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Stationäre Pflegeeinrichtungen

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Wenn der Imam Deutsch lernt

Landrat Dr. Olaf Gericke betonte bei seiner Eröffnungsrede vor den knapp 200 Teilnehmern, dass die Integration eine zentrale Aufgabe für den Kreis Warendorf ist.
An einer Podiumsdiskussion beteiligten sich (v.l.): Kreisdirektor Dr. Heinz Börger, Arnold Michels (Zib Telgte), Tatjana Derksen ("Neue Zeiten" Warendorf), Veli Firtina (Warendorf, DiTiB-Landesvorsitzender), Ulrike Klemann (Fachdienst für Integration und Migration Kreiscaritasverband) und Gülcan Holetzek-Tüney (2. Vorsitzende Integrationsrat Ahlen.
Nach dem offiziellen Teil nutzten viele Teilnehmer die Gelegenheit zum Meinungsaustausch.
Dr. Alfred Reichwein (KGSt) lobte die breite Bürgerbeteiligung am Integrationsbericht.
Mit etwa 200 Teilnehmern war die Integrationskonferenz sehr gut besucht.
Petra Schreier, Leiterin des Regionalen Bildungsbüros des Kreises Warendorf, erläuterte, welche Schwerpunkte der Kreis beim Integrationsbericht im Handlungsfeld Bildung und Sprache setzt.
Nach dem offiziellen Teil nutzten viele Teilnehmer die Gelegenheit zum Meinungsaustausch.
Verena Schulte-Sienbeck, die sich beim Kreis als Sozialplanerin um die Integration kümmert, führte durch die Konferenz.
Anika Lebek, Bildungsplanerin des Kreises, beschrieb das Gesamtkonzept zur Sprachförderung in der Grundschule.

- Integration als Daueraufgabe / Kreisweite Konferenz mit 200 Teilnehmern -

 

Bürgermeister, Kreistagsmitglieder, Vertreter von Vereinen und Migrantenorganisationen waren am Montag (5. Juli) der Einladung des Kreises zur Integrationskonferenz gefolgt. Insgesamt 200 Teilnehmer waren ins Sparkassenforum nach Warendorf gekommen. Im Mittelpunkt stand die Vorstellung des gerade fertig gestellten Integrationsberichts. Das erfolgreiche Miteinander der mit Spielern unterschiedlicher Herkunft besetzten Fußball-Nationalelf bezeichnete Landrat Dr. Olaf Gericke als Vorbild für erfolgreiche Integration.

 

"Von den Sportlern können wir für das Zusammenleben in anderen gesellschaftlichen Bereichen lernen. Wir müssen mehr übereinander wissen, unsere Nachbarn kennen lernen und Ängste abbauen. Ein bloßes Nebeneinander führt uns nicht weiter", sagte der Landrat bei der Eröffnung der Konferenz.

 

"Einander kennen lernen" - so heißt auch die Überschrift des Integrationsberichts. Über 2000 Bürgerinnen und Bürger haben in den vergangenen zwei Jahren Beiträge zu dem Bericht geliefert. In allen 13 Städten und Gemeinden des Kreises fanden dazu Foren statt. Am Freitag (2. Juli) hat der Kreistag den 92-seitigen Bericht, der eine Bestandsaufnahme liefert und gleichzeitig 88 Einzelmaßnahmen zur Verbesserung der Integration vorsieht, beschlossen.

 

Der neue Bundespräsident Christian Wulff habe in seiner Antrittsrede darauf hingewiesen, dass er einen Schwerpunkt  im Bereich Integration setzen will, so der Landrat. Das könne auch der Integrationsarbeit im Kreis weiteren Rückenwind geben. Durch die gemeinsame Arbeit mit den Städten und Gemeinden sowie vielen Ehrenamtlichen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte, die sich in Vereinen und Verbänden engagieren, habe man im Kreis Warendorf viel erreicht, so Landrat Dr. Gericke. Allen Beteiligten dankte er für ihren Einsatz.

 

"Sprache und Bildung sind der Schlüssel für eine erfolgreiche Integration", fasste der Landrat das wichtigste Ergebnis zusammen. Im Handlungsfeld Bildung und Sprache sieht der Bericht deshalb allein 35 Maßnahmen vor - vom umfassenden Sprachförderkonzept bis zum Lesewettbewerb. Die Reihenfolge, in der die  einzelnen Maßnahmen umgesetzt werden sollen, wurde festgelegt.

