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Kreis will Albersloher Ortskern für durchfahrende Lkw sperren

Erklärten, warum der Kreis Warendorf für den engen Albersloher Ortskern ein Durchfahrtsverbot anordnen will: Landrat Dr. Olaf Gericke, Ordnungsdezernentin Petra Schreier und Edda Brennecke (Leiterin Sachgebiet Straßenverkehr). – (Foto: Kreis Warendorf).

„Die gefährliche Verkehrssituation in Albersloh müssen wir entschärfen. Deshalb wollen wir den Ortskern, wo stellenweise ein Begegnungsverkehr von breiten Lastwagen nicht möglich ist, für den Lkw-Durchgangsverkehr sperren. Für Anlieger und den Busverkehr bleibt die Durchfahrt erlaubt“, teilte Landrat Dr. Olaf Gericke mit. Die Situation in Albersloh unterscheide sich aufgrund der besonderen Enge in dem historisch gewachsenen Dorfkern von anderen Orten im Kreis. Das Lkw-Durchfahrtsverbot soll zunächst befristet werden bis zur Fertigstellung der Umgehungsstraße, die das Land bauen will. Danach müsse beobachtet werden, welche positiven Effekte die Umgehungsstraße für Albersloh hat und ob das Durchfahrtsverbot bestehen bleiben muss, so Dr. Gericke.

 

Vorausgegangen war dieser Entscheidung des Kreises Warendorf als Straßenverkehrsbehörde eine detaillierte Untersuchung des Lkw-Verkehrs im Dorf. Dabei wurde insbesondere ausgewertet, wie viele Lkw Ziele im Ort ansteuern bzw. aus Albersloh kommen und wie hoch der Anteil des Durchgangsverkehrs ist. Das Ergebnis: Im Messzeitraum fuhren täglich in den zehn wichtigsten Verkehrsstunden jeweils durchschnittlich 366 Lkw ab 3,5 Tonnen durch Albersloh, wovon 235 ein Ziel im Ort hatten bzw. aus dem Dorf  kamen und somit dem Anliegerverkehr zuzurechnen sind. 131 davon waren reine „Durchfahrer“. Das bedeutet, dass von einem Durchfahrtsverbot nur 36 Prozent der Lastwagen betroffen sind.

 

„Außerdem haben wir für das Gutachten die Chance genutzt, die uns die aktuelle baustellenbedingte Sperrung im Ortskern bietet und uns die Auswirkung eines Durchfahrtsverbots auf die Alternativstrecken angesehen“, so der Landrat. Die nicht mehr durch Albersloh fahrenden Lkw verteilten sich bei der Zählung recht gleichmäßig auf andere Strecken (L 520,  L 850 sowie die B 54/ B 58). Dies bedeutet, dass u.a mit mehr Verkehr in Rinkerode gerechnet werden muss. In Sendenhorst ist mit einer Verlagerung des Lkw-Verkehrs zu rechnen. Denn wer über Albersloh Richtung Beckum, z.B. zur A 2 fährt, ist in der Regel schon immer über Sendenhorst gefahren – allerdings über das Westtor (am St. Josef –Stift vorbei). Künftig kämen diese Lkw über das Nordtor in Sendenhorst an. Dass schon jetzt über das Nordtor in Sendenhorst mehr Pkw fahren, liegt u.a. an der neuen Wolbecker Umgehung sowie an der aktuellen Sperrung des Albersloher Ortskerns für den gesamten Verkehr.

 

„Dennoch ist das eine gerechtere Verteilung der Verkehrsströme als bisher. Eine Aufteilung von durchschnittlich 131 Lkw auf drei unterschiedliche Routen dürfte sich zudem nicht besonders stark auswirken“, so der Landrat.

 

„Jeder Lkw, der künftig nicht mehr durch die engen Straßen von Albersloh fährt, steigert die Sicherheit im Ortskern“, erklärte Landrat  Dr. Olaf Gericke. Deshalb habe er jetzt das rechtlich notwendige Beteiligungsverfahren, das zwingend vor einer straßenverkehrsrechtlichen Anordnung durchzuführen ist, auf den Weg gebracht. In der nächsten Woche werde seine Behörde den Landesbetrieb Straßen.NRW, die Stadt Sendenhorst sowie die Kreispolizeibehörde Warendorf um Stellungnahmen zu dem Vorschlag bitten. Ebenso werde er das NRW-Verkehrsministerium und die Bezirksregierung informieren.

 

Wann genau das Lkw-Durchfahrtsverbot gelten kann, ist noch offen. Denn es kann nicht direkt nach den derzeit laufenden Bauarbeiten in Albersloh umgesetzt werden, weil Straßen.NRW im Anschluss Baumaßnahmen an der L 851 zwischen Sendenhorst und Drensteinfurt und an der L 520 zwischen Münster-Wolbeck und Sendenhorst durchführen will. Da beide Straßen als Umleitungsstrecken bei einer Lkw-Sperrung in Albersloh genutzt werden, kann der Dorfkern erst nach Ende dieser Bauarbeiten für durchfahrende Lkw gesperrt werden.

 

Zum Hintergrund: Seit Jahren wünschen sich viele Albersloher ein Durchfahrtverbot für auswärtige Lkw. Denn aufgrund der besonderen Straßenführung in Albersloh ruft jede Durchfahrt – insbesondere um den Kirchplatz herum – eine Gefährdungssituation hervor. Deshalb wurden als Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit vom Kreis Warendorf nach Gesprächen mit Bürgern, der Stadt und dem landesbetreib Straßen.NRW sowie Vorschlägen aus einem Verkehrsarbeitskreis u.a. eine Fußgängerampel sowie Tempo 30 angeordnet. Zudem wurde angeregt, die enge Kurve an der Kirche zu verbreitern, was jedoch bislang am Grunderwerb scheiterte. Das im Frühjahr vom Kreis in Auftrag gegebene Gutachten hat die Verhältnisse näher untersucht – nicht nur zahlenmäßig, sondern auch in Bezug auf kritische Situationen (Videoaufnahmen u.a. mit einer Drohne) sowie die Ziele des Lkw-Verkehrs.


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