Der dichten Bebauung im
Altstadtkern von Drensteinfurt ist es zu verdanken, dass dieses Zeugnis
jüdischer Kultur im Münsterland heute noch erhalten ist. Denn als in der Pogromnacht
1938 das Innere der Synagoge verwüstet und die Kultgegenstände entwendet
wurden, traute sich aus Furcht vor einem Großbrand niemand, das jüdische
Bethaus in der engen Gasse auch noch anzuzünden. Und so steht das kleine
Backsteingebäude noch heute unauffällig zwischen seinen Nachbarhäusern. Nur
eine hebräische Inschrift über der Eingangstür weist auf die besondere
Bestimmung des Hauses hin. Nachdem die verwüstete Synagoge lange Jahre als
Lager und Abstellraum diente, wurde sie in den achtziger Jahren unter
Denkmalschutz gestellt und behutsam restauriert. An der Ostwand markiert heute
eine große weiße Fläche die Stelle, wo vor der Reichspogromnacht der
Thoraschrein gestanden hat. Auch wenn das Gebäude seine ursprüngliche
Bestimmung nicht mehr erfüllt, so ist es doch mit den hier stattfindenden
Veranstaltungen ein Ort, an dem ein Teil der jüdischen Kultur erfahrbar wird.
Synagogengasse
48317 Drensteinfurt
0 25 08/4 38
