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„Eros & Thanatos“: Museum Abtei Liesborn zeigt Bilder internationaler Künstler / Werke aus der SØR Rusche Sammlung

Groß war das Interesse an der Eröffnung der Ausstellung, die bis zum 4. November im Museum Abtei Liesborn zu sehen ist. In der ersten Reihe (2. bis 6 v.l.): Dr. Hans-Werner Schmidt, Dr. Dr. Thomas Rusche, Dr. Anna Arizzi-Rusche, Dr. Olaf Gericke und Dr. Elisabeth Schwarm.
Leben und Tod nah beieinander sind auf diesem Gemälde von Johannes Hüppi zu sehen.

Unter dem Titel „Eros & Thanatos“ ist im Museum Abtei Liesborn eine Ausstellung mit 50 zeitgenössischen Gemälden international bekannter Künstler aus Europa, Afrika und den USA zu sehen. Die Werke stammen aus der Sammlung SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin. Groß war das Interesse schon bei der Ausstellungseröffnung, zu der Landrat Dr. Olaf Gericke und Museumsleiterin Dr. Elisabeth Schwarm knapp 100 Besucher begrüßten.

 

„Es ist das erste Mal, dass das Museum eine komplette Ausstellung von Dr. Dr. Thomas Rusche übernimmt. Ich bin froh, dass unser Kreis in seinem Museum diese künstlerisch herausragenden und zur Diskussion anregenden Werke zeigen kann“, sagte der Landrat, der sich dafür bei Dr. Dr. Thomas Rusche bedankte.

 

Den Einführungsvortrag hielt Dr. Hans-Werner Schmidt  Der ehemalige Direktor des Museums der Bildenden Künste in Leipzig wies auf die Gegensätze und gleichzeitig die Nähe von Leben und Tod hin, die in der Ausstellung sichtbar werde. Eros ist in der griechischen Mythologie der Gott der begehrenden Liebe; Thanatos, sein großer Gegenspieler, ist der Gott des Todes. Lebenstrieb und Todestrieb, ein Gegensatzpaar, das nicht erst seit Sigmund Freud in Werken der bildenden Kunst, Literatur und Musik thematisiert wird, sind in den Bildern der Schau - mal offensichtlich, mal subtil - präsent.

 

Auf einem Gemälde von Johannes Hüppi, das eine schöne junge Frau neben einem Totenkopf zeigt, stehen blühendes Leben und Todesgefahr ganz offensichtlich nebeneinander. Hier kommt der Tod nicht als Freund, sondern als ultimative Bedrohung.

 

Eine Reihe von Blumenstillleben führt dem Betrachter Blühen und Vergehen als einander bedingende Lebensprinzipien vor Augen. Der grinsende Schädel mit Perlenkette im Mund auf dem Blumenstilleben in Hochglanzoptik von L.C. Armstrong steht für den Triumph des Todes über das Leben und die vernichtende Macht von Thanatos, die auch in den abgebrannten Zündschnüren zum Ausdruck kommt, die anstelle von Blumenstengeln in das Gemälde eingefügt sind.

 

Die schöpferische Kraft des Eros, die nicht nur zu neuem Leben führen kann, sondern auch Phantasie und künstlerische Schaffenskraft befeuert, wird in dem Werk Action Painting von Norbert Bisky deutlich. Genau diese Kraft wird durch den Kastrationsakt, der auf dem Gemälde Die Erbschaft von Ruprecht von Kaufmann angedeutet ist, zerstört.

 

Das christliche Verständnis von Tod klingt in einem Aquarell von Marlene Dumas an. Es zeigt ein Antlitz Christi mit Dornenkrone, dessen Bildaussage durch die Inschrift „You could ask yourself would Jesus have done the same“ unterstrichen wird. Gleichzeitig verweist das Werk auf den katholischen Glauben des Sammlers Dr. Dr. Thomas Rusche, dessen Großzügigkeit die Leihgaben für diese Ausstellung zu verdanken sind.

 

Die Ausstellung ist bis zum 4. November zu folgenden Zeiten zu sehen:

dienstags bis freitags von  9 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr; samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr.  

Montags und an allen Feiertagen bleibt das Museum geschlossen.

 

Zu der Ausstellung ist ein preisgekrönter Katalog für 35 Euro erhältlich. Sonntags finden um 15 Uhr öffentliche Führungen durch die Ausstellung statt. (Preis: zwei Euro). Gruppenführungen sind nach vorheriger telefonischer Anmeldung möglich. Für Schulklassen gibt es kostenlose museumspädagogische Angebote.

 

 

 

 


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