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Gespräche, die Mut machen

Gaben interessierten Frauen Starthilfe für den (Wieder-)Einstieg in den Beruf: André Deppe (Jugendamt Ahlen), Ute Harling (ev. Kinderzentrum Kigaro Ahlen), Andrea Mick (Agentur für Arbeit Ahlen-Münster), Bettina Dittmar (Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Warendorf), Elke Schlautmann (Jobcenter Kreis Warendorf) und Anja Helm (Kommunikationstrainerin).

Je länger Frauen sich ausschließlich um die Erziehung ihrer Kinder kümmern, desto schwieriger wird es für sie, einen Weg zurück in die Berufstätigkeit zu finden. Die Akademie für Erziehende in Ahlen leistete ihren Teilnehmerinnen umfassende Starthilfe. Die Organisatorinnen Andrea Mick aus der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, Elke Schlautmann vom Jobcenter Kreis Warendorf, Bettina Dittmar von der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Warendorf und Christine Klang, Gleichstellungsbeauftragte von der Stadt Ahlen boten an vier Tagen Workshops und Gesprächsrunden, in denen sich Frauen, die den (Wieder-) Einstieg in den Beruf planen, informieren, austauschen und ihre Berufsrückkehr systematisch vorbereiten konnten.

 

Kommunikationstrainerin Anja Helm führte die Teilnehmerinnen Schritt für Schritt durch die Veranstaltung. Ihr war es wichtig, die Frauen da abzuholen, wo sie auf ihrem individuellen Weg standen. „Sie müssen für sich realisieren, welche Stärken bei ihnen liegen. Dann können sich die Teilnehmerinnen für ein Vorstellungsgespräch auch so vorbereiten, dass ihre Chance auf Erfolg deutlich steigt“, erklärt Andrea Mick. Wenn der gewünschte Erfolg aber nicht gleich eintritt, so sollte man das Bewerbungsverfahren als Training und nicht als Scheitern ansehen, rät sie. Häufig stehen den angehenden Wiedereinsteigerinnen Selbstzweifel im Weg. Dabei haben sie unbewusst neue Kompetenzen erworben – Familienverantwortung bedeutet Zeitmanagement, flexibles Reagieren auf ständig neue Ereignisse, Moderation und Motivation. Diese Kompetenzen galt es während der Veranstaltung zu aktivieren und sichtbar zu machen, um den Frauen zu helfen.

 

Viele Frauen merken während der Erziehungsphase, dass sie beruflich eine neue Richtung einschlagen wollen. Um den nächsten Schritt zu gehen, fehlt ihnen aber häufig das Wissen, wie sie ihre Ideen umsetzen können. Die Akademie für Erziehende bringt aus diesem Grund ein ganzes Netzwerk zusammen. Während Anja Helm den Frauen hilfreiche Tipps mit auf den Weg gab, wie sie eine Eigenmarke entwickeln und Selbstvertrauen schöpfen können, brachte Esther Laukötter wissenswerte Informationen rund um Nutzen und Risiken der Sozialen Netzwerke im Bewerbungsprozess mit. Der Kommunikationswissenschaftlerin der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster gelang es, Licht in den Dschungel der Online-Möglichkeiten zu bringen. Ausgewählte Soziale Netzwerke können zu hilfreichem Bausteine im Bewerbungsprozess werden.

 

In Einzelgesprächen boten die Netzwerkpartnerinnen hilfreiche Informationen an. So klärte Andrea Mick von der Arbeitsagentur Ahlen-Münster über Möglichkeiten von Teilzeit-Berufsausbildungen auf, die es auch Frauen und Männern mit familiären Verpflichtungen erlauben, einen neuen Berufsabschluss zu erreichen. Elke Schlautmann vom Jobcenter Kreis Warendorf zeigte anhand des elektronischen Wiedereinstiegsrechners des Bundesfamilienministeriums, wie sich ein beruflicher Wiedereinstieg im Portemonnaie bemerkbar macht. Mit nur wenigen persönlichen Angaben kann sich jeder einen Überblick über sein ungefähres Gehalt und den damit verbundenen Rentenansprüchen verschaffen. Schnell wurde den Frauen klar, welcher finanzielle Anreiz besteht, mehr als nur einen 450-Euro-Job anzunehmen. Bettina Dittmar von der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Warendorf mbH beriet Frauen, die sich mit einer Geschäftsidee selbständig machen wollen. Tipps zur perfekten Bewerbung für den Traumjob hatte Anja Helm mitgebracht und Ute Römer stärkte die Teilnehmerinnen in ihrem Selbstvertrauen. Den wichtigen Aspekt der Kinderbetreuung griff Andre Deppe vom Jugendamt der Stadt Ahlen ganz konkret auf. Erst wenn diese über Kindertagespflege, Kita oder Ganztagsbetreuung gesichert ist, kann der Schritt in die Berufstätigkeit gelingen.

 

„Ich finde hier alle Personen, die mich beraten können, an einem Ort. Das ist besonders positiv, gerade wenn man noch nicht genau weiß, wo es beruflich hingehen wird und welche Angebote es gibt“, erklärte eine Teilnehmerin. „Diese Veranstaltung war sehr motivierend“, fügte eine andere Frau hinzu. „Man merkt, dass es Chancen auf dem Arbeitsmarkt gibt, auch wenn man viele Jahre draußen war. Die Gespräche haben richtig Mut gemacht.“

 „Das war unser Ziel“, freut sich Andrea Mick und ergänzt: „Die Möglichkeiten für Wiedereinsteigerinnen auf dem Stellenmarkt sind sehr gut, viele Arbeitgeber suchen intensiv nach Mitarbeitern. Durch gute Einarbeitung oder Weiterqualifizierung am neuen Arbeitsplatz können die Berufsrückkehrerinnen in kurzer Zeit zu wichtigen Mitarbeiterinnen der Betriebe werden. Die Kompetenzen, die sie in der Zwischenzeit erworben haben, helfen ihnen dabei.“

 

Die Akademie für Erziehende ist ein Angebot, welches jährlich im Kreis Warendorf stattfindet.


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