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Kreisarchiv probte für den Notfall / Was tun, wenn das Wasser im Magazin steht?

Was zu tun ist, wenn ein Magazinteil unter Wasser steht, darum ging es bei einer Notfallübung des Kreisarchivs. Im Bild v.l.n.r.: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Victoria Wegener, Ludger Pohlplatz, Mareike Stiller, Anna Bäumer, Thomas Szymczyk, Jannik Schröder und Birgit Geller vom LWL-Archivamt für Westfalen sowie Kreisarchivar Dr. Thomas Brakmann und Mitarbeiter Klaus Zurwieden.
Das geborgene Archivgut wird für den Gefriervorgang vorbereitet und in Stretchfolie verpackt. Im Hintergrund das in Kunststoffbehältern geborgene Archivgut.
Wassergeschädigte Großformate wie Plakate und Karten galt es plan zu legen.
Birgit Geller (LWL Archivamt für Westfalen, Münster) erläutert die Sofortmaßnahmen zur Rettung wassergeschädigter Archivalien.

Gerüstet sein für eine Katastrophe, die hoffentlich niemals eintritt – das war das Ziel einer Notfallübung des Kreisarchivs Warendorf. Das Übungsszenario war allerdings auch nicht so unwahrscheinlich: Vom Starkregen oder durch einen Wasserrohrbruch war ein Magazinteil unter Wasser gesetzt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kreisarchivs Warendorf simulierten unter professioneller Anleitung und Unterstützung von Birgit Geller vom LWL-Archivamt für Westfalen nun die Bergung von Archivgut.

 

Die Notfallübung wurde möglich durch eine Zuwendung der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) im Rahmen ihrer letztjährigen Schwerpunktförderung „Vergessene Kostbarkeiten“. Die KEK ist bei der Staatsbibliothek zu Berlin angesiedelt und finanziert sich aus den Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Kulturstiftung der Länder.


Nachdem der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien dem Kreisarchiv die Mittel zugewiesen hatte, konnten im Dezember 2015 insgesamt drei Notfallboxen-Sets beschafft werden. Jetzt wurde der Einsatz der Materialien erprobt werden. Im Vorfeld der Übung wurden nicht mehr benötigte Materialien aus Papier (Bücher, Akten, Plakate, Karten) sowie Doppelexemplare von Fotos, Dias und Fotonegativen aus dem Kreisarchivs gewässert. Nach einer Einführung in den Umgang mit wassergeschädigtem Archiv- und Bibliotheksgut wurden zwei Teams gebildet, die sich um das Dokumentieren des Schadens, die Sortierung nach Schadensarten, das fachgerechte Bergen und Sichern sowie um die Vorbereitungen für den Trocknungsprozess kümmerten. Auch das Verpacken der Unterlagen in Spezialfolie für den Gefriertrocknungsprozess, der zur Vermeidung von mikrobiellem Befall notwendig ist, wurde trainiert.

 

Ein wesentliches Anliegen der Übung bestand darin, aufeinander abgestimmte Abläufe zu trainieren, die auch in einem echten Notfall funktionieren müssen. Gerade das Trainieren der Abläufe und ihre Wiederholung macht es möglich, im Ernstfall automatisch die richtigen Dinge zu tun.

 

Zum Abschluss wurden die Erkenntnisse aus der Übung besprochen sowie Verbesserungsmöglichkeiten bei den eingesetzten Hilfsmitteln, der Einrichtung der Arbeitsplätze, der Wahl der Transportwege, den Verfahren zur Dokumentation sowie bei der Organisation und Vorgehensweise der Teams diskutiert. Einig waren sich alle Beteiligten, dass die Übung ein wichtiger Beitrag war, um im Ernstfall bei der Bergung und Erstversorgung geschädigten Kulturguts wirkungsvoll geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

 

„Die Übung hat uns deutlich vor Augen geführt, dass der Einsatz aller Beteiligten im Notfall gut koordiniert und alle Arbeitsschritte gut ineinander greifen müssen, um optimal zu funktionieren“, bilanzierte Dr. Thomas Brakmann, Leiter des Kreisarchivs.

 

Kontakt:

Kreisarchiv Warendorf

Dr. Thomas Brakmann

Waldenburger Str. 2, 48231 Warendorf

02581.53-1040  //  thomas.brakmann@kreis-warendorf.de

  


 

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