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Kreis Warendorf, Deutsche Bahn und Bundespolizei engagieren sich für mehr Sicherheit an Bahnübergängen / Neue Warnhinweistafeln

Landrat Dr. Olaf Gericke (2.v.l.) stellte die neuen Warnhinweistafeln zusammen mit Polizeidirektor Peter Vaupel (1.v.r.) von der Bundespolizei sowie mit Guido Göldner (2.v.r.), Leiter Regionalnetze des Regionalbereich West der DB Netz AG, und Manfred Ransmann (Straßen.NRW) vor. - (Foto: Kreis Warendorf).

Der Kreis Warendorf, die Deutsche Bahn und die Bundespolizei haben ihre Bemühungen nochmals intensiviert, die Sicherheit an den unbeschrankten Bahnübergängen entlang der Bundesstraßen 64 und B 51 zwischen Warendorf und Münster zu verbessern. Zwar ist die Anzahl der Bahnübergänge und der Unfälle so niedrig wie nie, aber jeder Unfall ist einer zu viel. Und mehr als 90 Prozent aller Unfälle hätten durch richtiges Verhalten vermieden werden können. Deshalb hat die DB Netz AG mit der Bundespolizei am Bahnhaltepunkt Warendorf Einen-Müssingen die Präventionskampagne „sicher drüber“ vorgestellt. Der Kreis Warendorf präsentierte dabei eine in Eigeninitiative gestaltete Warnhinweistafel. Diese neuen und großflächigen Schilder sollen Verkehrsteilnehmer auf die nicht technisch gesicherten Bahnübergänge aufmerksam machen. Außerdem stellte die DB Netz AG die weitere Entwicklung der Bahnübergänge vor.

„Unser gemeinsames Ziel ist es, alle technisch noch nicht gesicherten Bahnübergänge auf der Strecke zu schließen bzw. zu ersetzen. Bis zur vollständigen Sicherung der Übergänge nehmen wir das Thema Sicherheit verstärkt in die Hand“, erklärte Landrat Dr. Olaf Gericke. „Durch unsere neuen Hinweistafeln wollen wir Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger noch deutlicher auf die Gefahr durch die unbeschrankten Bahnübergänge aufmerksam machen“, sagte der Landrat in Anwesenheit der Beelener Bürgermeisterin und der Bürgermeister von Everswinkel und Telgte. Insgesamt sollen zehn großformatige Warnschilder entlang der Strecke installiert werden – und zusätzlich kleinere Schilder an allen Zufahrten

 

Vielen Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern ist die Bedeutung des Andreaskreuzes und der Sicherungsanlagen am Bahnübergang oft nicht richtig bekannt. Das belegen verschiedene Studien mit teils erschreckenden Ergebnissen. Die Aufklärungskampagne „sicher drüber“ umfasst auch Plakate an und in Zügen und Bussen. Die Bundespolizei nutzt zudem einen Unfall-Pkw, an dem die enormen Kräfte bei einem Aufprall eines Zuges deutlich sichtbar sind. Die Kampagne, die von den Partnern Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), Keolis Deutschland, NordWestBahn, DB Regio NRW, Regionalverkehr Münsterland GmbH (RVM), DB Regio Bus NRW und DB Netze getragen wird,  läuft derzeit in den ländlichen Bereichen des Regionalnetzes Münster-Ostwestfalen (MOW). „Der Schwerpunkt ist zum einen die Präventionsarbeit an Schulen und Berufsschulen z.B. durch Projekte wie ‚Sicheres Verhalten an Bahnübergängen‘ oder die Aktion ‚Junge Fahrer‘. Zum anderen wird die Präventionsarbeit an Informationsständen bei deutschlandweiten Veranstaltungen wie Blaulicht- und Verkehrssicherheitstagen durchgeführt“, erläuterte Peter Vaupel, Polizeidirektor und Leiter der Bundespolizeiinspektion Münster.

 

Derweil setzt die Deutsche Bahn gemeinsam mit den Kommunen, dem Kreis Warendorf und dem Landesbetrieb Straßen.NRW auf die Beseitigung bzw. Sicherung von Bahnübergängen. Mittelfristig sollen zwischen Telgte und Warendorf alle nicht technisch gesicherten Bahnübergänge beseitigt werden. Für diesen Abschnitt liegt ein abgestimmtes Ersatzwegekonzept vor. Zwischen den Bahnhöfen Telgte und Warendorf gibt es aktuell 37 Bahnübergänge – davon sind 33 unbeschrankt. Vor zehn Jahren waren es noch 40 unbeschrankte Bahnübergänge.

 

„Die Beseitigung der Bahnübergänge dient in erster Linie der Sicherheit. Mit den Schließungen und Sicherungen schaffen wir aber auch die infrastrukturellen Voraussetzungen für einen Halbstundentakt zwischen Münster und Warendorf. Denn die Züge dürfen dann schneller fahren“, so Guido Göldner, Leiter Regionalnetze West der DB-Netz AG.

 

Fakten zu Bahnübergängen:

-       In NRW gibt es 2.079 Bahnübergänge, davon sind 460 nicht technisch gesichert.

-       Bundesweit hat sich die Zahl der Bahnübergänge seit 1950 mehr als halbiert.

-       Die Zahl der Unfälle konnte in NRW seit 2013 von 34 auf 20 (2016) gesenkt werden.

-       Bundesweit ist die Zahl der Bahnübergangsunfälle seit 1995 durch kontinuierliche Aufklärung und Beseitigung von Bahnübergängen um gut drei Viertel gesunken: von 603 auf 140 Unfälle im Jahr.

 

 

 

 


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