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Bus und Bahn für Menschen mit Behinderung benutzerfreundlicher machen

Über das Bus- und Bahnangebot für behinderte Menschen sprach eine Projekt-AG mit Vertreterinnen und Vertretern des Kreises Warendorf, der RVM und des Zweckverbands SPNV Münsterland (ZVM) im Kreishaus.

„Inklusion für den Kreis Warendorf“ – unter diesem Titel hat der Caritasverband im Kreis Warendorf e.V. gemeinsam mit seinen Partnern, dem Katholischen Bildungsforum und dem Kreissportbund, vor etwa anderthalb Jahren ein großes Projekt gestartet. 16 verschiedene Maßnahmen zur Förderung der Inklusion gilt es innerhalb von drei Jahren umzusetzen. Eines der Handlungsfelder ist die Gestaltung des Angebotes von Bus und Bahn (kurz ÖPNV). Dazu hat sich jetzt eine Projekt-AG mit Vertreterinnen und Vertretern des Kreises Warendorf, der RVM und des Zweckverbands Schienenpersonennahverkehr Münsterland (ZVM) im Kreishaus getroffen.

 

Die Gruppe, in der neben Beschäftigten der Freckenhorster Werkstätten auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Bereich der Behindertenhilfe vertreten sind, hatte viele Fragen vorbereitet, die ihr auf den Nägeln brannten. Dabei ging es unter anderem um die Lesbarkeit von Fahrplänen, die Beleuchtung der Haltestellen im Außenbereich (wie z.B. am Hof Lohmann) oder auch die fehlende Barrierefreiheit des Bahnhofes in Neubeckum. An vielen Stellen wurde deutlich: In den letzten Jahren ist bereits vieles angestoßen worden, um die Nutzbarkeit des ÖPNV für Menschen mit Behinderungen zu verbessern. „Zum Bahnhof in Neubeckum kann ich Ihnen sagen, dass noch in diesem Jahr der erste Spatenstich für den Umbau erfolgen wird“, konnte Michael Hergarten vom ZVM berichten. Die  Kreise Borken, Coesfeld und Warendorf werden zudem an Bahnhöfen mit Übergängen auf Linienbusse die Einrichtung von Informationstafeln fördern, die die tatsächliche Ankunftszeit der Busse anzeigen. Diese sollen zukünftig auch unterwegs über eine Smartphone-App abgefragt werden können. Eine handelsübliche App kann diese Echtzeitinformationen auch vorlesen.

 

Heinrich Möller vom RVM kündigte an, dass ab dem kommenden Jahr z.B. auch in Ennigerloh neue Aushangfahrpläne zum Einsatz kommen, die deutlich übersichtlicher und einfacher zu lesen seien. Ein schwierig zu lösendes Problem in einem ländlichen Flächenkreis sei die Anbindung früh morgens und abends sowie an Sonntagen. Hier können Taxi-Busse oder auch innovative Projekte wie die Bürgerbusse einen Ausweg bieten. Technisch ausgereifte rollstuhlgerechte Fahrzeuge waren bislang aber nur schwer zu erhalten.

 

Die Projekt-AG brachte zum Ausdruck, dass viele Menschen mit Behinderungen auf Bus und Bahn angewiesen sind und dass diese oft nur einen kleinen Geldbeutel haben. „Für einen Sozialhilfeempfänger können 20 Cent für den Anruf einer Fahrplanauskunft auch viel Geld sein“, erläuterte Manfred Lensing-Holtkamp, Leiter des Christophorus-Hauses in Ennigerloh. Und dass für ein gutes Miteinander zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen an manchen Stellen noch viel zu tun ist, machte ein Teilnehmer durch ein Beispiel deutlich: „Ein Mädchen hat sich in einem vollen Bus über uns beschwert, und gesagt, wir sollten doch den Behindertenfahrdienst benutzen.“

 

Josef Hörnemann vom Caritasverband bedankte sich zum Abschluss für die gute Gesprächsatmosphäre und ermunterte dazu, das Wissen und die Erfahrung des Verbandes zu nutzen, um Angebote für Menschen mit Behinderungen weiter zu verbessern.