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Jobcenter Kreis Warendorf auch hinter verschlossenen Türen aktiv - Bildungsträger bieten neue kreative Lernformen an

Olivia Wojtusiak und Sebastian Scheurer von Chance e.V. führen am Standort Ahlen Einzelcoachings für Langzeitarbeitslose durch – in diesen Tagen per Telefon oder Chat.

Seit knapp einem Monat schränkt die Corona-Krise auch die persönlichen Beratungsgespräche der Hilfebedürftigen mit ihren Ansprechpersonen im Jobcenter ein. „Die Auszahlung der Leistungen hat jedoch oberste Priorität und ist sichergestellt“, erklärt Sozialdezernentin Brigitte Klausmeier.

 

Viele Hilfebedürftige benötigen außer den lebensnotwendigen finanziellen Geldleistungen auch weiterhin eine individuelle Unterstützung bei ihrer Arbeitsuche. Dafür stehen die Fachkräfte des Jobcenters Kreis Warendorf weiterhin mit Rat und Tat telefonisch und per E- Mail zu den gewohnten Sprechzeiten zur Verfügung.

 

Das Jobcenter arbeitet in dieser Zeit zudem weiterhin mit den regionalen Bildungsträgern eng zusammen. Viele Bildungsträger haben ihre Leistungsangebote auf alternative Lernmethoden ausgerichtet. „In extrem kurzer Zeit wurden neue, unkonventionelle und kreative Unterrichtsformen von den Trägern entwickelt, um die Arbeitsuchenden auch in dieser Zeit bestmöglich unterstützen zu können“, lobt der Amtsleiter des Jobcenters, Dr. Ansgar Seidel, die regionalen Träger der Arbeitsförderung. Einen positiven Nebeneffekt macht der Amtsleiter auch aus. „Die intensive Befassung mit den neuen Lernmethoden fördert die digitale Kompetenz der Teilnehmer“, sagt Dr. Seidel.

 

Das Beispiel des Trägers Chance e.V. verdeutlicht, wie aus der Not eine Tugend gemacht wird. Der Träger führt zusammen mit dem ASB Münsterland e.V im Auftrag des Jobcenters Kreis Warendorf seit August 2019 ein ganzheitliches Einzelcoaching für rund 350 Langzeitarbeitslose durch und hat seine Methoden den Umständen angepasst. „Um auch in der jetzigen schwierigen Zeit, weiter für unsere Teilnehmenden da sein zu können, wurde das gesamte Team kreativ und hat nach individuellen Lösungen gesucht“, berichtet Adriana Kerkgeers-Moormann, Abteilungsleiterin beim Chance e.V. Münster. „Es ist wichtig, auch in dieser Zeit kontinuierlich an den bisherigen Zielen für die Teilnehmer weiter zu arbeiten, damit sie nicht aus den Blick geraten.“ So führen die Mitarbeitenden des Trägers die Beratungen konsequent telefonisch oder per Chat durch. Zudem werden mit den Teilnehmenden Hausaufgaben vereinbart. Die Ergebnisse werden dem Coach zugesandt und anschließend gemeinsam besprochen.

 

„Viele Teilnehmer verfügen über Chatprogramme auf ihren Handys. Das kommt uns gerade sehr entgegen. So halten wir den Kontakt zu ihnen und können z.B. gemeinsam Lebensläufe und Bewerbungen erstellen“, berichtet eine Mitarbeiterin. Um effektiv auf Bewerbungsgespräche vorzubereiten wird auf Skype und Lern-Apps zurückgegriffen, wo Übungsräume für die Teilnehmenden selbst gestaltet wurden. Das eröffnet die Möglichkeit, sich mit den gemeinsam erarbeiteten Zielen besser auseinanderzusetzen, sich im Anschluss daran gemeinsam im Video-Chat auszutauschen und Strategien zu entwickeln.

 

Auch bei den Bewerbungen für das Unternehmen Amazon wird das so praktiziert. Im neuen Logistikzentrum in Oelde entstehen in diesem Jahr mehr als 1000 neue Arbeitsplätze. Die Teilnehmenden erhalten eine telefonische Unterstützung beim Online-Bewerbungsverfahren für den Großkonzern. Annähernd 100 Teilnehmende haben sich bereits online um eine Anstellung bei Amazon beworben.


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