 


Die auch nach Abschluss des Berichts weiterhin für die Integrationsarbeit beim Kreis verantwortliche Sozialplanerin Verena Schulte-Sienbeck führte als Moderatorin durch die Konferenz. Dr. Alfred Reichwein von der Kommunalen  Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt), die den Kreis bei der Erstellung des Berichts unterstützt hat, beschrieb den Weg von der Bestandsaufnahme zum Handlungsprogramm. Er betonte, dass er eine so breite Bürgerbeteiligung wie im Kreis Warendorf bei ähnlichen Projekten noch nicht erlebt habe.

 

 

Vertreter verschiedener Gruppen aus dem Kreis und der am Projekt beteiligten Organisationen schilderten bei einem Podiumsgespräch ihre Sichtweise. Alle Teilnehmer betonten, dass wichtige Schritte eingeleitet worden seien, doch dass der Weg zu einer erfolgreichen Integration noch lang sei. Positiv hervorgehoben wurde das offene Klima sowohl bei den lokalen Integrationsforen als auch in der mit ehrenamtlichen Mitgliedern besetzten Bürgerplanungsgruppe.

 

Ulrike Klemann, Caritasverband für das Kreisdekanat Warendorf, Fachdienst für Integration und Migration, setzte sich dafür ein, dass die Themen Armut und Migranten im Seniorenalter bei der Integrationsarbeit stärker berücksichtigt werden.

Veli Firtina, Türkisch Islamische Gemeinde Warendorf, Vorsitzender des DITIB Landesverbands Münster, dem 75 Moscheegemeinden angehören, sagte, dass es wichtig sei, den Migranten das Gefühl zu geben, dass sie willkommen seien. In früheren Jahrzehnten, so der Gastronom, seien die Deutschen davon ausgegangen, dass die Zuwanderer wieder in ihre Heimat zurückkehren.

Gülcan Holetzek-Tüney,  2. Vorsitzende des Integrationsrats in Ahlen, hat ein interkulturelles Forum ins Leben gerufen. Die Leiterin eines häuslichen Pflegedienstes betonte, dass Integration bedeute, auch Unterschiede zuzulassen.

Arnold Michels vom Verein Zib ("Zusammen ist besser - Verein für Völkerverständigung) aus Telgte, rief dazu auf, die Verantwortung für Flüchtlinge und Illegal hier lebende Ausländer nicht zu vergessen.  "Bei uns lernt jetzt der Imam Deutsch", nannte der Pastoralreferent einen Erfolg.

Tatjana Derksen vom Spätaussiedlerverein "Neue Zeiten" in Warendorf bietet zweisprachige Kindergruppen und Gymnastik für Frauen an. Sie betonte, dass jede Gruppe von Zuwanderern spezielle Bedürfnisse habe. Die posttraumatischen Störungen, unter denen Angehörige der früheren deutschen Minderheit in der Sowjetunion noch heute leiden, sollten in Seminaren thematisiert werden, so Tatjana Derksen.

Kreisdirektor Dr. Heinz Börger, Sozialdezernent des Kreises, sieht in der Integration eine zentrale Daueraufgabe. Der Kreisdirektor war erfreut über die positive Gesprächsatmosphäre bei den Integrationsforen in den 13 Städten und Gemeinden.

 

Im Anschuss an die Podiumsdiskussion berichteten Petra Schreier, die Leiterin des Amtes für Schule, Kultur und Sport sowie des Regionalen Bildungsbüros des Kreises Warendorf, und Bildungsplanerin Anika Lebek, welche Schwerpunkte der Kreis beim Integrationsbericht im Handlungsfeld Bildung und Sprache setzt.

 

Dazu gehört das frühkindliche Integrationstraining (FIT), in dem Kinder aus fünf  Kindertagesstätten und sechs offenen Ganztagsgrundschulen sowohl in ihrer Muttersprache als auch in der deutschen Sprache gefördert werden. Die Eltern werden aktiv einbezogen. Bei FIT geht es auch darum, den Übergang zwischen Kindergarten und Grundschule besser zu gestalten. Ein Gesamtkonzept zur Sprachförderung in der Grundschule wird mit Landesmitteln erarbeitet. Zudem werden an vier Haupt- und Realschulen im nächsten Schuljahr elf kleine Fördergruppen eingerichtet. Die Stiftung Mercator (Essen) setzt das von ihr entwickelte Projekt Förderunterricht erstmals in einem Flächenkreis um.  Lehramtssudenten der Uni Münster werden für den Unterricht qualifiziert.


Die Rede von Landrat Dr. Gericke und die Präsentationen von Dr. Reichwein, Frau Schreier und Frau Lebek finden Sie hier zum Download:


Rede Landrat Dr. Olaf Gericke

Präsentation Dr. Alfred Reichwein, KGSt

Präsentation Petra Schreier, Anika Lebek