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Klimaschutz hat für den Kreis Warendorf hohen Stellenwert

Unter der Leitung von Udo Schmermer (l.) von der Beratungsgesellschaft B.& S.U. und seiner Kollegin Antoinette Rechberg (2.v.l.) trug das Energieteam der Kreisverwaltung die bisherigen Ergebnisse zusammen. Rainer Tippkötter (r.) von der Firma Infas Enermetic wird den Kreis nach Abschluss der Pilotphase beim Europäischen Energiewettbewerb beraten.

"Wie gut oder wie schlecht ist der Kreis Warendorf in den einzelnen Bereichen beim Klimaschutz?"  Udo Schmermer nannte die Leitfrage für das Energieteam des Kreises Warendorf, das sich zu einer Arbeitssitzung traf. Schmermer ist Prozessberater des Kreises beim European Energy Award (kurz eea®). Er lobte die bisherige Arbeit des Energieteams unter der Leitung von Bernhard Gröpper, dem Energiebeauftragten der Kreisverwaltung. Die Chancen, dass der Kreis Warendorf mindestens 50 Prozent der maximal möglichen Punktzahl und damit die Auszeichnung erhalten könne, seien sehr groß.

 

"Sie sind der erste deutsche Kreis, der sich für den eea® gemeldet hat", so Schmermer, der für die B.&S.U.(Beratungs- und Service-Gesellschaft Umwelt) arbeitet. Das Berliner Unternehmen ist unter anderem auf die Beratung von Kommunen in Sachen eea® spezialisiert. Mit dem Rheinisch-Bergischen-Kreis und dem Kreis Gütersloh sind mittlerweile zwei weitere Mitstreiter hinzugekommen.

 

Beim europäischen "Energie-Oscar" geht es um weit mehr als um die energetische Sanierung von kreiseigenen Gebäuden. Anreize zum Energiesparen für Hausbesitzer, der öffentliche Nahverkehr sowie die Nutzung erneuerbarer Energien sind nur einige der Bereiche, in denen die Leistungen auf den Prüfstand kommen.

 

Der eea® ist ein umfangreiches Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren, mit dem die Klimaschutzaktivitäten von Kommunen erfasst, bewertet, gesteuert und regelmäßig überprüft werden. Bislang konnten nur Städte und Gemeinden daran teilnehmen.

 

Das Modellprojekt, an dem der Kreis seit Juni 2008 teilnimmt, soll das Bewertungssystem auf die in einigen Bereichen begrenzten Möglichkeiten eines Kreises anpassen. So gibt es in Kreisen anders als in Städten und Gemeinden beispielsweise keine eigenen Baugebiete oder nur in begrenztem Umfang eigene Versorgungsbetriebe. Auf folgenden sechs Handlungsfeldern gibt es eea® -Punkte: Entwicklung/Raumordnung, Gebäudewirtschaft/Energiemanagement, Ver- und Entsorgung, Mobilität, Interne Organisation sowie Kooperation/Kommunikation.

 

Mitarbeiter aus allen Bereichen der Kreisverwaltung sowie der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (gfw) und der Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) gehören dem Energieteam an.  Es trug die bisherigen Ergebnisse bei einer Sitzung mit Udo Schmermer und seiner Kollegin Antoinette Rechberg zusammen. Neben der Aufnahme des Ist-Zustandes in den einzelnen Bereichen richteten die Teammitglieder den Blick bereits nach vorn. Für 2009 soll ein energiepolitisches Maßnahmenpaket aufgestellt und dem Kreistag zur Abstimmung vorgelegt werden.

 

Wenn es weiterhin gut läuft, könnte der Kreis Warendorf in etwa einem Jahr den "Energie-Oscar" erhalten. Bis dahin werden die Einträge in dem  mehr als 100 Seiten umfassenden Checklistenheft konkretisiert. Die genauen Bewertungsmaßstäbe für Kreise sollen bis Mai 2009 feststehen, so dass sich dann die exakte Punktzahl des Kreises Warendorf ermitteln lässt.

 

"Fest steht schon jetzt: Das Thema Klimaschutz wird in den nächsten Jahren in allen Bereichen der Kreisverwaltung einen hohen Stellenwert haben", betonten Kämmerer Dr. Stefan Funke und Umweltdezernent Friedrich Gnerlich. "Nicht nur das Energieteam, sondern alle Mitarbeiter sind dazu aufgerufen, sich an Klimaschutzprojekten zu beteiligen, nach Energiesparmöglichkeiten zu suchen und interessante Projekte vorzuschlagen."