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Auf dem Weg zur Verwaltung ohne Barrieren

Überprüften das Kreishaus auf Barrierefreiheit, v.l.n.r: Michael Maskiela (Vorsitzender Bewohnerbeirat St. Vitus Everswinkel), Detlef Schröder (Kreis Warendorf, Hochbau und Liegenschaften), Norbert Sauermann (Vorsitzender Bewohnerbeirat St. Joseph Neubeckum), Petra und Martin Pioch (Blinden- und Sehbehindertenverein Warendorf), Verena Schulte-Sienbeck (Kreissozialamt), Matthias Bureck (Selbsthilfegruppe für Menschen mit Hörschädigung), die Gebärdensprachdolmetscherinnen Maribel Riecke und Charlotte Wellemeyer sowie Hendrik Borgstedt (Kreis, Hochbau und Liegenschaften) und Richard Uhkötter (Kreissozialamt).

- Inklusion im Kreis: Menschen mit Behinderungen nahmen Kreishaus unter die Lupe -  


Wie barrierefrei sind die Verwaltungsgebäude des Kreises? Um diese Frage zu beantworten, hat der Kreis Warendorf gemeinsam mit Menschen mit unterschiedlichen Handicaps eine Erkundungstour gestartet. Das Kreishaus wurde als Erstes überprüft. Dabei entdeckte die Gruppe Schwachstellen, fand aber auch Anlass zum Lob.

 

Die Überprüfung fand im Rahmen des Inklusions-Berichtes statt, den der Kreis derzeit erstellt. Inklusion bedeutet, dass Menschen mit Behinderungen überall selbstverständlich dabei sein und mitgestalten können. Der Kreis erarbeitet derzeit ein konkretes Handlungsprogramm zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen.

 

Ein Vorschlag, der bereits vor Abschluss des Prozesses umgesetzt wird, ist die Überprüfung der kreiseigenen Verwaltungsgebäude auf Barrierefreiheit. „Da wir eine Vielzahl von Gebäuden haben, wird das länger dauern. Doch schon der erste Termin hat uns wertvolle Hinweise gebracht“, berichteten Verena Schulte-Sienbeck und Richard Uhkötter vom Kreissozialamt. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die bereits von Beginn im Projekt des Kreises mitgearbeitet haben, waren mit Begeisterung bei der Sache. Sie nahmen das Kreishaus aus sehr unterschiedlichen Perspektiven wahr: Aus der eines Rollstuhl fahrenden, eines gehörlosen, eines blinden oder eines sehbehinderten Menschen.

 

Das Ergebnis waren zahlreiche Verbesserungsvorschläge, die vom Kreis schriftlich festgehalten wurden. Neben dem Sozialamt war auch das Sachgebiet Hochbau und Liegenschaften vertreten.

 

"Für blinde Menschen ist die Orientierung im Kreishaus besonders schwierig. Ein Leitsystem in Blindenschrift wäre aber zu umfangreich und würde nicht weiterhelfen. Da ist es gut, dass man an der Information im Eingangsbereich einen Menschen ansprechen kann, der einem weiterhilft", findet Petra Pioch vom Blinden- und Sehbehindertenverein Warendorf.

 

Verbesserungsbedarf wurde unter anderem auf dem Außengelände festgestellt. So sollte die Rampe vom Behindertenparkplatz zum Haupteingang gerade und gleichmäßiger verlaufen. Taktile Felder – wie an vielen Bushaltestellen oder Ampeln – fehlen auf dem Weg bis zur Information im Eingangsbereich. Sie könnten blinde Menschen bis zur Information leiten, wo sie Hilfe bekommen Innerhalb des Kreishauses wurde zum Beispiel bei den Aufzügen, wo Lautsprecheransagen fehlen, Verbesserungsbedarf gesehen. Große Hindernisse für Rollstuhlfahrer seien die vielen Zwischentüren, die sich nicht automatisch öffnen.  

 

In der anschließenden Besprechung erklärte Hendrik Borgstedt, Leiter des Sachgebietes Hochbau und Liegenschaften, dass nicht alle Barrieren sofort abgebaut werden könnten. Bei der anstehenden Umgestaltung des Eingangsbereiches könnten die Hinweise direkt berücksichtigt werden. Einige Maßnahmen seien vergleichsweise leicht umzusetzen, andere nur mit hohem Aufwand realisierbar. Man müsse also Prioritäten setzen.

 

Die Gruppe war sich einig, dass im Zweifel lieber die menschliche als eine technische Hilfe gesucht wird. Hier sei eine positive Haltung des Personals wichtig. Die Vereine könnten den Mitarbeitern, die viele Kontakte mit Besuchern haben, wichtige Tipps zum Umgang mit Menschen mit Behinderungen geben, lautete eine weitere Anregung. Nach der Sommerpause wird die Gruppe weitere Gebäude des Kreises begutachten.