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Kreisweite Stallpflicht für Geflügel ausgerufen - Geflügelpest

Schon vor einer Woche hat das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) in den gesamten Gebieten der Kommunen Oelde, Ostbevern, Sassenberg, Telgte, Wadersloh und Warendorf eine Stallpflicht für Geflügel angeordnet. Der Kreis hat jetzt die Aufstallungspflicht auf das gesamte Kreisgebiet ausgeweitet.

 

Aufgrund der aktuellen Häufung der Verbreitungsfälle von HPAIV H5N8 bei Wildvögeln und in Hausgeflügelbeständen, insbesondere auch die aktuellen Nachweise in Nordrhein-Westfalen, wie der heute bestätigte Befund bei einer Ente im Kreis Soest, zeigen, dass es sich um ein flächendeckendes  Geschehen handelt, von dem auch der Kreis Warendorf jederzeit betroffen sein kann. Um eine weitere Verbreitung des Virus und insbesondere die Übertragung in die Hausgeflügelbestände zu verhindern muss daher das bisherige Aufstallungsgebot auf das gesamte Kreisgebiet Warendorf ausgeweitet werden, erläutert Kreisveterinär Dr. Witte.

 

Bei der im Wild- und Hausgeflügelbestand festgestellten aviären Influenza vom Typ H5N8 handelt es sich um eine hoch ansteckende und anzeigepflichtige Viruserkrankung des Geflügels und anderer Vogelarten, die schnell epidemische Ausmaße annehmen und damit Tierverluste und große wirtschaftliche Schäden zur Folge haben kann. Das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) hatte bereits am 9. November das Risiko einer Einschleppung dieser Geflügelpest aus dem Wildbestand in Hausgeflügelbestände als hoch eingestuft.

 

Um dem  hohen Risiko des Eintrags der Geflügelpest in geflügelhaltende Betriebe und Privathaltungen durch infizierte Wildvögel so weit wie möglich vorzubeugen, sind Kontakte zwischen Wildvögel und Hausgeflügel möglichst zu vermeiden.

 

Nachdem bereits in mehreren anderen Bundesländern das Geflügelpest-Virus H5N8 festgestellt worden war, hatte das zuständige Friedrich-Löffler-Institut (FLI) des Bundes auch in NRW den ersten Fall bei einem Bussard im Kreis Wesel bestätigt. Um den Fundort des toten Vogels wurden ein Sperrbezirk und ein Beobachtungsgebiet eingerichtet. Zudem hatte das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) am 18. November in Gebieten mit hoher Geflügeldichte – mehr als 1000 Tiere pro Quadratkilometer  – eine Aufstallung angeordnet. Im Kreis Warendorf galt demnach schon eine Stallpflicht für Geflügel in den gesamten Gebieten der Kommunen Oelde, Ostbevern, Sassenberg, Telgte, Wadersloh und Warendorf.

 

Diese Verfügung des LANUV setzte der Kreis Warendorf in einer Tierseuchenverfügung vom 21. November um. Bereits am 16. November waren landesweit die zuständigen Behörden angewiesen worden, Genehmigungen für Geflügelschauen in NRW zurückzunehmen und keine neuen auszustellen. Durch diese Maßnahme sollte die Wahrscheinlichkeit einer Virus-Ausbreitung begrenzt werden.

 

Zudem hatte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft im Bundesanzeiger eine Eilverordnung mit besonderen Biosicherheitsmaßnahmen für kleine Geflügelhaltungen verkündet, die für das ganze Bundesgebiet gilt.

 

Die Maßnahmen betreffen zum einen die Führung eines Registers mit

  • der werktäglichen Aufzeichnung von Verlusten in Beständen mit bis zu 100 Stück Geflügel und
    • von 10 bis 1000 Stück gehaltenem Geflügel der werktäglichen Aufzeichnung der Gesamtzahl der gelegten Eier.

 

Hinzu kommen für Bestände mit bis zu 1000 Stück Geflügel

 

  • die Sicherung der Ein- und Ausgänge zu den Ställen oder sonstigen Standorten gegen unbefugten Zutritt oder unbefugtes Befahren,
    • die Betretung der Ställe oder sonstigen Standorte des Geflügels nur mit betriebseigener Schutz- oder Einwegkleidung,
    • die unverzügliche Reinigung und Desinfektion der Schutzkleidung nach Gebrauch bzw. die unverzügliche Beseitigung benutzter Einwegkleidung und
    • das Vorhalten von Einrichtungen zum Waschen der Hände sowie zur Desinfektion der Schuhe.

 

Die Tierseuchenverfügung des Kreises im Wortlaut und weitere Informationen finden Sie unter www.kreis-warendorf.de


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