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Ludwig Rüter aus Telgte mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet

Landrat Dr. Olaf Gericke (r.) überreichte Ludwig Rüter aus Telgte die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Mit dabei waren auch Ehefrau Margaretha und Bürgermeister Wolfgang Pieper (l.). - (Foto: Kreis Warendorf)

Im Auftrag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreichte Landrat Dr. Olaf Gericke Ludwig Rüter das Bundesverdienstkreuz. Diese hohe Auszeichnung der  Bundesrepublik Deutschland erhielt der 86-Jährige in einer Feierstunde mit geladenen Gästen am Dienstagabend im Kreishaus. Geehrt wurde er für sein herausragendes Engagement bei der Aufarbeitung der Geschichte der Juden in Telgte sowie für ehrenamtlichen Einsatz in weiteren Bereichen. Zu den Gratulanten gehörte auch Bürgermeister Wolfgang Pieper.

 

Der Landrat und der Telgter Bürgermeister hoben das große Engagement von Ludwig Rüter  hervor. Es sei ihm gelungen, die Gräueltaten der Nationalsozialisten gegen die Juden in der Emsstadt schon sehr früh immer wieder den jüngeren Generationen ins Bewusstsein zu rufen und für die Nachwelt festzuhalten. Dafür überreichte der Landrat dem früheren stellvertretenden Leiter der Realschule die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland – kurz auch Bundesverdienstkreuz genannt.

 

Hier Auszüge aus der Laudatio des Landrats auf Ludwig Rüter im Wortlaut:

 

Sehr geehrter Herr Rüter,

(….) Telgte hat Ihnen viel zu verdanken! Seit nun mehr als 37 Jahren engagieren Sie sich im kulturellen Bereich und setzen sich auf vielen Ebenen für das Ansehen der Juden in Telgte ein. So sind Ihnen die Erforschung der Telgter Stadtgeschichte und insbesondere des Schicksals der Telgter Juden ein besonderes Anliegen. Ebenso ist Ihr Einsatz gegen das Vergessen der Gräueltaten der Nationalsozialisten besonders hervorzuheben.


Als Geschichtslehrer haben Sie im Schuljahr 1980/81 den Schülerwettbewerb  zum Thema „Geschichte und Schicksal der Telgter Juden 1933 – 1945“ betreut. (…)  Sie haben die Ausstellung „Geschichte und Schicksal der Telgter Juden“, die 1988 eröffnet wurde, entwickelt. Doch auch nach dieser Ausstellung „ließen Sie noch nicht locker“. So forschten Sie weiter nach Spuren von Überlebenden und Angehörigen ehemaliger Telgter Juden, nahmen Kontakt mit diesen auf und luden ausfindig gemachte Personen nach Telgte ein.

 

Sie, Herr Rüter, ergriffen im Jahr 1998 die Initiative zur Gründung des Vereins „Erinnerung und Mahnung – Verein zur Förderung des Andenkens an die Juden in Telgte e.V.“, in welchem Sie bis zum Jahr 2014 stellvertretender Vorsitzender waren. (…). Zudem engagierten Sie sich in Zusammenarbeit mit den Mitgliedern des Vereins in zahlreichen Projekten. Um hier einige Beispiele zu nennen seien die Verlegung von Stolpersteinen im Jahr 2004 sowie die Unterstützung der Neugestaltung des jüdischen Friedhofs mit Gedenkstele und Gedenktafel im Jahr 2005 zu nennen.


Ihrer intensiven Mitarbeit ist es zu verdanken, dass in den Jahren 2008 und 2012 das Werk „Gedenkbuch für die Opfer des Telgter Holocaust“ sowie das Buch „Auf dem Weg in die Welt – Auswanderung aus Telgte“ erschienen sind.


Im Jahr 2013 haben Sie bei der Erstellung der Stele zum Gedenken an die Pogromnacht und die 13  Opfer des Holocaust aus Telgte mitgewirkt.Durch Ihre tatkräftige Unterstützung ist es gelungen, in den Jahren 2014/15 die Tafeln der Ausstellung aus dem Jahr 1988 zu überarbeiten und zu ergänzen.


Die Tatsache, dass Sie bei den meisten dieser Projekte und Aktionen nicht nur Mitarbeiter, sondern auch Initiator waren, verdeutlicht Ihr organisatorisches Geschick und Ihre Bereitschaft „zum Zupacken“. Ihrer Hartnäckigkeit ist es zu verdanken, dass die Projekte auch umgesetzt wurden.


Auch an dem Erfolg der damaligen Chorgemeinschaft St. Clemens haben Sie, Herr Rüter, maßgeblichen Anteil. Von 1972 bis 1987 haben Sie sich als Vorsitzender dieser Chorgemeinschaft engagiert. Bis zum Jahr 2011 waren Sie selbst aktives Mitglied im Propsteichor St. Clemens. Ihrem Einsatz ist es zu verdanken, dass von 1973 bis zur Auflösung im Jahr 2012 bei zahlreichen von Ihnen organisierten Konzertaufführungen in großem Umfang Spenden gesammelt wurden.


Dieses vielfältige und noch längst nicht abschließende Engagement stand stets im Mittelpunkt Ihres Denkens und Handelns – heute jedoch stehen Sie, Herr Rüter, im Mittelpunkt. Denn jetzt schlägt die Stunde des Danks und der Anerkennung. Dieser Dank findet Ausdruck in der Verleihung der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, verliehen durch unseren Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier.

 

 


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