Projekt zur digitalen Baugenehmigung startet im Kreis Warendorf

Der Kreis Warendorf bekommt ein digitales Bauamt. Das Land NRW hat den Kreis als Pilotbehörde für das Projekt „Digitale Baugenehmigung“ ausgewählt. Vor dem Start des digitalen Antragsassistenten im Bauportal.NRW haben bereits alle 212 Bauaufsichtsbehörden hierzu ausführliche Informationen erhalten. Die vielfältigen Chancen einer vollständig digitalen Verfahrensbearbeitung sollen für weiteren Service, zur Beschleunigung und Ressourcenschonung genutzt werden.

 

Das Kreisbauamt hat in einer Dienstbesprechung, die als Videokonferenz durchgeführt wurde, den vier Bauaufsichtsbehörden der Städte Ahlen, Beckum, Oelde und Warendorf den aktuellen Projekt- und Umsetzungsstand vorgestellt. Kurz vor Weihnachten informierten sich auch Landrat Dr. Olaf Gericke, Dr. Stefan Funke, Dezernent für Digitalisierung, und Baudezernent Dr. Herbert Bleicher im Bauamt. „Durch die Teilnahme am Projekt der Landesregierung, die uns als eine von sechs landesweiten Modellkommunen für das Projekt ausgewählt hat, schaffen wir ein Baugenehmigungsverfahren, das noch bürger- und investorenfreundlicher wird. Das ist ein wichtiger Standortfaktor und damit ein echtes Plus für den Kreis Warendorf“, betont Landrat Dr. Gericke.

 

Wesentlicher Baustein des digitalen Baugenehmigungsverfahrens ist ein Antrags- und Dokumentenassistent, der über das Bauportal.NRW gestartet wird. Hier wird über einen Zuständigkeitsfinder die für das Baugrundstück zuständige Bauaufsichtsbehörde aufgeführt. Antragsteller können sich über das Servicekonto.NRW sicher authentifizieren und ihren Antrag digital einreichen. Dazu mussten viele inhaltliche und technische Details abgestimmt werden – teilweise bundesweit, um einheitliche Standards zu gewährleisten.

 

Das Bauportal.NRW wird zurzeit abschließend getestet, um zu überprüfen, ob die dort eingegebenen Informationen sicher übertragen und in die Fachsoftware der Bauaufsichtsbehörde automatisch eingelesen werden. „Wir freuen uns, dass der Kreis Warendorf hierzu zusammen mit dem NRW-Bauministerium, Entwicklern und dem Fachverfahrenshersteller diese Tests im Januar durchführt“, erklärte Dr. Funke beim Informationstermin im neuen Besprechungsraum des Bauamtes. Sobald die Testung erfolgreich abgeschlossen werden konnte, können alle Bauaufsichtsbehörden, die mit dem erforderlichen technischen Stand arbeiten, das Bauportal.NRW nutzen. Zum Start können Bauanträge und Bauvoranfragen im sogenannten einfachen Baugenehmigungsverfahren digital eingegeben werden. In 2021 werden die baurechtlichen Verfahren erweitert.

 

Damit nach der Bauantragstellung den Antragstellern, Planern und Behörden die eingereichten Unterlagen auch digital zur Verfügung stehen, wird im Rahmen des Modellprojektes als zweiter Baustein eine sogenannte Plattform entwickelt. Diese soll den Bauaufsichtsbehörden spätestens 2022 angeboten werden, um dann alle baurechtlichen Verfahren von der Antragstellung bis zur Baugenehmigung und Nutzungsaufnahme vollständig digital zu bearbeiten. Schrittweise wird dies vom Kreisbauamt in den nächsten anderthalb Jahren umgesetzt und eingeführt.

 

Den vier kreisangehörigen Bauaufsichtsbehörden bot der Kreis dabei seine Unterstützung an: durch allgemeine Informationen, Erfahrungen oder Checklisten und Bearbeitungsbögen für die Fachsoftware. Die Rückmeldungen bei der Dienstbesprechung bestätigten die konstruktive Zusammenarbeit aller Bauaufsichtsbehörden im Kreis. Im Februar 2021 will man sich erneut über den aktuellen Projektstand austauschen.

 




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