Jäger im Kreis setzen sich für blühendes Münsterland ein / Zusammen die Natur schützen

Die Aktion „Blühendes Münsterland“ ist ein vorbildliches Projekt, dessen Maßnahmen durch hohes Engagement und die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten mit relativ wenig Geld umgesetzt werden. Das Projekt wurde bereits 2005 von den Jägern im Kreis gestartet und wird seitdem von den Hegeringen im Kreis Warendorf begleitet und umgesetzt.

 

„Der Kreis leistet mit seinem Zuschuss zur Finanzierung des Saatgutes jährlich einen Beitrag dazu. In diesem Jahr haben wir 2.000 Euro für die Aktion Wildblumenäcker bereitgestellt. Darüber hinaus hat der Kreis die Anschaffung von akustischen Wildrettern mit rund 700 Euro unterstützt“, verdeutlicht Landrat Dr. Olaf Gericke.

 

Durch die Aktion wird Lebensraum für das Wild und für andere Tiere, wie Insekten, Schmetterlinge und Singvögel geschaffen. Die Wildblumenäcker dienen somit dem Naturschutz. Insgesamt wurden von der Kreisjägerschaft im Frühjahr 2020 mehr als 3.100 Kilo Saatgut für eine Fläche von mehr als 300 Hektar ausgegeben. Seit 2005 wurden 63 Tonnen Saatgut beschafft, genug für eine Fläche von ca. 450 Fußballfeldern.

 

So entstehen in Kombination mit den Blühstreifen und den Uferstreifen aus den Agrarumweltmaßnahmen und den zahlreichen Extensivierungsflächen aus dem Vertragsnaturschutz des Kreises große Flächen als Lebensraum und Rückzugsgebiet für das heimische Wild und viele weitere Tierarten. Die Flächen dienen aber nicht nur der Tierwelt, sondern auch dem Menschen. An vielen Stellen erhöhen sie den Erholungswert unserer Landschaft und stellen mit ihren blühenden Flächen eine Bereicherung des Landschaftsbildes und eine Freude für Spaziergänger und Radfahrer dar.

 

Die Fläche, die beim gemeinsamen Termin vorgestellt wurde, liegt in Oelde in der Eigenjagd des Spargelhofs Steinhoff. Für die Region sind die Ansaaten in Kombination mit anderen Biotopmaßnahmen und Pflanzmaßnahmen ein wichtiger Beitrag zur Strukturanreicherung. Durch den Abschluss fünfjähriger Vertragsnaturschutzverträge, Extensivierungen auf Ackerflächen, Grünlandflächen und Streuobstwiesen, kommt eine weitere Naturschutzkomponente hinzu, die in enger Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft umgesetzt wird.

 

In diesem Zusammenhang wird auch ein neues Projekt im Kreis Warendorf angestoßen: Hinter dem Titel „Warendorfer Landnutzer arbeiten für Naturschutzzwecke und Biodiversität“ – kurz W-LAND - stecken eine Reihe von Akteuren, die sich für die Artenvielfalt im Kreis engagieren und auch in Zukunft die kreiseigene Biodiversität erhalten möchten.

 

Das Projekt erhielt den Startschuss für eine dreijährige Laufzeit. Als Initiatorin des Projektes steht die Kreisjägerschaft Warendorf für die Idee, wildtierfreundliche Lebensräume im Kreisgebiet neu zu erschaffen oder zu erhalten. „Wir haben eine Menge Potenzial und viele motivierte Jägerinnen und Jäger, die sich zusammen mit den Landwirten und Grundeigentümern seit Jahren darum bemühen, attraktive Lebensräume für Wildtiere zu erhalten und zu gestalten“, betont Josef Roxel, der das Projekt als Vorsitzender der Kreisjägerschaft mit auf den Weg gebracht hat. Dabei sei wichtig, eine Beratung auf Augenhöhe anzubieten, mit der sich möglichst viele Landnutzer im Kreisgebiet identifizieren können.

 

Das Projekt wird durch die Stiftung „Westfälische Kulturlandschaft“ ausgeführt. Die Naturschutzstiftung wurde vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband im Jahr 2005 ins Leben gerufen. Aus diesem Grund wird der bäuerliche Berufsstand, vertreten durch den landwirtschaftlichen Kreisverband Warendorf, ebenfalls enger Kooperationspartner des Projektes sein. Finanziert wird es aus Eigenmitteln der Kreisjägerschaft Warendorf, des Kreises Warendorf sowie der Volksbank eG und der Volksbank Beckum-Lippstadt.

 

Ziel des auf drei Jahre angelegten Projektes ist die gemeinsame Förderung der Biodiversität durch die Umsetzung spezieller Maßnahmen im Kreisgebiet. Dazu zählen neben der Anlage von Blühstreifen und Biotopen z. B. auch die Pflege von Kleingewässern oder Hecken. Interessierte Grundeigentümer, Landwirte, Jäger aber auch andere Naturschutzinteressierte und Verbände des öffentlichen Rechtes können sich bei der Stiftung für eine Umsetzungsberatung melden. Projekteigene Biodiversitätsmaßnahmen sollen dabei unter fachlicher Anleitung der Stiftung effizient umgesetzt werden, sodass möglichst viele Tierarten davon profitieren.

 

„Ich bin überzeugt, dass wir mit dem W-Land Projekt einen wichtigen Beitrag leisten, damit bald wieder mehr Rebhühner, Feldlerchen & Co. bei uns auf den Feldern und Wiesen im Kreis eine Heimat finden“, betont Landrat Dr. Gericke. „Ich bedanke mich im Namen der Kreisverwaltung bei der Kreisjägerschaft für die gewohnt gute Zusammenarbeit!“

 

Die Aktion und auch viele andere Naturschutzprojekte sind neben dem Engagement der Jäger auch auf die Kooperation mit den Landwirten angewiesen. Nur durch ihre Bereitschaft, entsprechende Flächen bereitzustellen, können die Wildblumenäcker angelegt und gemeinsam die Kulturlandschaft für Mensch, Tier und Pflanze erhalten werden.




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