Springe zum Inhalt Springe zur Suche Springe zur Startseite

XIV. Wiedervereinigung und Integrationsfragen

Nach dem Fall der Berliner Mauer wurde bereits am 3. Oktober 1990 die deutsche Wiedervereinigung vollzogen. Sie veränderte den Alltag im Kreis spürbar, was sich in einer veränderten Wirtschafts- und Verkehrsstruktur und dem Zuzug von neuen Bürgerinnen und Bürgern zeigte.

 

Die Freude über die friedliche Wiedervereinigung äußerte sich bei der Politik und Verwaltung in der spontanen Bereitschaft, einen ostdeutschen Landkreis partnerschaftlich mit konkreter materieller und organisatorischer Hilfe zu unterstützen. Aufgrund der Namensverwandtschaft ging der Kreis mit dem Landkreis Waren im September 1990 eine Partnerschaft ein.

 

Seit der Gründung des Kreises spielen Fragen der Integration immer wieder eine große Rolle. Neben den Arbeitsimmigranten stand dabei in den 1990er Jahren die Unterbringung und Integration von Aussiedlern im Vordergrund. Aufgrund des politischen Umbruchs, der wirtschaftlichen Krisen und der Ausgrenzung deutscher Minderheiten kamen in den neunziger Jahren rund 15.000 Aussiedler in den Kreis Warendorf.

 

Auch die Zahl der asylsuchenden Flüchtlinge insbesondere aus Rumänien, dem ehemaligen Jugoslawien, vereinzelt aus dem arabischen Raum, aus Sri Lanka, Pakistan, Indien, Afghanistan und Zentralafrika stieg seit 1989 stark an.

 

Da der Verfassungsgerichtshof entschied, dass bei der Berechnung der Quoten für die Zuweisung von Asylsuchenden Aussiedler nicht anzurechnen seien, musste der Kreis kurzfristig noch mehr Asylbewerber aufnehmen. Im April 1993 haben die Kommunen im Kreis ihr Übernahme-Soll erreicht.

Die Wiedervereinigung in der neuen Partnerstadt Waren

[XIV/2; Kreis Warendorf, Pressestelle]

Am 8. und 9. November 1991 fand der erste Besuch des Warendorfer Kreisausschusses aus Anlass der einjährigen Partnerschaft in Waren statt. 

Gastgeschenk zum „Einjährigen“

[XIV/3; Kreis Warendorf, Pressestelle]

Der Warener Landrat Gert Schultz (rechts) überreicht Landrat Josef Predeick den Mecklenburger Stier, ein Kunstwerk von Bernhard Kleinhans. Im Hintergrund Oberkreisdirektor Wolfgang Kirsch, rechts der Warener Beigeordnete Konrad Schliemann. 

Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages zwischen dem Kreis Warendorf und dem Kreis Waren am 29. September 1990 im Warendorfer Kreishaus

(v.l.n.r.: Oberkreisdirektor Wolfgang Kirsch, Landrat Gert Schulz [Waren], Landrat Josef Predeick, Beigeordneter Konrad Schliemann) [XIV/1; Kreis Warendorf, Pressestelle]

Im Kreistag wird das Thema einer Partnerschaft mit einem ostdeutschen Kreis bereits am 15. Dezember 1989 diskutiert. Schon am 2. Februar 1990 beschließt der Kreistag einstimmig aufgrund der Namensverwandtschaft Kontakt mit dem Landkreis Waren in Mecklenburg-Vorpommern aufzunehmen.

25 Jahre Austausch und Begegnung

Delegation der Warendorfer Kreisverwaltung mit Landrat Dr. Gericke in Waren 2007 [XIV/4; Kreis Warendorf, Pressestelle]

Die Partnerschaft führt im Laufe der Jahre zu intensiven Kontakten und zahlreichen Begegnungen auf verschiedenen Gebieten. Im Bild besucht 2007 eine Delegation der Warendorfer Kreisverwaltung mit Landrat Dr. Gericke die Stadt Waren.

Aussiedler auf dem Beckumer Marktplatz

Aussiedler auf dem Beckumer Marktplatz [XIV/6; Zehn Jahre in Deutschland – Aussiedler erzählen, S. 39]

Zwischen 1988 bis 1989 verdreifachte sich die Zahl der Aussiedlerinnen und Aussiedler in der Stadt Beckum auf 229, im darauffolgenden Jahr verdoppelte sich die Zahl erneut. Im Winter 1989 versammelten sich rund 200 Aussiedler auf dem Beckumer Marktplatz.

Asylbewerber und Bürgerkriegsflüchtlinge

Aussiedlerin mit Kind 1990 [XIV/5; Jahresbericht 1989-1994, S. 58]

Aufgrund der starken Zunahme an asylsuchenden Flüchtlingen seit 1989 müssen im ganzen Kreis zwischen 1989 und 1995 Übergangsheime und Notunterkünfte unterhalten bzw. neu eingerichtet werden. Erst seit Mitte der 1990-Jahre entspannte sich die Lage spürbar.