Sie war eine der
modernsten Zechen des ausgehenden Kaiserreichs, und vor allen Dingen war sie
damals die tiefste: Die Zeche "Westfalen" in Ahlen. Denn anders als
im Ruhrgebiet, wo das "schwarze Gold" an manchen Stellen fast direkt
an die Erdoberfläche stieß, musste man in Ahlen auf eine bislang unerreichte
Tiefe von über 1 km hinunter. Der Aufbau der Zeche begann im Jahr 1907. Fast
vom ersten Tag an herrschte Arbeitskräftemangel. Qualifizierte Arbeiter gab es
in der direkten Umgebung nur wenige, und darum wurden Arbeitskräfte aus aller
Herren Länder angeworben. Allerdings: Die Arbeit war hart und die Unterbringung
schlecht, denn der örtliche Wohnungsmarkt war gar nicht in der Lage, die vielen
Neuankömmlinge aufzunehmen. Die Lösung: eine eigene zur Zeche gehörende
Siedlung. So entstand - nach dem Vorbild der englischen
"Gartenstädte" die Kolonie. Zwischen 1911 und 1924 wurden insgesamt
1094 Arbeiter- und 117 Beamtenwohnungen gebaut. Die gesamte Zechenkolonie steht
heute unter Denkmalschutz und wird seit 1991 Stück für Stück saniert und
heutigen Wohnbedürfnissen angepasst. Auch die Nachnutzung der Zechengebäude ist
bereits in Arbeit. Bis Mitte 2006 entsteht dort Raum für Gewerbe,
Dienstleistungen, Kultur und Freizeit.
