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Kreis geht bei Förderschulen neue Wege

Die Landkarten mit den künftigen Förderschulen in Trägerschaft des Kreises zeigen Landrat Dr. Olaf Gericke (l.), Kreisschuldezernentin Brigitte Klausmeier und Kreisdirektor Dr. Stefan Funke. – (Foto: Kreis Warendorf).

Für die Bereiche „LES“ (Lernen, Emotionale und soziale Entwicklung sowie Sprache) hat der Kreis Warendorf ein neues Förderschulkonzept entwickelt. „Wir gehen neue Wege und werden dem Kreistag und den zuständigen Gremien – den Anfang der Beratungen macht am 13. Juni der Schulausschuss – das mit der Bezirksregierung abgestimmte Konzept vorschlagen“, kündigte Landrat Dr. Olaf Gericke in einem Pressegespräch im Kreishaus an. Am 13. Juni wird das Konzept im Schulausschuss beraten, anschließend geht es in weitere Ausschüsse und in den Kreistag.

 

In den vergangenen Jahren wurden Förderschulen im Kreis – insbesondere für den Bereich Lernen – geschlossen – u.a., weil sie die Mindestschülerzahlen nach den früheren Vorgaben des Landes nicht erreichten. „Aber eine Förderschulangebot wird für den LES-Bereich wird weiter benötigt. Diese Rückmeldung kommt von vielen Eltern im Kreis. Wir sagen Ja zur Inklusion, setzen aber auf Wahlfreiheit der Eltern und die bestmögliche Förderung für das Kind“, erklärte Landrat Dr. Gericke, warum der Kreis jetzt neue Wege bei den Förderschulen gehen will. Dabei werde man keine Rolle rückwärts in Sachen Inklusion machen, sondern auf neue Modelle wie schulische Lernorte und Teilstandorte sowie auf Durchlässigkeit zu den Regelschulen setzen.

 

„Wichtig ist uns dabei auch, dass wir möglichst ortsnahe Angebote machen können. Sowohl für die Förderschwerpunkte Sprache und Lernen als auch für Emotionale und soziale Entwicklung planen wir jeweils Angebote im Nord- und Südkreis‘“, erläuterte Brigitte Klausmeier, Schuldezernentin des Kreises. Hier ein Überblick:

 

Förderschule mit Schwerpunkten Sprache und Lernen:

  • Die Astrid-Lindgren-Schule (ALS) in Warendorf in Trägerschaft des Kreises – bisher Förderschule Sprache – wird zum Schuljahr 2019/20 um den Förderschwerpunkt „Lernen“ erweitert. Dadurch entsteht eine neue Verbundschule Sprache/Lernen.
  • Die ALS erhält zudem ab 2019/20 einen neuen Teilstandort in Beckum, ebenfalls mit Förderschwerpunkten Sprache und Lernen.
  • Die auslaufende Overbergschule Beckum mit dem Förderschwerpunkt Lernen wird zum neuen Teilstandort der ALS in Beckum und um den Förderschwerpunkt „Sprache“ erweitert. Der Kreis Warendorf übernimmt die Trägerschaft von der Stadt Beckum.
  • Der Bereich Sprache wird jeweils aufbauend mit den Klassen 1 – 4 geführt, der Bereich Lernen mit den Klassen 1 - 10. Im Endausbau rechnet der Kreis mit 170 Schülerinnen und Schülern in Beckum und 150 in Warendorf.
     

Schulisches Angebot mit dem Förderschwerpunkt „Emotionale und soziale Entwicklung“ – kurz ESE:

  • Für Schüler mit besonders ausgeprägtem Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung werden in Ahlen und in Warendorf so genannte schulische Lernorte eingerichtet. Deshalb wird der Kreis wieder selbst Träger des Regenbogenschulhauses in Ahlen, das nach der Schließung der Regenbogenschule 2015 nur noch Teilstandort der Förderschule ESE des Kreises Coesfeld ist. Damit es auch im Nordkreis ein ESE-Angebot gibt, wird das Regenbogenschulhaus um einen Teilstandort in Warendorf erweitert.

 

Kreisdirektor Dr. Stefan Funke ging auf die Standorte bzw. Gebäude der künftigen Förderschulen und schulischen Lernorte ein:

 

  • Astrid-Lindgren-Schule, Standort Warendorf (Verbundschule Sprache und Lernen), Siskesbach 2: Dort stehen auch für eine wachsende Schule ausreichend Räume zur Verfügung, weil die derzeit noch vom Berufskolleg (BK) genutzten Räume durch eine Erweiterung des BK-Hauptsandortes frei werden.  
  • „Astrid-Lindgren-Schule, Standort Beckum“ (Verbundschule Sprache und Lernen): Start im Sommer 2019 in Räumen der früheren Overbergschule, Auf dem Jakob 30, Ende 2020: Umzug in die benachbarte Paul-Gerhardt-Schule. Dieses Gebäude ist größer und für die erwarteten Schülerzahlen geeignet sowie in einem besseren Zustand. Der Kreis will die Paul-Gerhardt-Schule von der Stadt erwerben und sanieren. 2 Mio. € stehen dafür aus dem Landesprogramm „Gute Schule“ zur Verfügung.
  • Regenbogenschulhaus (Förderschwerpunkt „ESE“, Teilstandort Ahlen): das bestehende Gebäude (Im Pattenmeicheln 14) kann genutzt werden.
  • Regenbogenschulhaus (Förderschwerpunkt „ESE“, Teilstandort Warendorf): Dafür muss ein neues Gebäude errichtet werden. Als Standort schlagen wir eine Fläche am Berufskolleg Warendorf vor.

 

Landrat Dr. Olaf Gericke fasste die wesentlichen Punkte zusammen:

  • „Das Förderschulangebot mit dem Schwerpunkt „Sprache“ dehnen wir auf den Südkreis aus
  • Das Angebot mit dem Schwerpunkt „Lernen“ im Südkreis bleibt erhalten und wird auf den Nordkreis ausgedehnt
  • Für den Förderschwerpunkt „Emotionale und soziale Entwicklung“ gibt es weiterhin ein Angebot in Ahlen und künftig auch in Warendorf
  • Für all diese neuen Schulen übernimmt der Kreis die Trägerschaft – für den Bereich Lernen und Sprache entlasten wir damit die Städte, die bisher Träger waren. Dass wir als Kreis diese Aufgabe übernehmen ist richtig, denn auch aus den umliegenden Kommunen kommen Schüler! An der Astrid-Lindgren-Schule bleiben wir Träger, erweitern aber das Angebot um den Bereich Lernen. In Ahlen werden wir wieder Träger für ESE und bald auch neu in Warendorf“
     

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