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Längerer Stromausfall: Einsatzkräfte richteten bei Großübung Betreuungsplatz ein

Vogelperspektive: Zahlreiche Fahrzeuge von DRK und MHD stellten auf dem Schulhof die Versorgung – u.a. mit frischer Suppe – sicher. Die Kameradrohne, mit der diese Aufnahme gemacht wurde, lieferte ständig aktuelle Lagebilder in den Einsatzleitwagen. – (Fotos: Kreis Warendorf)
Lagebesprechung: Kreisbrandmeister Heinz-Jürgen Gottmann und Kreisordnungsdezernentin Petra Schreier lassen sich von den Einsatzkräften auf den aktuellen Stand bringen.
In der Dreingauhalle wurden die knapp 100 evakuierten Personen versorgt. Auch Feldbetten standen dort zur Verfügung.
Die Fernmeldeeinheit des Kreises Warendorf stellte die Kommunikation sicher.

Über mehrere Stunden ist in Drensteinfurt der Strom ausgefallen, fast nichts funktioniert mehr – und das in der kalten Jahreszeit. Ein Ende des Blackouts ist nicht absehbar. So sah das Szenario bei einer Großübung aus, die unter Federführung der Abteilung Gefahrenabwehr des Kreises Warendorf in Zusammenarbeit mit dem DRK- Kreisverband Warendorf erstmals in dieser Form stattfand. Etwa 200 Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes, des Malteser-Hilfsdienstes und der Freiwilligen Feuerwehren richteten einen Betreuungsplatz in der Teamschule an der Sendenhorster Straße ein, der Platz für bis zu 500 Bürgerinnen und Bürger sowie für ihre Betreuung bot.

 

In der Dreingau-Halle entstand eine Notunterkunft mit Feldbetten, die in unterschiedliche Bereiche eingeteilt war. Ebenfalls wurden mehrere Registrierungsstellen aufgebaut. „Es ist wichtig, diese Abläufe zu üben. Denn im Ernstfall muss schließlich jeder Handgriff sitzen“, sagte Petra Schreier. Sie ist Ordnungsdezernentin und Leiterin des Krisenstabes des Kreises Warendorf. Gemeinsam mit weiteren Vertretern des Kreises, der Hilfsorganisationen und der Bezirksregierung verfolgte sie die Übung.

 

„Wir müssen wissen, wer hier untergebracht ist bzw. wer sich abgemeldet hat und woanders eine Bleibe gefunden hat. Denn wir müssen bei Einsatzlagen wie Bombenentschärfungen sicher sein, dass das gefährdete Gebiet komplett evakuiert ist. Wichtig ist es deshalb, dass die Daten erfasst und an die Personenauskunftsstelle im Kreishaus weitergegeben werden“, erläuterte Kreisbrandmeister Heinz-Jürgen Gottmann.

 

Um die Großübung so realistisch wie möglich zu gestalten, hatte der Kreis Warendorf Statisten gesucht. Zwar beteiligten sich keine 500, sondern nur gut 80 Personen. „Das ist aber durchaus realistisch. Wenn in Wirklichkeit der Strom ausfallen sollte, kommen ebenfalls viele Betroffene bei Bekannten oder Verwandten unter und müssen nicht durch uns versorgt und betreut werden“, erklärte Gottmann.

 

„Das war ein realistisches Einsatz-Szenario – so wie es durchaus im Ernstfall vorkommen kann. Die Helferinnen und Helfer haben sehr motiviert und gut gearbeitet“, zog Petra Schreier eine erste Bilanz. Lob gab es unter anderem für die gute Zusammenarbeit der Einsatzkräfte aus unterschiedlichen Organisationen und Gemeinden des Kreises. Vor Ort war auch der Einsatzleitwagen 2 des Kreises, der für die Kommunikation unter den Einheiten und zur Kreisleitstelle sorgte. Der Kreis wird mit den Hilfsorganisationen die Übung auswerten und die Ergebnisse in die künftige Ausbildung der Einheiten einfließen lassen.

 

Hintergrund: Betreuungsplatz

Ein Betreuungsplatz ist eine Einheit aus dem Konzept „Vorgeplante überörtliche Hilfe“ im Land Nordrhein-Westfalen. Diese Einheiten gibt es in allen Kreisen und kreisfreien Städten in NRW. Einen tatsächlichen Einsatz für die Einheit aus dem Kreis Warendorf gab es bereits im Jahr 2013, als beim Elbehochwasser im Raum Magdeburg ein Betreuungsplatz für 500 Personen eingerichtet wurde.

 

 


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