Springe zum Inhalt Springe zur Suche Springe zur Startseite

Durchhalten bis zum Ende

„Was England will!“ Das deutsche Propagandaplakat stellt in Bild und Gedicht England als Kriegsgegner dar, der die deutsche Bevölkerung in den Abgrund führen will (KAW, S 9 Plakatsammlung Nr. 1592)

Der Altkreis Warendorf blieb als überwiegend landwirtschaftlich geprägte Region von den schwerwiegendsten Versorgungsengpäs­sen verschont, die seit dem Sommer 1917 in den großen Städten und Industrieregionen zu Streiks und Unruhen führten.

Im Westen des Kreises Beckum war die Situation eine andere.

In der Ahlener Zechenkolonie kam es zu Plünderungen von Lebensmittelgeschäften und einer Besetzung des Zechengeländes durch Bergarbeiterfrauen. Polizisten aus dem gesamten Kreisgebiet mussten die öffentliche Ordnung wieder herstellen.

Aufgrund des Sonderstatus der Industriestadt Ahlen waren diese Ausschreitungen im Kreis ein lokal begrenztes Phänomen.

Allgegenwärtig aber war die Trauer um einen gefallenen Angehörigen: Ehemänner, Väter und Söhne, Nachbarn und Freunde.

Ein anderes Bild vermittelten in den letzten beiden Kriegsjahren Plakate und Flugblätter, die bemüht waren, die deutschen Erfolge und die Überlegenheit gegenüber den Feinden noch mehr als ohnehin schon seit Kriegsausbruch in den Vordergrund zu stellen.

Eine kurzfristige Verbesserung der militärischen Lage, aus der neue Hoffnung auf einen deutschen Sieg geschöpft werden konnte, bedeutete das Ende des Kampfhandlungen an der Ostfront, das im März 1918 mit dem Frieden von Brest-Litowsk besiegelt wurde.

Doch im August 1918 holten die Alliierten zum entscheidenden Schlag an der Westfront aus, der mit entscheidend war für die Niederlage des Deutschen Reiches drei Monate später.

„Bekanntmachung“. (22. Juli 1918; KAW, S 9 Plakatsammlung Nr. 1531)

Mangel an Arbeitskräften

Während des Krieges galt eine Dienstpflicht für alle Männer zwischen 17 und 60 Jahren. Aufgrund der steigenden Löhne gab es anfangs starke Fluktuationen in der Arbeiterschaft, die durch Verordnungen immer wieder versucht wurde zu unterbinden.

Aufgrund der schlechten Versorgungssituation kam es seit Januar 1918 immer wieder zu Streiks, dem sich im ganzen Deutschen Reich rund eine Millionen Menschen anschlossen.

Der Aufruf richtete sich insbesondere an Arbeiter aus der Rüstungs- und Munitionsindustrie, sich nicht den Streikenden anzuschließen

Mangel an Arbeitskräften

„An die Rüstungsarbeiter!“. Aufruf der Obersten Heeresleitung an die Industriearbeiter, die deutsche Rüstungsproduktion tatkräftig zu unterstützen. (April 1917; KAW, Beelen A Nr. 956)
„Aufruf! Die Kinder aufs Land!“. Aufgrund der Lebensmittelknappheit in den Städten wurden Kinder und Jugendliche in ländliche Regionen ausquartiert.(März 1917; KAW, Stadt Oelde B Nr. 948)
„Bekanntmachung“. Aufgrund der schlechten Versorgungssituation kam es seit Januar 1918 immer wieder zu Streiks, dem sich im ganzen Deutschen Reich rund eine Millionen Menschen anschlossen. Der Aufruf richtete sich insbesondere an Arbeiter aus der Rüstungs- und Munitionsindustrie, sich nicht den Streikenden anzuschließen. (22. Juli 1918; KAW, S 9 Plakatsammlung Nr. 1531)

Propaganda

„An das deutsche Volk!“. Proklamation Kaiser Wilhelms II. als Reaktion auf die Zurückweisung der deutschen Friedensdeklaration vom 12. Dezember 1916 durch die Entente vom 12. Januar 1917. (KAW, S 9 Plakatsammlung Nr. 684)
„Zum Tode verurteilt!“. Das Plakat setzt der deutschen Übersetzung des Leitartikels der französischen Zeitung „Le Matin“ vom 17. Mai 1917, der einen Appell zur deutschen Kapitulation beinhaltet, eine Gegendarstellung entgegen. Das Plakat ruft die deutsche Bevölkerung zum Kampf und zum Widerstand gegen die „Gallischen Volksvergifter“ auf. (Juni 1917; KAW, S 9 Plakatsammlung Nr. 1589)

Sammlungen und Spenden

„Deutsche Volksspende zum Ankauf von Lesestoff für Heer und Marine“. 1917 fanden Sammlungen für die „Deutsche Volksspende zum Ankauf von Lesestoff für Heer und Marine“ statt. Die Spender konnten sich in Zeichnungslisten eintragen. (KAW, Stadt Oelde B Nr. 953)

Kriegsanleihen

Ein wichtiges Instrument zur Deckung der Kriegsausgaben waren im Deutschen Reich die Kriegsanleihen.

Zwischen 1914 bis 1918 nahm das Deutsche Reich durch neun Kriegsanleihen rund 95 Milliarden Mark ein und konnte damit 60 Prozent der Kriegskosten decken.

Nach der fünften Kriegsanleihe kam es zu einem Einbruch des Interesses. Die Kriegsanleihen wurden danach verstärkt mit Plakaten beworben.