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„Metall ist genau mein Ding“ / Innungsbester Immanuel Schulz hat nach langem Anlauf seinen Beruf gefunden

Immanuel Schulz (r.) absolvierte seine Ausbildung zum Metallbauer als Innungsbester – nach Vermittlung durch das Jobcenter Kreis Warendorf (im Bild Mitarbeiter Lennart Cornelsen, 1.v.l.) und der Ausbildung bei SBH West GmbH in Ahlen (2.v.l. Standortkoordinator Gerd Swidde). Jetzt arbeitet Immanuel Schulz bei der Metallbaufirma Sierota in Ahlen. In der SBH-Werkstatt zeigt er sein Gesellenstück: eine Halterung für einen TV-Monitor.

Wenn ein Auszubildender seinen Abschluss als Innungsbester hinlegt, dann ist das in jedem Fall ein tolles Erfolgserlebnis. Für den frisch gebackenen Metallbauer Immanuel Schulz war es aber etwas ganz Besonderes, als ihm die Metall-Innung Warendorf nach der Gesellenprüfung diese Auszeichnung verlieh. Denn der Weg zu diesem Erfolg – er war für Immanuel Schulz lang und verlief oft im Zick-Zack-Kurs. Etliche Schwierigkeiten musste der heute 37-Jährige dabei bewältigen – doch mit der Unterstützung des Jobcenters Kreis Warendorf hat er sein Ziel erreicht. Er hat seine Ausbildung nicht nur mit Bravour absolviert, sondern jetzt endlich auch einen Beruf gefunden, der ihm Freude macht. „Metall lag mir schon immer. Das ist genau mein Ding“, sagt Immanuel Schulz.


Wenn Lennart Cornelsen, der ihn im Jobcenter Kreis Warendorf betreute, diesen späten, aber erfolgreichen Berufseinstieg mit Hilfe des Förderinstruments „Berufliche Weiterbildung“ schildert, dann klingt das schon fast unglaublich. „Ein bisschen Glück war sicherlich auch dabei, dass ab 2013 eins zum anderen passte“, berichtet der Jobcenter-Mitarbeiter. Doch er blickt zunächst zurück auf den langen und schweren Weg, den Immanuel Schulz bis dahin zurückgelegt hatte: Nach der Schulentlassung 1996 hatte der Beckumer eine erste betriebliche Ausbildung zum Anlagenmechaniker aufgenommen, die er nach zwei Jahren abbrach. Es folgten zwei weitere Ausbildungsabbrüche im gleichen Beruf. Danach war der junge Mann arbeitslos. Zwischenzeitlich war er als Leiharbeiter in verschiedenen Branchen tätig. Das Jobcenter sorgte dafür, dass er an Qualifizierungsmaßnahmen teilnahm – doch der erwünschte Erfolg, die Vermittlung in ein dauerhaftes Arbeitsverhältnis, blieb zunächst aus. Schulden häuften sich an und er verlor den Führerschein.


Obwohl Immanuel Schulz 2013 wahrlich nicht mehr jung war für den Beginn einer Berufsausbildung, und obwohl er einen schweren Rucksack mit Problemen trug, gab sein Berater beim Jobcenter die Hoffnung keineswegs auf. Er bekam ab Juni 2013 einen Platz bei der SBH West GmbH in Ahlen. Doch schon bald holten ihn seine persönlichen Probleme wieder ein. Nach knapp einem halben Jahr brach er die Umschulung ab. Doch Immanuel Schulz gab nicht auf – und das Jobcenter gab ihm eine weitere Chance. Nach einer Therapie durfte er erneut mit der Umschulung zum Metallbauer beginnen – wieder bei der SBH West GmbH in Ahlen. „Dass mir das Jobcenter trotz mehrerer Abbrüche noch diese Chance gegeben hat, fand ich toll. Dafür bin ich überaus dankbar“, blickt Immanuel Schulz zurück.


Und diesmal lief alles sehr gut – bis zum erwähnten erfolgreichen Abschluss als Innungsbester Ende Januar 2017. „Das war auch für uns etwas ganz Besonderes“, berichtet Gerd Swidde, Standortkoordinator bei der SBH West. Dort absolvierte der Umschüler große Teile der Ausbildung – ergänzt durch Praktika bei der Maschinen- und Metallbaufirma Sierota in Ahlen. Markus Sierota war angetan vom Einsatz und Geschick des Praktikanten. „,So einen Mitarbeiter könnte ich auf Dauer gut gebrauchen‘, habe ich schon nach den ersten Tagen gedacht“, erzählt der Inhaber des kleinen Betriebs, der Maßanfertigen aus Metall – zum Beispiel Treppen oder Balkonbrüstungen – anfertigt und installiert. „Logisch, dass wir nichts dagegen hatten, dass Herr Schulz auch sein zweites Praktikum während der Umschulung bei der Firma Sierota machen durfte“, erinnert sich Lennart Cornelsen vom Jobcenter.


Nach seinem erfolgreichen Ausbildungsabschluss ist Immanuel Schulz nun seit Februar als Metallbauer bei der Firma Sierota beschäftigt. Das Jobcenter Kreis Warendorf zahlt dem Betrieb dafür zunächst einen Eingliederungszuschuss. Damit wird unter anderem ausgeglichen, dass Immanuel Schulz derzeit keinen Führerschein hat und so nicht alleine zu Montage-Terminen auf Baustellen gelangen kann. Nebenbei besucht  der zweifache Vater einmal wöchentlich abends in Warendorf einen Englischkurs – eine Voraussetzung dafür, damit er die Mittlere Reife nachholen kann. Für die Zukunft nennt er ein weiteres Ziel: „Wenn es geht, möchte ich irgendwann die Meisterprüfung absolvieren.“


Weitere Informationen zum Förderinstrument „Berufliche Weiterbildung“  unter www.jobcenter-kreis-warendorf.de


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