Zahl der Streuobstwiesen im Kreis deutlich höher als gedacht / „Beim Artenschutz kann jeder mitmachen“

Von „unterdurchschnittlich bis sehr gut“ – so groß sei je nach Bodenqualität und Niederschlag die Spannweite der diesjährigen Getreideernte im Kreis Warendorf. Hermann-Josef Schulze-Zumloh, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, ging zum Auftakt des Jahresgesprächs mit Vertretern des Kreises zunächst kurz auf die aktuelle Situation der Betriebe ein. Landrat Dr. Olaf Gericke begrüßte dazu Vertreter der Landwirtschaft im Kreishaus.

 

Ob Großveranstaltungen wie der in diesem Jahr abgesagte Tag der Landwirtschaft 2021 nachgeholt werden könnten, sei derzeit schwer absehbar, berichtete der Landrat. „Das ist im Moment nicht abschätzbar. Deshalb müssen wir auf Sicht fahren und darüber nachdenken, was geht“, sagte Dr. Gericke. Auch auf den Alltag der landwirtschaftlichen Betriebe hat sich die Corona-Pandemie ausgewirkt – nicht nur durch vorübergehende Schließungen von Schlachthöfen. Der Landrat ging auf die freiwilligen Testungen der Erntehelferinnen und -helfer im Frühjahr und Frühsommer ein. „Keine einzige Infektion wurde dabei festgestellt. Das war sehr erfreulich. Es hat sich gezeigt, dass es bei der Ernte von Spargel und anderen saisonalen Produkten sowie in den Unterkünften gute Hygienekonzepte gab“, so der Landrat.

 

Gut angelaufen ist das „„Aktionsbündnis für Artenvielfalt - der Kreis Warendorf summt und blüht“ das im Februar gegründet wurde. Der Kreis, Landwirte und Naturschutz arbeiten dabei Hand in Hand. Zu den ersten Projekten gehörte die Verteilung von 5000 Tüten mit einer insektenfreundlichen Saatmischung. „Das Bündnis ist breit angelegt. Das Tolle ist: jeder kann mitmachen und etwas für den Artenschutz tun“, sagte Hermann-Josef Schulze-Zumloh. Ein neues Projekt könnte Streuobstwiesen in den Blick nehmen. Eine Kartierung im Auftrag des Kreises hat ergeben, dass es statt bisher angenommener 1100 weit über 2000 Streuobstwiesen gibt. Das sei ein wertvolles Natur- und Kulturgut, das man erhalten und ausbauen müssen – vielleicht sogar durch eine teilweise öffentliche Nutzung, etwa eine Obsternte gegen Spenden, schlug der Kreisverbandsvorsitzende vor.

 

Fortschritte stellen Kreis- und Landwirtschaftsvertreter auch bei der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie fest. „Mit den Wasser- und Bodenverbänden steht uns im Kreis dafür eine gut funktionierende Struktur zur Verfügung. So können richtig gute Projekte für den Naturschutz und die Gewässerentwicklung umgesetzt werden“, sagte Dr. Matthias Quas, Geschäftsführer des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes.

 

Mit Blick auf die Afrikanische Schweinepest wurde die Gründung der Wildtierseuchenvorsorgegesellschaft als wichtiger Schritt gelobt.

 

Beim öffentlich geförderten Glasfaserausbau im unterversorgten Außenbereich des Kreises, der ein schnelles Internet-Angebot bekommen soll, sei eine gute Kommunikation mit den Betroffenen wichtig, waren sich die Betroffenen einig. In acht Städten und Gemeinden wird bereits in diesem Jahr gebaut. Insgesamt geht es um 2700 Kilometer Tiefbauarbeiten. Bis Ende 2023 soll der Ausbau durch die Deutsche Glasfaser abgeschlossen sein, berichtet der Landrat.

 

 

 




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