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Schlaglichter aus vier Kreis-Jahrzehnten

Eröffneten die Ausstellung „40 Jahre Kreis Warendorf“: Kreisarchivar Dr. Thomas Brakmann, Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke, Landrat Dr. Olaf Gericke und Archivmitarbeiterin Victoria Wegener (v.l.n.r.).
Brigitte Langnickel-Köhler sorgte an der Harfe für das musikalische Rahmenprogramm bei dem Festakt.

40 Jahre Kreis Warendorf: Ausstellung eröffnet

40 Jahre Kreis Warendorf – eine neue Ausstellung des Kreisarchivs Warendorf erzählt vom Zusammenwachsen der Altkreise Beckum und Warendorf zu einer leistungsfähigen Einheit, vom Strukturwandel und gesellschaftlichen Umbrüchen. Sie stellt schlaglichtartig dominante Entwicklungen und zentrale Ereignisse aus Politik, Kultur, Gesellschaft, Verwaltung und Wirtschaft im Kreisgebiet dar. Eröffnet wurde die Ausstellung im Rahmen eines Festaktes „40 Jahre Kreis Warendorf“ im Kreistag durch Landrat Dr. Olaf Gericke. Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke schilderte in seinem Festvortrag die Aufgaben und Grenzen der Kommunalaufsicht. Kreisarchivar Dr. Thomas Brakmann führten anschließend in die Ausstellung ein.


In den späten 1960er Jahren wird der gesellschaftliche Wandel spürbar. Auch die bestehenden Verwaltungsstrukturen sollen sich ändern. Um den Ansprüchen der Zeit gewachsen zu sein, sollen die Verwaltungen auf kommunaler Ebene vergrößert und modernisiert werden. Die kommunale Neugliederung 1975 vereinigte die beiden Altkreise Warendorf und Beckum mit Teilen der Kreise Lüdinghausen und Münster zu einer neuen und deutlich größeren Gebietskörperschaft. Der Prozess, bei dem der Kreis Warendorf in seiner heutigen Form geboren wurde, verlief alles andere als konfliktfrei. Besonders in Freckenhorst, Neubeckum und Lippborg protestierten die Bürger gegen die von oben verordnete Neuordnung. Hinzu trat die Sorge, auf vertraute Einrichtungen vor Ort zukünftig verzichten zu müssen. Besonders die Frage um den künftigen Sitz der Kreisverwaltung erregte die Gemüter. Lange stritten sich die Beckumer und Warendorfer um den Sitz der Kreisverwaltung, sogar Ahlen machte sich Hoffnungen: Schließlich entschied der Landtag am 8. Mai 1974 über den künftigen Sitz der Kreisverwaltung: die Stadt Warendorf.


Mit dem Bezug des Kreishauses 1982 in Warendorf ist der Zusammenschluss von 1975 auch für die Bürger greifbar. Mit den Herausforderungen einer aufkommenden Rezession, einem neuen Umweltbewusstsein sowie gesellschaftlichen Veränderungen startet die Verwaltung in die 1980er Jahre.


Die Wiedervereinigung 1990 stellt den Kreis vor neue Herausforderungen. Viele neue Bürger kommen in den Kreis und eine große Zahl von Asylsuchenden findet zeitweise eine Bleibe. Im Bereich des Natur- und Umweltschutzes geht man neue Wege: Das duale System wird eingeführt und die Abfallwirtschaft grundlegend reformiert. Mit dem Ausbau des Rad- und Reitwege schärft der Kreis sein touristisches Profil. Ende der 1990er Jahre wird die doppelte Verwaltungsspitze, bestehend aus ehrenamtlichem Landrat und Oberkreisdirektor, durch einen hauptamtlichen Landrat abgelöst. Stärker als je zuvor stellt sich der Kreis im neuen Jahrtausend dem Problem des demografischen Wandels. Durch die Regionale 2004 erhalten Tourismus und Kultur neue Impulse. Die Sanierung des Kulturgutes Haus Nottbeck mit der Gründung eines neuen Museums für Westfälische Literatur ist nur ein Beispiel dafür.


Die Ausstellung ist in vier Blöcke gegliedert, die jeweils mit vielen Fotos und anderen Dokumenten ein Kreis-Jahrzehnt beleuchten. Zu sehen ist die Ausstellung im Warendorfer Kreishaus (Eingangsbereich) bis zum 28. August jeweils montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr sowie freitags von 8 bis 15 Uhr.