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6. Februar: Internationaler Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung

Zum internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung am 6. Februar informiert das Gesundheitsamt des Kreises über die noch immer praktizierte weibliche Genitalbeschneidung in afrikanischen und asiatischen Ländern. Durch die Migrationsbewegung leben auch in Deutschland Frauen und Mädchen, die von Beschneidung betroffen oder bedroht sind. Eine kreisinterne Arbeitsgruppe unter der Koordination des Gesundheitsamtes erarbeitet hierzu derzeit u.a. Maßnahmen zu Sensibilisierung der Öffentlichkeit.

 

Die weibliche Genitalbeschneidung beruht auf lang gepflegten Traditionen und kulturellen Einstellungen. Sie wird in immer jüngerem Alter vorgenommen, um Fragen der Schulbehörden zu vermeiden und zu verhindern, dass sich die Mädchen gegen den Eingriff wehren. Die Beschneidung wird z.B. während einer Urlaubsreise in das Heimatland, in der Regel durch Laien und häufig ohne entsprechende Hygienemaßnahmen, durchgeführt. Viele Betroffene leiden ihr Leben lang unter den körperlichen und psychischen Folgen des Eingriffs und benötigen dauerhaft medizinische Behandlung.

 

Nach Schätzungen von Terre des Femmes, Menschenrechte für die Frau e. V., leben in Deutschland ca. 70.000 Frauen, die beschnitten wurden, und ca. 17.700 Mädchen, die von Beschneidung bedroht sind. In NRW wird die Zahl betroffener Frauen auf ca. 14.600 und die Zahl bedrohter Mädchen auf ca. 3.900 geschätzt.

 

Weibliche Beschneidung findet im Verborgenen statt. Sie ist ein Tabuthema und für die Betroffenen häufig mit Scham besetzt. Ein Ausbrechen aus den in der Familie und kulturellen Gemeinschaft verfestigten Traditionen ist ihnen häufig kaum möglich. Umso wichtiger ist die Sensibilisierung des sozialen Umfelds für die Problematik. „Nur so können medizinische und pädagogische Fachkräfte eine mögliche Gefährdung richtig einschätzen und zum Schutz von Mädchen beitragen“, so Gesundheitsdezernentin Brigitte Klausmeier.

 

In Deutschland ist die Beschneidung von Mädchen und Frauen als Körperverletzung strafbar. Bei Verdacht auf drohende Beschneidung eines Mädchens besteht die Möglichkeit, sich an eine entsprechende Beratungsstelle (z. B. stop mutilation in Düsseldorf oder Terre des Femmes in Berlin) oder an das Jugendamt oder die Polizei zu wenden. Darüber hinaus ist auch eine einfühlsame Ansprache der Eltern des Kindes möglich.

 

„Entscheidend im Kampf gegen die weibliche Genitalbeschneidung ist allerdings eine Bewusstseins- und Einstellungsänderung bei den Menschen, in deren Kulturkreis diese grausame Praktik noch zum festen Bestandteil der Tradition gehört“, so Dr. Wolfgang Hückelheim, Leiter des Kreisgesundheitsamtes.

 

Weitere Informationen unter www.kutairi.de


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