.nrw.

 

Hintergrund: Runder Tisch Naturschutz und Landwirtschaft

Der Runde Tisch findet seit 2015 mehrmals jährlich statt. Teilnehmer sind Vertreter des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, der Landwirtschaftskammer, der Kreisjägerschaft, der NABU-Naturschutzstation Münsterland, der BUND-Kreisgruppe Warendorf, des Vereins Natur und Umwelt im Kreis Warendorf, des NABU-Kreisverbandes Warendorf, des Imkervereins Warendorf sowie der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Warendorf, die den Runden Tisch leitet. Durch kooperative, maßnahmen- sowie handlungsorientierte Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure soll im Rahmen der Runden Tische dem Artenrückgang entgegen gewirkt und die biologische Vielfalt gefördert werden.

 


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