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Vor 120 Jahren: Der Beginn der Weihnachtshilfe im Kreis - Wiedervorlage 6/2015 des Kreisarchivs

Päckchenpacken für die Front: Ähnlich wie im Ersten Weltkrieg, gab es auch im Zweiten Weltkrieg wieder Weihnachtspäckchen für die deutschen Soldaten an der Front. Das Bild zeigt ein gemeinsames Packen dieser so genannten „Liebesgaben“ in der Stadtverwaltung Ahlen im Dezember 1940. Im Bild (v.l.n.r.) Botenmeister H. Westhoff, Oberinspektor A. Kornberg, Gerda Bockholt, N. Sprenger-Rehmann (sitzend), Elly Pohlmeier-Köhler (?), Ingrid Große Thie, Hilde Sprenger-Hirzel, Anneliese Wuttke-Beining, Lore Heitfeld (?), Käthe Quante (?), 1. Beigeordneter Heinert, Hausmeister F. Bußmann (KAW, S 5 Ahlen, Nr. 78)

In der aktuellen Folge der Serie „Wiedervorlage“ erinnert das Kreisarchiv an den Beginn der Weihnachtshilfe im Kreis Warendorf vor 120 Jahren und ihre Entwicklung. Die Anfänge der Weihnachtshilfe im Kreisgebiet gehen auf das ehrenamtliche Engagement des Vaterländischen Frauenvereins, dem Vorgänger des Deutschen Roten Kreuzes, zurück.


Die Aufgabe des Vereins lag ursprünglich in der Pflege von Verwundeten und Kriegsversehrten, doch kümmerte sich der Verband seit den 1870er Jahren insgesamt um sozial Bedürftige in der Stadt und im Kirchspiel Oelde.

Im Verantwortungsbereich des Frauenvereins lag seit 1895 die „Weihnachtsbescherung für bedürftige Kinder“. Mitglieder des Vereins trafen sich zu Nähabenden und fertigten Kleidungsstücke an, die ausgewählten Kindern in einer feierlichen Bescherung geschenkt wurden.


Darüber hinaus rief der Verein zu Sach- und Geldspenden auf und reichte diese in der Weihnachtszeit an Familien und Kinder weiter. Nach dem Ersten Weltkrieg nahmen sich die Kreisverwaltungen in Beckum und Warendorf sowie die Wohlfahrtsämter in den Kommunen der beiden Altkreise der finanziellen Notlage vieler Familien an. In den Fokus rückten jene Familien, deren Ehemann und Vater gefallen war oder die durch eine Verwundung die Arbeitskraft des Haupternährers verloren hatten und so in Armut geraten waren.


Da sich besonders in den Wintermonaten die finanzielle Notlage bemerkbar machte, wenn zusätzliche Aufwendungen für Heizmaterial, feste Schuhe, Winterbekleidung oder teureres Gemüse und Obst anfielen, unterstützten die Kommunen die Familien in der Regel durch die Ausgabe von Bezugsscheinen.


Während des Zweiten Weltkriegs galt die Aufmerksamkeit der öffentlichen Verwaltungen und sozialen Verbände den Soldaten im Fronteinsatz sowie ihren Familien in der Heimat. Für die Soldaten wurden Päckchen mit Lebens- und Genussmitteln sowie Kleidung zusammengestellt, für die Kinder der Soldaten gab es Süßigkeiten, Obst oder Kleidung.


Ab den 1950er Jahren unterstützten die Fürsorgeeinrichtungen des Kreises nicht nur kriegsversehrte, sondern auch körperlich oder geistig eingeschränkte Menschen. Die Sozialleistungen erfolgen im Gegensatz zur Kriegszeit nun in Form von Geldzahlungen.


Hintergrund: Wiedervorlage

Mit der Serie „Wiedervorlage“ möchte das Kreisarchiv Sie mit historischen Dokumenten aus seinen Beständen bekannt machen. In regelmäßigen Abständen präsentieren wir Ihnen Unbekanntes, Merkwürdiges, Schönes oder Nachdenkliches aus unseren Beständen. Damit öffnen wir Ihnen ein Fenster, durch das Sie einen kleinen Einblick in die reichen Bestände des Endarchivs gewinnen können. Zu sehen sind die Ausstellungen mit Originalen aus dem Kreisarchiv in der Vitrine im Foyer des Kreishauses und im Flur vor dem Lesesaal des Kreisarchivs.

Falls wir Ihr besonderes Interesse geweckt haben, zeigen wir Ihnen gerne mehr in unseren Räumen. Dazu laden wir Sie herzlich ein!